St. Pauli – Greuther Fürth 11/12

November 8, 2011

… und verwandle Finsternis in Licht.

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Kennt ihr das, dieses „Heute-Geht-Was“-Gefühl? Am Samstagvormittag war es noch da. Aus dem Bett raus und früh auf dem Weg gemacht. Die Anstoßzeit, mit 13 Uhr, weiterhin eher suboptimal. Ich nörgel gern über die Anstoßzeiten rum. Auch wenn ich weiß, dass diese sich so schnell nicht ändern werden. Alltag in Liga zwei. Apropos Liga zwei, diese Klasse verbinde ich immer unweigerlich mit Greuther Fürth. Die spielen seit gefühlten hundert Jahren dort. Ok, genaugenommen seit 1997 und das ununterbrochen. Jede Mannschaft geht mal ihren Weg. Einige steigen auf, andere ab. Aber Greuther Fürth bleibt irgendwie für ewig in der Zeitschleife 2. Liga gefangen. Eigentlich kannst du sie am Anfang der Saison schon fest auf den vierten oder wahlweise fünften Tabellenplatz setzen. Und trotzdem, gehören sie jedes Jahr zu den Aufstiegsfavoriten.

Während man auf den anderen Tribünen schon sein Platz einnehmen konnte, mussten wir vor der Südkurve etwas warten. Die Ordner bekamen noch letzte Anweisungen. Es dauerte aber nicht lang, da ging es schon rein und ich tüdelte den Banner an den Zaun. Da kam ein Ordner auf mich zu und fragte: „Soll das so?“ Ich wusste zuerst nicht, was gemeint war. Dann ging ich einen Schritt zurück und sah, was ich angestellt hatte. Statt wie gewohnt den Lappen vor dem Zaun zu hängen, hab ich es irgendwie geschafft, das Teil zwischen den Zaunstangen zu flechten. Wir mussten beide lachen, da war ich wohl etwas verträumt. Also alles wieder ordentlich gemacht und die anderen begrüßt.
Als Choreo gab es eine riesen Blockfahne über den gesamten Stehplatzrang. Ich liebe ja den Moment, wenn man da drunter steht und man ordentlich Rabatz macht.
Die Partie spielte sich in der ersten Halbzeit überwiegend im Mittelfeld ab. Bruns und Naki bekamen die Chance, dass Ding zu machen. Es wurde aber für den Fürther Torwart nicht gefährlich. Eine Minute vor der Pause waren die Kleeblätter etwas konsequenter. Christopher Nöthe spielte sich frei, bekam einen Pass aus der hinteren Hälfte und schob den Ball an Tschauner vorbei. Ärgerlich, nun hieß es sich 15 Minuten lang sammeln und neu angreifen.
In der Halbzeit gab es dann auf der Anzeigetafel den Hinweis, dass man doch am 29.10. die zweite Mannschaft gegen Kiel unterstützen könnte. Klar, wenn ihr mir ein DeLorean mit Fluxkompensator besorgt, fahr ich da gerne nochmal rum ;-)

Ca. 10 Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, kam es dann doch zum Ausgleich. Fabian Boll bekam von der rechten Seite den Ball zu gespielt. Er passte weiter zu Dennis Daube (eingewechselt für Bruns), der den Torriecher hatte. Daube gefällt mir sowieso ganz gut. Seit seiner Einwechslung beim Derby, hat er mich total überzeugt.
Es gab weiterhin Chancen auf beiden Seiten, wobei Kalla auch einen gefährlichen Ball kurz vor dem Tor abwehrte. Auch er hat seinen Platz zu Recht in der ersten Mannschaft. Unter Stani spielte er so gut wie keine Rolle mehr und jetzt bin ich froh, dass wir ihn in der Abwehr haben.
In der 75. Minute gab es dann viel Gewusel vor dem Fürther Tor, bis Saglik an den Ball kam. Geschickt schlug er einen Haken, umspielte so den letzten Fürther Abwehrspieler und machte die Bude. Auch er wurde erst kurz zuvor für Naki eingewechselt. BÄMM! 2:1! Jetzt bloß nicht nervös werden. Einige Minuten später sah noch Milorad Peković die Gelb-Rote-Karte für einen Foul an Saglik. Für die Fürther war das leider kein Grund, sich zurückzuziehen. Seit dem sie in Unterzahl spielten, hatten sie sogar mehr von der Partie und da war es auch schon… das 2:2. Der Ausgleich von Occean, nach einer guten Passspielkombination der Kleeblätter. Schade. Hätte man mich vor dem Spiel gefragt, wäre ich mit einem Unentschieden einverstanden gewesen. Aber wie das immer so ist, wenn man einmal geführt hat, fühlt man sich bei einem Unentschieden um zwei Punkte beraubt. Dafür bekamen die Kleeblätter noch ordentlich Applaus, denn ihre Leistung verdiente Respekt. Nach dem Spiel waren wir alle ein wenig k.o. Es ging noch zum Südkurvenvorplatz und in den Fanladen. Dort kickerte ich mit Benny um eine Flasche Astra und gewann die Knolle dann auch. Für eine Revanche bin ich jederzeit bereit.

An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Jessy und Chrischi. Wenn die mich nicht immer aufmerksam machen würden, wenn irgendwas Lustiges im Stadion passiert, würde ich eine Menge tolle Bilder versäumen.  – Christoph

St. Pauli – FSV Frankfurt 11/12

Oktober 25, 2011

Im Gegenpol!

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Am Samstag erreichte mich ein Anruf von meinem guten Freund Felix. Er arbeitet bei der Nordpol Werbeagentur und fragte mich, ob ich das Spiel von der Container-Loge aus verfolgen möchte. Er hatte eine Karte über und ich musste auch nicht lange überlegen, um dieses Angebot anzunehmen.  So haben wir uns für den nächsten Tag um 13 Uhr vor dem Stadion verabredet. Ich fand es sehr entspannt, mal etwas später am Stadion zu sein. Normalerweise bin ich ja pünktlich zum Einlass (1,5 Std vor Anpfiff) auf der Südkurve. Hier passte mir der späte Zeitpunkt aber sehr gut, da ich die Nacht zuvor auf einem Geburtstag war und so etwas Schlaf nachholen konnte.

Am Millerntor angekommen, traf ich ihn auch schon. Durch den Eingang, der sich zwischen Gegengerade und Nordkurve befindet, gelangten wir zum Gegenpol (so wird die Container-Loge genannt).  Durch die Medien (Zeitungen / Fernsehen) habe ich schon einiges über diese besondere Loge erfahren. Nun war ich ganz gespannt darauf, ein Spiel von dort aus live mitzuerleben. Kreiert wurde der Gegenpol übrigens von der Kreativagentur Interpol, die auch für den Wellen-Entwurf der Gegengerade zuständig ist.  Nebenbei muss ich sagen, dass Jana meine Südkurven-Dauerkarte für dieses Spiel hatte. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir, die beim Fußballgucken sonst immer nur am Stadtrand war. Es war also Zeit, ihr mal ein richtiges Stadion mit ordentlicher Atmosphäre zu präsentieren. Sie stand mit Maik, Benny und den anderen üblichen Verdächtigen zusammen.
Felix zeigte mir zuerst den unteren Bereich der Loge. Der Raum ist mit etlichen Zeitungsartikeln und Fotos verkleidet und die Decke ist mit einem riesigem Spiegel ausgestattet. So wirkt der Raum sehr viel höher, als er eigentlich ist. Links neben der Tür steht eine kleine Bar, geschmückt mit einem Wimpel und Pokalen. Anschließend ging es nach oben, wo auch das Catering und die Plätze zu finden sind. Ich stellte mich links an den Rand und bekam auch gleich das erste Bier gereicht. Der Gegenpol bietet gleich mehrere kleine Highlights. Eines davon sind die 5-Liter Fässer, die sich unter den sitzen befinden. So kann sich jeder das Bier selbst zapfen. Etwas kurioser ist die kleine Modelleisenbahn, die einem das Essen bringt. Der Zug wird am Tresen beladen, fährt dann nach draußen und serviert leckere Currywurst. Am Anfang war ich sehr damit beschäftigt, mit meiner Kamera viele Fotos zu schießen. Leider ließ mich der Akku sehr schnell im Stich, so musste ich auf Handy-Kamera umsteigen. Daher sind die Bilder in einer nicht so optimalen Qualität.
Viele FSV-Fans waren nicht da und wirklich laut waren sie auch nicht. So konnte man bei uns in der Ecke ganz gut den Gesang der Südkurve wahrnehmen. Das hat mich sowieso mal interessiert, wie unser Krach in den anderen Bereichen des Stadions ankommt.

Das Wetter passte und das Spiel auch. Es gab einen 2:1 Sieg. Nicht souverän, nicht spektakulär aber es reichte. In den ersten zwei Minuten machte Frankfurt Druck, doch Tschauner verhinderte eine frühe Führung der Gäste. Es dauerte auch nur bis zur 3. Spielminute, als Kruse den Ball im Mittelfeld gewann, nach vorne stürmte und abzog. Gledson fälschte ab und so landete der Ball unhaltbar für den Keeper im Tor.
Unsere Kiezkicker ließen nicht nach und auch Naki versuchte den Ball aus weiter Entfernung mit einem Hammerschuss zu versenken. Leider ging die Pille knapp vorbei. Doch der gute Junge machte nach einer perfekten Passspielkombination von seinen Mitspielern das 2:0 klar. BÄMM! Deniz sah man die Freude über seinen Treffer wirklich an und so war die Freude bei uns nicht weniger klein. Es ist schön zu sehen, dass er das erste Mal nach so langer Zeit wieder von Beginn an spielt und dann so abgeht. Kurz vor der Pause hatten wir nochmal Glück, als der FSV wieder drückte. Benyamina kam in den Strafraum und schoss auf’s Tor. Der Ball prallte von dem einen zum anderen Pfosten. Puh, Glück gehabt.
In der Halbzeit ging ich mit Felix runter und traf mich mit Melli, die uns besuchen kam. Beim Quatschen verging die Zeit allerdings wie im Flug, so machte ich mit Melli aus, dass wir uns nach dem Spiel noch treffen würden. Also wieder hoch und die Mannschaft anfeuern.
Das Spiel wurde nicht langweiliger und so gab es wieder etliche Chancen für uns. Doch keiner schaffte es, den Ball über die Torlinie zu drücken. In der 76. Minute kam es dann doch, das Gegentor. Frankfurt kam über die linke Seite, spielte in den Strafraum und Gaus brauchte den Ball nur noch leicht versenken. Die Abwehr darf jetzt nur nicht nervös werden, dachte ich. Denn in der 84. Minute gab es noch einen Freistoß für die Gäste. Doch die Endstation hieß wieder einmal Philipp Tschauner, der den Ball abwehrte. 2:1 gewonnen! Yeah!
Nach dem Abpfiff gab es noch ein paar Bierchen und ich ließ meinen Blick über das leere Stadion schweifen. Kurz darauf ging es für mich aber auch schon runter zum AFM Container, die anderen treffen. Ich verabschiedete mich von Felix und machte mich auf dem Weg. Unten angekommen, fragte ich Jana sofort, wie ihr das Spiel am Millerntor gefallen hat. Wie gesagt, sie ist eigentlich eher vom Stadtrand angehaucht. Aber sie war hin und weg und will auf jeden Fall wiederkommen. Außerdem wollte sie gern einen St. Pauli-Schal. Den Witz ließ ich mir nicht nehmen und kaufte ihr einen aus dem Fanshop. Irgendwie konnte ich es selbst kaum glauben… Jana, aus dem Volkspark, mit einem braun-weiss-roten Schal. Jetzt weiss sie mal, was gut ist ;-)

Zum Abschluss muss ich sagen, dass mich der Besuch im Gegenpol total geflasht hat. Eigentlich bin ich ja einer, der in der Kurve stehen und hüpfen muss. Doch ich glaube, in keiner anderen Loge am Millerntor ist es so entspannt wie da. Dort kannste stehen, singen, pöbeln und die Leute rennen da auch ganz normal rum. Schade, dass die kleinen Container verschwinden, wenn die neue Gegengerade kommt. Aber bis dahin ist ja noch Zeit. – Christoph

St. Pauli – Erzgebirge Aue 11/12

September 27, 2011

Trinkt mehr Wasser!

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Freitag, schönes Wetter und Fussball. Eigentlich eine gute Mischung, wenn man zudem noch einen halben Tag frei hat. Ok, den halben Tag musste ich mir nehmen, weil die Spielbegegnung wieder auf eine beknackte Uhrzeit gelegt wurde. Und weil ich nichts verpassen wollte, wurde halt ein halber Urlaubstag geopfert. Was tut man nicht alles für den magischen FC? So bummelte ich gegen 13 Uhr in der City rum. Ich hatte mir vorgenommen, von der Alster direkt zum Stadion zu laufen. War dann aber doch zu faul und fuhr mit der S-Bahn vom Jungfernstieg zum Hafen. Da wieder raus und mit der Kamera in der Hand weiter geschlendert. Hier und da ein paar Fotos gemacht und nach kurzer Zeit kam ich am Zirkusweg vorbei. Die dort ansässigen Büros tragen momentan ein kleines Post-it-Battle aus. Die Idee ist nicht neu und stammt eigentlich aus Frankreich. Zumindest machen sie die sterile Ecke etwas bunter. Der Weg führt mich weiter zur Reeperbahn und ein Blick auf die Uhr verriet mir: So viel fuckin‘ Zeit noch. Die anderen würden erst gegen 16 Uhr kommen. Aus lauter Langeweile ging ich gefühlte drei Mal um das Stadion herum. Ich kaufte mir was zu essen, ging durch’s Viertel und knipste fröhlich ein paar Bilder. Irgendwann landete ich dann noch im Fanladen, besorgte ein paar Sachen und ging weiter Richtung Stadion. So langsam füllte sich auch der Vorplatz und bis 16 Uhr passierte auch nicht mehr viel. Das Wetter passte noch immer, ich war voller Euphorie auf das kommende Spiel. Aue? Was sollen die uns schon anhaben können? Und dann noch zu Hause!
Am Einlass die üblichen Verdächtigen begrüßt und schon bewegten wir unsere Ärsche hinein. Maik besorgte noch den Kiezkicker und die (das? den?) Basch. Und siehe da unser Blog wurde im Zine (Basch) erwähnt. Wenn auch eher nebenbei, denn es war ein Artikel über St. Pauli Blogs zu finden. Wir wurden so gesehen nicht zu den Favoriten gezählt, aber immerhin aufgelistet. Das nicht viel über uns stand, ist aber auch nach vollziehbar. Es gibt Blogs, die sind uns meilenweit voraus, da dort einfach besser und regelmäßiger geschrieben wird. Aber hey, wir sind zumindest schon mal aufgefallen. Trotzdem ist bei uns noch viel Luft nach oben und wir machen noch nicht das daraus, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.

Das Spiel? Ach ja, das gab es ja auch noch. An eine Heimniederlage muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Es zeigt aber den Leuten, die glauben wir würden einfach so durch die Liga marschieren, dass es auch anders laufen kann. Immerhin hatte Ebbers den Führungstreffer erzielt. Es ist schön zu sehen, wie er nach seiner Ellenbogenverletzung wieder voll aufdreht und die Buden macht. Mit dem 1:0 ging es auch in die Pause und ich besorgte noch einmal was zu trinken. An dieser Stelle muss ich mal Werbung für den Viva Con Agua-Stand im Umlauf der Südkurve machen. Wenn euch die Warteschlange beim Bierstand zu lang ist, oder ihr euch generell über die teuren Getränkepreise ärgert, geht doch einfach mal zu den Mädels und Jungs am Wasserstand. Da bekommt ihr für eine Spende, lecker was zu trinken. Kostet nicht viel, schmeckt gut und ihr tut nebenbei auch was Gutes. Alle hin da!!!

Hälfte Zwei? Ach ja, die gab es ja auch noch. Aue zog immer mehr an und kam zu einigen Chancen. Bei einer verletzte sich Lasse Sobiech, als er in der 53. Minute bei einer Rettungsaktion gegen den Pfosten prallte. Anschließend kam Funk für ihn ins Spiel. Das Spiel lief gut eine Stunde, da kam Aue über die linke Seite, ein schneller Pass in die Mitte und Tor. Da war das 1:1. Es dauerte auch nur weitere neun Minuten, da machte Tobias Kempe das 2:1 für die Mannschaft aus dem Erzgebirge. Es ist erschreckend, wie einfach er durch unsere Abwehr kam. Unsere paar Chancen wurden einfach nicht konsequent genutzt. Aue machte viel mehr draus, so dass Könnecke nur noch zwei Abwehrspieler und Tschauner vor sich hatte und den Ball locker reinschießen konnte. DAMN! Aue führte nun schon mit zwei Toren Unterschied und es schien gelaufen zu sein. Das dachten wohl einige Zuschauer auf der Haupttribüne, die in großen Schaaren abzogen. Ja, Hauptsache immer schön erfolgreich spielen, dann macht die „Pauli Paadyy“ auch Spaß. Aber wehe, es läuft nicht wie gewünscht, dann gehen wir. Ein absolutes Kackverhalten, dass unsererseits mit Pfiffen quittiert wurde. Diejenigen, die dablieben, haben uns beim Support und damit auch die Mannschaft weiterhin unterstützt. Leider hat es nur noch zu einem Anschlusstreffer von Saglik in der 90. Minute gereicht. Kurz darauf erfolgte auch schon der Abpfiff.
Kurz nach Spielende flog wohl wieder ein Becher, Richtung Schiedsrichter. Spätestens nach dem Vorfall vom Schalke-Spiel, kann ich so ein Verhalten schwer nachvollziehen. Gerade jetzt, in der Zeit wo unser Verein sowieso schon unter besonderer Beobachtung des DFB steht, ist so etwas selten dämlich. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe der FC St. Pauli diesmal aufgebrummt bekommt. Trotzdem bin ich generell gegen eine Hexenjagd, gegenüber dem Werfer. Es ist und bleibt eine doofe Aktion, ja. Aber mehrere Hunderttausend Euro von einer Einzelperson zu verlangen (wie es z.B. oft in der Mopo stand) geht meiner Meinung gar nicht. Jetzt nicht juristisch gesehen, sondern eher menschlich.

Zum Abschluss steht fest, dass es noch viel zu tun gibt, wenn man sich oben in der Tabelle halten will. Gerade unsere Abwehr, ist mir noch ein wenig zu wuselig. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs das in den Griff bekommen – Christoph

St. Pauli – TSV 1860 München 11/12

September 22, 2011

Wildes Rumgefuchtel

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Einigen von euch ist es wahrscheinlich schon aufgefallen. Unsere Berichte erscheinen in letzter Zeit ziemlich unregelmäßig und verspätet. Es liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe. Nur komme ich kaum zum Schreiben. Oft kommen andere Dinge dazwischen, oder man kommt von der Arbeit und fällt direkt ins Bett, weil man zu müde ist. Aber weil ich immer noch Bock drauf habe und weil mir noch tausende Sachen einfallen, die ich schreiben könnte, mache ich weiter.
Einigen interessiert es wohl nicht mehr, trotzdem schreibe ich noch über das Spiel gegen 1860. Ich hoffe, bald komme ich wieder regelmäßig dazu, euch mit meinen Texten zu verwirren.

Nach dem Aufstehen, ging es eigentlich auch schon los zum Stadion. Ok, dazwischen lag noch Duschen, Anziehen und Zähneputzen. Bei der frühen Anstoßzeit, macht man sich halt früh auf’m Weg. Meine Eltern sagten mir noch, dass sie auch hinfahren. Da der Freund von der Cousine meines Vaters (keine Ahnung, was die Cousine von Vaddern für mich ist… daher diese komische Beschreibung) ursprünglich aus München kommt, somit 60er ist und auch das Spiel im Stadion verfolgt. Meine Eltern nun mit, um auf gut Glück Karten zu bekommen. Sollte nichts gehen, würden sie das Spiel im Clubheim gucken. Am Poppenbüttler Bahnhof traf ich zunächst auf einen hsv-Fanclub (Rauten-Fieber) hab’s mir aber verkniffen, nach dem Ergebnis vom Bremen-Spiel zu fragen (höhö) Die waren aber relativ gut drauf. Keine Ahnung, warum die noch einen Tag nach dem Spiel da ne‘ Versammlung hatten. Da kam auch schon Maik und wir fuhren zum Stadion.

Auf dem Südkurvenvorplatz war verhältnismäßig wenig los. Klar, am Sonntagvormittag sind viele noch mit Familie, Frühstück, Schwiegereltern beschäftigt. Nach kurzer Zeit trudelte Benny ein und danach trafen wir auch schon die Familienbande. Meine Eltern haben es tatsächlich geschafft, Karten zu bekommen. Zum Normalpreis, aber für den Gästeblock (Nordkurve Sitzplatz). Ich hab meine Eltern daraufhin geraten, im Block nicht den „Dicken“ zu machen. Wir mögen es halt auch nicht, wenn die Gäste bei uns in der Süd Radau machen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit dem Gästeanhang auf der Südkurve extrem gebessert hat. Zudem gab ich meiner Ma meine Kamera mit, um mal Bilder aus anderen Perspektiven zu haben.

5 Minuten vor dem Einlass war noch relativ wenig los. Ganz entspannt konnten wir nun einen kleinen Zwischengang zwischen Schwimmbad und der Kita nutzen, um zum Eingang zu gelangen. Nach einigen Minuten ließen uns die Ordner ins Stadion und das Übliche nahm seinen Lauf. Banner antüddeln und restliche Leute auf der Kurve begrüßen. 10 Minuten vor dem Spiel bekam ich ein Anruf von Ma auf’m Handy. Sie winkte herüber um zu zeigen, wo sie saßen. „Huhu, hier sind wir. Aber ich kenne die Lieder gar nicht, die sie singen!“ sagte sie. „Ma, du bist im Gästeblock, die singen unsere Lieder nicht!“ – „Oh!“ Sehr schön J Das Motto des Tages hieß Jolly Rouge. Es galt weiterhin ein Zeichen zu setzen, gegen Kommerzialisierung, Susis Loge und anderen Mist, der mit dem FC St. Pauli nichts zu tun hat. Dementsprechend wurden wieder viele rote Fahnen und Schals hochgehalten. Eine wunderschöne Choreo wurde auf der Süd durchgeführt. Kurz vor dem Spiel war auf der Süd alles braun weiss. Pünktlich zum Anpfiff, verwandelte sich alles in rot und der Jolly Rouge kam zum Vorschein. Einfach hammer.

Das Spiel war genial, auch wenn es zuerst gar nicht danach aussah. Die Münchner führten durch einen Elfmeter mit 1:0. Benny Lauth traf zur Führung. Anfang der zweiten Halbzeit gab es leider auch schon das 0:2, durch ein Eigentor von Schindler. Sehr ärgerlich, da ich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf ein Unentschieden gehoffte. Wenn überhaupt. Aber, dass die Mannschaft aber mit Vollgas zurückkommen würde, hätte ich nicht gedacht. Schindler war am Anschlusstreffer von Ebbers in der 56. Minute maßgeblich beteiligt. Ebbe spielte nach seiner Armverletzung noch mit der Schiene, doch das hinderte ihn nicht daran, den Ball aus 6 Metern zu versenken. Nur eine Minute später folge ein schöner Angriff von Bartels, der auf den freistehenden Sebastian Schachten spielt. Ball rein, 2:2. Während des Spiels schaute ich immer wieder zur Nordkurve, zu den Plätzen meiner Eltern. Ich konnte nur einen bulligen Kerl erkennen, in 1860-Kutte, der sich mit meinem Vater unterhielt. Hoffentlich, diskutieren die da nicht rum, dachte ich. Vaddern kann das ja gar nicht ab, wenn er doof angelabert wird und zankt sich dann ganz gerne. Aber als St. Pauli Fan im Gästeblock? Auweier. Hoffentlich ging das gut. Doch das Spiel hatte mich wieder. Vielleicht sogar noch ein Sieg, war mein Gedanke. Vielleicht auch nicht… Mindestens ein Punkt, war die Hoffnung. Es dauerte auch nur weitere 8 Minuten, als das nächste Tor fiel. Max Kruse traf zur Führung. Der schönste Angriff, den ich seit langem gesehen habe, folgte 10 Minuten später. Kruse, lief alleine über die gesamte Münchner Hälfte. „Spiel ab!“ rief ich. Aber das brauchte er nicht. Er ließ die Abwehrspieler einfach stehen und zauberte uns das 4:2 hin. Es ist unglaublich! Da liegst du 0:2 hinten und drehst das Spiel 4:2! Das wir alle Kopf standen, war ja wohl klar. Nach dem Spiel analysierten wir die Partie noch bei einem kalten Astra und wären am liebsten gar nicht mehr fortgegangen. Im Anschluss telefonierte ich noch mit meinen Eltern und fragte, was da bei denen abging. Ob alles in Ordnung sei, oder ob es Stress gab. Meine Ma erzählte mir dann noch, dass die sich mit dem 60er super verstanden haben. Blöd rumgeschnackt und sogar gegenseitig Bier ausgegeben haben. Konnte ich ja nicht ahnen, war zu weit weg. Denn von der Süd sah es aus, wie wildes Rumgefuchtel. Also alles cool!   Forza SANKT PAULI! – Christoph

St. Pauli – MSV Duisburg 11/12

September 20, 2011

Millerntor ROAR, baby!

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Feierabend, raus aus der Firma und ab in Richtung Stadion. Am Montagabend stand das Spiel gegen den Meidericher Spielverein aus Duisburg an. Gegen 18:20 Uhr kam ich am Südkurvenplatz an und habe sofort Benny und Maik getroffen. Ein Bierchen aufgemacht, dann ging es für mich gleich weiter, rein ins Stadion, Banner aufhängen und so’n Kram. Die anderen beiden blieben noch auf dem Südkurvenplatz, denn Sie trafen sich mit Natascha und ihrer Schwester, die wir beim letzten Heimspiel kennengelernt haben. An der Haupttribüne konnte man das „Fußballfans-gegen-Homophobie“-Banner erkennen. Dieses Banner ist von der Abteilung Aktive Fans des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin. Eine sehr gelungene Idee, wie ich finde. Denn dieses schöne Stück Stoff geht durch das ganze Land auf Reisen. In Hamburg war es z.B. schon bei Altona 93 und bei Victoria zu sehen. Es kommt leider immer wieder zu homophoben Sprüchen im Stadion und nicht nur beim FC St. Pauli sollte man den Leuten klar machen, dass solche Äußerungen beim Fußball (auch sonst nirgendwo) nichts zu suchen haben. Auf http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de findet ihr mehr zu diesem Thema.

Als das Vereinslied der Duisburger lief, war ich sehr enttäuscht. Es lief gar nicht der altbekannte Zebra-Twist, auf den ich mich immer freue, wenn wir gegen die Blau-Weissen spielen. Irgendein anderes Gedudel wurde abgespielt… Den Zebra-Twist habe ich 2003 liebgewonnen, als wir im letzten Heimspiel vor dem Abstieg in die Regionalliga gegen Duisburg spielten. Ich dachte an die verkorkste Saison zurück, dann lief da dieses Lied. Ich dachte nur, so schlecht geht es uns ja gar nicht. Wir steigen zwar ab, aber die haben ihr beknacktes Lied. Die ganzen 90 Minuten hatte ich diesen Song im Kopf und siegten damals auch noch 4:0. Im vorletzten Spiel und ich dachte noch: „Warum nicht die ganze Saison so?“
Ein 4:0 sollte es diesmal nicht werden, denn spielerisch… ach vergiss das Spielerische. Beim Einlaufen der Mannschaften dachte ich, wir spielen gegen Wolfsburg. Denn der MSV lief ganz in grün auf. Aber so richtig interessant wurde es in der 33. Minute. Da kam Max Kruse über die linke Seite und passte quer auf Schindler. Hätte nicht gedacht, dass er den Ball unter Kontrolle bekommt, doch dann zog er ab und es stand 1:0. Schön war nicht nur die Führung, sondern auch der Hamburger Abendhimmel. Dieser verfärbte sich nämlich mehr und mehr in einem wunderschönem rot.
Das ein paar Minuten später die Duisburger ausgeglichen haben… geschenkt. Auch wenn ich daraufhin bis kurz vorm Schluss mit einem Unentschieden gerechnet habe. Bis in der letzten Minute, nein… ich meine Sekunde (und das war das einzig wichtigste, im ganzem Spiel) Als Daube den Ball auf der rechten Seite bekam und auf Fin Bartels quer legte, der den Ball einschob. HEFTICH! Was folgte, war der wohl krasseste Torjubel am Millerntor, seit dem Tor von Boll gegen den hsv. Alle haben sich schon mit einem Unentschieden zufrieden gegeben und dann kommt so ein Ding in der aller, allerletzten Minute!!! Ich könnte die ganzen Torchancen oder generell über den Spielverlauf schreiben, aber das eine Tor macht es überflüssig. Nach dem Jubel fand ich mich auf einmal zwei, drei Reihen weiter unten wieder. Manchmal sind es diese kleinen Momente. Momente, in der letzten Sekunde, die 24000 Menschen zum ausrasten bringen. Millerntor ROAR, baby! – Christoph

St. Pauli – Alemannia Aachen 11/12

August 16, 2011

Back to the roots!

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Freitagabend und ein Flutlichtspiel, schöne Sache. Aber Moment mal… wäre da nicht diese beknackte Anstoßzeit. 18 Uhr, wie ich es hasse.  Ich hatte Glück, da ich sowieso frei hatte, auch Benny hatte früh Feierabend. Mit ihm traf ich mich an der Haltestelle Kellinghusenstraße und so machten uns schon mal auf dem Weg zum Stadion. Fanräume-Zeitung gekauft, Bierchen getrunken, dann kam auch Maik nach. Wie gesagt, scheiß Anstoßzeit, da er kurz vorher noch arbeiten musste. Andere Fans kommen bei dieser Zeit wohl noch später am Stadion an.

Mit Alemannia Aachen kommt ein Verein ans Millerntor, der vor nicht allzu langer Zeit das gemacht hat, was die VFB Stuttgart Fans von ihrem Verein seit längerem fordern. Nämlich, dass das Vereinswappen zu den ursprünglichen Wurzeln zurückkehrt.  Sollten sich die Schwaben vielleicht ein Beispiel dran nehmen.

Noch ein Schluck vom Bier, dann ging es rein. Die Ordner scheinen wohl eine Ansage von „oben“ bekommen zu haben, die Dauerkarten genauer zu kontrollieren. So mussten nicht nur Fans mit ermäßigten Karten einen entsprechenden Nachweis vorzeigen (was schon vorher ab und zu üblich war) sondern auch Vereinsmitglieder wie ich. OK, es tut nicht weh. Aber als ich dann noch den Mitgliedsausweis mühevoll hervorgekramt habe, sollte ich auch noch meinen Personalausweis vorzeigen. Ist mir eine Spur too much. Oben angekommen, hab ich auch gleich die erste Ausgabe von „basch“ erworben. Das ist das Nachfolger-Heft der Gazetta. Ich habe noch nicht viel gelesen. Doch auf dem ersten Blick sieht es so aus, als würde man auch hier zurück zu den Wurzeln kehren. Es erinnert sehr als alte Ausgaben der Gazetta. Ein Farb-Cover gibt es nun nicht mehr. Hat es auch gar nicht nötig. Denn die ersten Zeilen überzeugen ohne große Schnörkeleien.

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Harald Stender. Mir kommt die Schweigeminute immer gar nicht wie eine ganze Minute vor. Und ich finde, die könnte in Zukunft auch ein paar Sekunden länger sein. Denn schließlich haben die Verstorbenen es verdient, dass man noch einmal in sich geht und an sie gedenkt.
Das Spiel… haha, fragt mal Erik Meijer, wie er das Spiel fand. Schön war es nicht, aber es hat für ein 3:1 gegen die Alemannen gereicht. Ich hatte schon so ein Gefühl, das Aachen das erste Saisontor gegen uns schießen wird. War ja auch wieder typisch, dass wir dafür herhalten. So führten die Schwarz-Gelben ab der 7. Minute mit 1:0. Es geschah auch nicht viel, bis Max Kruse einen langen Pass aus dem Mittelfeld bekam. Sein Abschluss sorgte für den Ausgleich. Richtig bitter wurde es für Ebbers, der nach einem Schuss so unglücklich fiel, dass er sich den Arm verdrehte. Im Stadion konnte ich es kaum erkennen, aber die Fernsehbilder sahen schon echt übel aus. Für ihn kam Saglik ins Spiel. Den Ausgleichstreffer gab es dann noch kurz vor der Halbzeit von Bruns, durch einen Foulelfmeter. Gutgelaunt ging es in die Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit dauerte es ein wenig, bis etwas passierte. Unter anderem hatten Takyi und Schachten die Chancen nicht genutzt, die Führung weiter auszubauen. Und auf der anderen Seite durfte auch Tschauner nochmal zeigen, was er so kann. Junglas von Aachen bekam in der 88. Minute noch die gelb-rote Karte für ein Foul an Boll. Der Druck auf das Aachener Tor erhöhte sich nun. Besonders als Saglik den Ball aus einer guten Position an die Latte knallte. Bloß keinen Ausgleichstreffer kassieren dachte ich. Aber so weit kam es nicht.  Denn Kruse machte mit dem 3:1 in der 90. Minute alles klar. Ein Sieg, schönes Wetter und gute Stimmung. Was will man mehr?
In meinem Kopf setzte sich nun endgültig der Ohrwurm der abgewandelten Version von Teenager Liebe (Ich liebe dich, ich träum von dir. In meinen Träumen, bist du Europacupsieger. Doch wenn ich aufwach, dann fällt mir wieder ein, spielst ganz woanders, in Liga Zwei) fest. – Christoph

St. Pauli – FC Ingolstadt 04

Juli 18, 2011

Sun is shining.

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Ein Spiel in Lübeck, das ist nun also die Strafe für den Becherwurf vom Schalke-Spiel. Hoffentlich bekommen wir dafür überhaupt Karten, dachten wir. Denn das Stadion an der Lohmühle ist nicht sehr groß und zudem wurden nur 12000 Zuschauer zugelassen. Den ersten Verkaufstag konnte ich aufgrund der Arbeit leider nicht nutzen. Ein wenig Panik bekam ich, als ich übers Internet erfuhr, dass schon ca. 3000 Karten weggingen und die Leute lange anstehen mussten. Am zweiten Verkaufstag wollte ich in der Mittagspause beim Kartencenter vorbeischauen und bekam locker und ohne große Wartezeit eine Karte für Benny, meinen Bruder und mich. Viele Dauerkarteninhaber nutzten die Chance dann nicht, eine Karte für das Spiel zu erwerben. So haben wir noch im freien Verkauf welche für Freunde besorgt, die spontan mitwollten.
Es bleibt aber schon die Frage, warum so viele Leute dann doch nicht nach Lübeck wollten. Klar, es ist Ferienzeit in Hamburg, aber es sind ja nicht alle weg. Zudem war es doch mal die Gelegenheit für die Boah-bei-Pauli-ist-alles-kultich-ich-hätte-gern-eine-Dauerkarte-Hoschis ein Punktspiel vom FC in nicht allzu weiter Entfernung zu erleben. Aber ein Spiel gegen Ingolstadt in der zweiten Liga, ist dann wohl nicht ganz so kultich. Sollen die doch zu Hause bleiben, mir auch Recht. Aber von einigen Dauerkarteninhabern / Vereinsmitgliedern hatte ich schon mehr erwartet.

Am Samstag den 16.07.2011 ging es dann los. Das erste Punktspiel der neuen Saison stand an und der Wecker klingelte mich aus dem Bett. Hab den Rucksack geschnappt, Banner und eine Flasche Wasser verstaut und ab ging es. Am Bahnhof Poppenbüttel Maik und zwei weitere Freunde getroffen und weiter ging es nach Altona. Dort trudelten auch kurz darauf Benny und seine Freundin Jasi ein. Im Sonderzug war schon gut was los, als wir ankamen. Bei der Abfahrt meldete sich auch schon der gutgelaunte Zugführer. Mit einem Hamburger Schnack (ein wenig Werner-like) begrüßte er uns und erlaubte zudem das Rauchen im ganzen Zug. Ein sympathischer Kerl, wobei mir das Rauchen als Nichtraucher ja egal ist. Aber er kam nicht so trocken rüber wie ein 0815-Alles-Scheiße-DB-Mitarbeiter. Die Fahrt nach Lübeck verging rasend schnell. Ich glaube, von Poppenbüttel nach Altona fuhren wir genauso lange.

Als wir in Lübeck ankamen, schien uns auch gleich die Sonne ins Gesicht. Auf dem Weg zum Stadion trafen wir noch viele bekannte Gesichter von Magic St. Pauli, den Simulanten und Nord Support. Das ließ die Freude noch weitersteigen und spätestens da wusstest du, es geht wieder los. Sankt Pauli hat dich wieder. An der Lohmühle war ich selbst noch nie. Wollte 2002 einmal hin, war aber im letzten Moment doch noch verhindert. Zum Glück, so blieb mir die 0:6 Niederlage erspart. Beim Einlass gab es keine Probleme. Aber wenn ich es richtig erkannt habe, gab es zu der Tribüne hinter dem Tor, nur von einer Seite einen Zugang. Auch zu den Blöcken selbst, A und B, gab es nur einen Zugang. Da staut es sich dann schon ein wenig. Weiss nicht, was der VFB in Petto hat, wenn es mal zur Panik kommen sollte. Unser Banner konnte ich vom Innenraum an den Zaun tüdeln, was zu trinken wurde besorgt und dann sollte es auch bald losgehen. Die erste Halbzeit hatte Maik fast komplett verpasst, weil er vor dem Anpfiff noch kurz aufs Klo musste und uns netterweise noch was zu trinken mitbringen wollte. Als er dann kurz vor Ende der Halbzeit wieder kam, fluchte er nur noch über das Catering. Weitere Erklärungen waren nicht nötig.
In der ersten Halbzeit war schon viel Gutes zu erkennen. Lange Pässe und gute Kombinationen. Allerdings fehlte noch der Feinschliff im Abschluss, so dass es noch zur Pause 0:0 stand. Im zweiten Durchgang zeichnete sich auch hier wieder unsere Mannschaft, durch tollen Spielaufbau aus.  In der 51. Minute flog der Ball dann auch ins Tor, als Fabian Boll per direkten Freistoß traf. Schönes Ding! 1:0! Danach ging es direkt weiter mit schönem Kombinationsspiel von Naki. Was mir in der ersten Liga bei ihm zu verspielt aussah, nimmt so langsam richtig Form an. Die Abläufe wirken nun mehr durchdacht und es ergeben sich bessere Chancen.  Die Ingolstädter kamen kurz darauf auch wieder zu einigen Chancen. Doch die Endstation hieß Tschauner. Ein richtig guter Torwart, der einige Bälle im Spiel super gehalten hatte. In der 69. Minute durfte Boll dann wieder den Ball aus 18 Metern versenken.  BÄMM! Doppelpack! Es gab noch eine hundertprozentige Chance von Saglik, als er alleine aufs Tor stürmte. Aber Diese ging leider nicht rein. Es blieb beim 2:0, reicht auch finde ich. Die Stimmung hätte im Allgemeinen aber besser sein können. In der Mitte der Kurve ging schon gut was ab. Aber am Rand war leider total tote Hose.  Nach dem Spiel ging es noch ganz entspannt zum Supermarkt Getränke kaufen und weiter Richtung Lübecker Hauptbahnhof. Auf dem Heimweg wurde sich dann ausgeruht, ein wenig gefeiert, geschnackt und dem lustigen Zugführer zugehört. Als wir in Altona ankamen, stieg Dieser aus und hatte einen St. Pauli-Celtic Schal um. Guter Mann der Lokführer.

Wir nehmen mit:

-          Eine lustige Bahnfahrt
-          Einen 2:0 Sieg
-          Sonnenbrand

Sommerpause

Juni 13, 2011

Ja ich weiss, die Sommerpause ist schon länger im vollem Gange. Und der ein oder andere wird sich schon gefragt haben, warum wir uns nicht mehr gemeldet haben. Zum einem kam ich kaum dazu Berichte zu schreiben, ins Forum zu gucken oder Mails zu beantworten. Zum anderem muss ich sagen, dass mich die Saison ziemlich ausgelaugt hat. Eine Saison mit Höhen und Tiefen, wie sollte es auch anders sein bei St. Pauli. Gerade nach dem Derby-Sieg sah man, wie der Kontrast Höhenflug und Absturz nah beieinander liegt. Allerdings muss man auch sagen, dass es ein anderer Abstieg ist als 2002. Damals wurde man quasi von Anfang an (bis auf wenige Ausnahmen) durchgereicht. Diesmal hatte die Mannschaft Potenzial, den Klassenerhalt zu schaffen. Doch das Schicksal wollte es, das sich im Training immer mehr Spieler verletzten, bis es immer weiter abwärts ging.
Nun steht fest, die nächsten Gegner der kommenden Saison heißen Rostock, Dresden, Braunschweig und Co.
Am Ende der Saison war ich ein wenig froh, dass nun Sommerpause ist. Den Kopf frei kriegen von der turbulenten  Saison, von provokanten Logenbesitzern und von Stanis und Trullers Abschied. Aber ich freue mich auch ein wenig auf die neue Saison. Nicht auf die Anstoßzeiten, die sind wieder für’n Arsch. Aber mit André Schubert als Chef- und Jan-Moritz Lichte als Co-Trainer wird ein neues Kapitel in der sportlichen Abteilung aufgeschlagen. Beide kommen mir persönlich bislang sehr sachlich und sympathisch rüber. Gespannt bin ich auch auf die Neuzugänge und dessen spielerischen Einfluss. Mit Tschauner haben wir eine Nummer Eins und ich bin sehr froh, dass er zu uns ans Millerntor gekommen ist, da ich ihn für einen recht begabten und sympathischen Torwart halte. Weitere Neuzugänge sind Lasse Sobiech aus Dortmund,  Sebastian Schachten aus Paderborn und Patrick Funk aus Stuttgart. Sobiech und Funk sind beide U-21 Nationalspieler, somit bin ich ganz glücklich, dass die Philosophie junge talentierte Spieler ans Millerntor zu holen weitergeführt wird. Wahrscheinlich wird man aber auch erstmal abwarten, wie die neue Mannschaft zusammenspielt. Ich wäre nicht traurig, wenn wir nicht sofort wieder aufsteigen sollten. Hätte, aber auch wieder nichts dagegen. – Christoph

Ein Stück St. Pauli geht

April 21, 2011

Jetzt ist es bekannt und alle wissen Bescheid. Holger Stanislawski wird den FC St. Pauli zusammen mit André Trulsen und Klaus-Peter Nemet verlassen. Zusammen nehmen sie eine neue Herausforderung in Sinsheim an. Der Abgang von Stani, wurde schon Wochen vorher in den Medien kommuniziert. Man konnte sich also ein wenig darauf einstellen. Trotzdem war ich sehr traurig, als es richtig offiziell bestätigt wurde. Denn ohne Stani kenne ich den FC St. Pauli noch gar nicht. Seit 1995 bin ich nun Fan unseres geliebten Vereins und seitdem waren auch beide Spieler immer dabei. Ok, Trulsen hörte ja schon 2002 nach dem Abstieg aus der ersten Liga als Spieler bei uns auf. Er wechselte nach Kiel, um dann anschließend wieder zu uns zurückzukehren. Zusammen mit Stani bildete er das wohl kompetenteste Trainer-Gespann, das St. Pauli jemals hatte. Unter ihrer Leitung wurde 2007 der Aufstieg von der Regional- in die 2. Liga perfekt gemacht. Drei Jahre später dann der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Stani und Truller, diese beiden passen einfach zu uns… zu uns, dem FC St. Pauli. Sie sind authentisch, ehrgeizig, können rumflachsen ohne Respekt zu verlieren. Besonders Stani hat schon als Spieler die Sachen auf den Punkt gebracht (Interview 2002 nach dem 0:6 gegen Lübeck, auf die Frage zur eigenen Leistung: „Das war einfach desolat“) Unvergessen auch die Aufstiegsfeier 2001 mit dicker Zigarre im Mund. Gern erinnere ich mich an seinen letzten Einsatz 2004 als Spieler zurück, oder an das gemeinsame Abschieds-Spiel für ihn und Trulsen 2005.

Es fällt mir schwer, die Zukunft ohne die beiden vorzustellen. Gleichzeitig kann ich auch die Entscheidung über einen Wechsel verstehen. Die Trainer haben ja keine Fanbrille auf, sondern möchten sich auch im Job weiter voranbringen. Gut, die meisten von uns hätten sich wahrscheinlich gewünscht, dass es nicht gerade der Retortenverein aus Sinsheim werden würde. Aber ich denke mal, dass in Hoffenheim nicht die schlechtesten Arbeitsbedingungen für einen Trainer herrschen. Der Club hat Geld, wahrscheinlich top Trainingsplätze und eine unkritische Fanszene. Gleichzeitig wird der Druck ein anderer sein, als beim FC St. Pauli. So langsam wollen sie international Spielen. Bei uns reicht ein Klassenerhalt in der Bundesliga schon aus, um alle in euphorische Stimmung zu bringen.

Wir wünschen Stani, Truller und KaPe für die Zukunft alles Gute! Vielleicht kommt ihr ja irgendwann wieder, weil euch der gute alte Kiezclub fehlt! – Christoph

Bayer 04 – St. Pauli

April 13, 2011

So ein Mist!

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Ach ist das schön, um 15:30 Uhr erstmal Gladbach – Köln gucken und direkt im Anschluss Leverkusen – St. Pauli! Da freut sich die couch potatoe vor dem Fernseher. Und die Auswärtsfans freuen sich immer besonders, wenn sie ein Spiel an einem Sonntagabend sehen können. Heeey… Begeisterung! Am besten ist immer das späte nach Hause kommen, da Fußball-Fans auch nicht zur Schule müssen und Arbeit haben sie sowieso alle nicht *nerv*
Wir machten uns also auf den Weg nach Leverkusen. Da ich eine Karte über hatte, kam David aus meiner Firma mit. Was Fußball angeht, ist er eher der stille und neutrale Beobachter. Beim hsv war er bisher ein paar Mal, aber bei einem Spiel der Braun-Weissen noch nicht. Wir wollten uns U-St. Pauli treffen um dann mit dem Fanladen-Bus nach Leverkusen zu fahren. Er wartete schon oben an der Station als er mich anrief und fragte, wo ich sei. Es war kurz vor 10 Uhr und ich steckte noch im Busersatzverkehr zwischen Kellinghusenstraße und Schlump fest. So ein Mist! Ich benutze nicht oft die U-Bahn, eigentlich nur um zum Stadion zu kommen. Daher hab ich irgendwelche Mitteilung bezüglich des Ersatzverkehrs nicht mitbekommen. Ich kam also viel zu spät am Treffpunkt an. Und als ich die Treppen vom Bahnsteig hochsprintete, sah ich auch schon die Fanladenbusse direkt vor meiner Nase vorbeifahren. So ein Mist! Doch Glück im Unglück, denn Benny, Maik und Denise wollten mit dem Auto nach Leverkusen runterfahren und sich sowieso erst um 11 Uhr in Barmbek treffen. Ein kurzes Telefonat mit denen und wir beschlossen (da wir nun zwei mehr waren) mit Davids größerem Auto gemeinsam runter zu fahren. Also wieder zurück nach Barmbek, das Auto geholt und die anderen eingesammelt.
Die Fahrt nach Leverkusen verlief ganz gut. Keine Staus, kamen flott voran und haben nur zwei kleine Pausen gemacht. Als wir in der Pillenstadt ankamen, tankten wir noch einmal voll auf. An der Tankstelle vernahm ich auch gleich ein „Haut sie wech, den scheiß Plastikclub“ gesprochen im Kölner Akzent. Ich drehte mich um und ein älterer grinste zu uns rüber. „Alles klar“ antworteten wir!
Danach haben wir gleich einen Parkplatz in Stadionnähe gesucht. Naja, so wirklich nah dran an der Arena, äh am Stadion war unser Parkplatz dann doch nicht. Drei Kilometer mussten wir mit dem Bus-Shuttle zurücklegen. Bevor dieser losfuhr, stand der noch eine Weile rum. Ein Ordner schloss immer wieder die Tür um sie nach zwei Sekunden wieder für ankommende Fans zu öffnen. Warum er die Tür immer wieder zumachte, verstand keiner. Auf, zu, auf, zu… bestimmt 10 Minuten lang. Der Bus füllte sich immer mehr mit Fans aus Hamburg und Anhänger der Pillenkicker. Alles sehr friedlich. Allerdings fiel mir auf, dass die Leverkusener fast alle gleich aussahen. Geschätzte 99% liefen mit dem aktuellen Trikot rum. Kaum einer hatte was anderes von seiner Lieblingsmannschaft an. Sah irgendwie eintönig aus.
Am Stadion angekommen, noch eine Wurst und ein Bier holen. Ähäh.. Bargeld is nich! Kartenbezahlsystem ist angesagt, der Traum eines jeden Auswärtsfan. So ein Mist! David holte dann doch so ein blödes Plastikteil. „5€ Pfand kommen noch hinzu“ sagte der Typ am Schalter. „Achso, die muss man auch wieder zurückgeben?“ antwortete David. Der Schaltertyp: „Nicht wenn du der Meinung bist, das ihr nächste Saison auch noch hier spielt“ Haha, sehr lustig….
Maik, Denise und Benny gingen in den unteren Gästebereich, für David und mich ging es in den Oberrang. So sieht sie jetzt also nach dem Umbau aus, die Arena… äh das Stadion. Die Logenwand hinter dem Tor ist geblieben. Die Sitze sind nun alle rot, ein Oberrang wurde raufgesetzt und noch mehr Logen in die Tribünen gebaut. Einzigartig in Deutschland ist wohl der Stehplatzbereich der Heimfans. Nicht hinter dem Tor, sondern in einer Ecke zwischen Kurve und Geraden gequetscht. Naja, wenn die sich da wohl fühlen, mein Ding wär das nicht.

Das Spiel war mal wieder nicht so toll. Leverkusen machte phasenweise echt Druck, aber wir hielten die Null. Teilweise hatten wir Glück das Bene gut reagierte, und manchmal hatten die Leverkusener den Ball einfach danebengehauen. 0:0 bis Zur Halbzeit, aber nach der Pause, kamen wir besser ins Spiel. Bis zur 58. Minute als Bruns über die rechte Seite kam, nach innen spielte und Takyi den Ball ins Tor versenkte. Nach der 1:0 Führung für uns, kam aber Leverkusen wieder mehr in die Gänge. In der 66. Minute war es dann auch soweit. Derdiyok  spielte auf Kießling, der zum Ausgleich traf. So ein Mist! Naja, vielleicht halten wir ja das Unentschieden, dachte ich. Das wäre schon mehr als ich erwartet hatte. Aber es sollte nicht sein. Genau 11 Minuten später kam Bender zur Torchance und nutzte diese auch. Bene sah dabei leider nicht gut aus, da sich der Ball noch unter ihm wegrollte. So ging das Spiel auch mit 1:2 verloren. So ein Mist! Es ist echt ätzend. Du denkst, so viele Niederlagen in Folge kann es doch gar nicht geben und dann kommt immer noch eine obendrauf.
Danach ging es wieder runter, die anderen einsammeln und zum Bus-Shuttle. Immerhin kamen in unserer Gegenwart keine Provokationen der Leverkusener, da der Bus wieder voll mit Fans beider Mannschaften war. Anschließend ging es mit dem Auto wieder zurück Hamburg. Ein wenig nervig war das Navi, dass bei jedem Blitzer im Umkreis ein lautes „DIIING“ von sich gab. Es meldete sogar Blitzer, die in irgendwelchen Nebenstraßen und nicht direkt auf unserer Strecke waren. War man als Beifahrer gerade ein wenig eingedöst, konnte man sicher sein, dass das Navi einem wieder aus den Träumen riss. Wir wussten aber auch nicht, wie wir das Teil ausschalten konnten. So ein Mist! Um 1 Uhr kamen wir dann endlich zu Hause an und dann ging es ab ins Bett. – Christoph


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