Millerntor ROAR, baby!
Feierabend, raus aus der Firma und ab in Richtung Stadion. Am Montagabend stand das Spiel gegen den Meidericher Spielverein aus Duisburg an. Gegen 18:20 Uhr kam ich am Südkurvenplatz an und habe sofort Benny und Maik getroffen. Ein Bierchen aufgemacht, dann ging es für mich gleich weiter, rein ins Stadion, Banner aufhängen und so’n Kram. Die anderen beiden blieben noch auf dem Südkurvenplatz, denn Sie trafen sich mit Natascha und ihrer Schwester, die wir beim letzten Heimspiel kennengelernt haben. An der Haupttribüne konnte man das „Fußballfans-gegen-Homophobie“-Banner erkennen. Dieses Banner ist von der Abteilung Aktive Fans des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin. Eine sehr gelungene Idee, wie ich finde. Denn dieses schöne Stück Stoff geht durch das ganze Land auf Reisen. In Hamburg war es z.B. schon bei Altona 93 und bei Victoria zu sehen. Es kommt leider immer wieder zu homophoben Sprüchen im Stadion und nicht nur beim FC St. Pauli sollte man den Leuten klar machen, dass solche Äußerungen beim Fußball (auch sonst nirgendwo) nichts zu suchen haben. Auf http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de findet ihr mehr zu diesem Thema.
Als das Vereinslied der Duisburger lief, war ich sehr enttäuscht. Es lief gar nicht der altbekannte Zebra-Twist, auf den ich mich immer freue, wenn wir gegen die Blau-Weissen spielen. Irgendein anderes Gedudel wurde abgespielt… Den Zebra-Twist habe ich 2003 liebgewonnen, als wir im letzten Heimspiel vor dem Abstieg in die Regionalliga gegen Duisburg spielten. Ich dachte an die verkorkste Saison zurück, dann lief da dieses Lied. Ich dachte nur, so schlecht geht es uns ja gar nicht. Wir steigen zwar ab, aber die haben ihr beknacktes Lied. Die ganzen 90 Minuten hatte ich diesen Song im Kopf und siegten damals auch noch 4:0. Im vorletzten Spiel und ich dachte noch: „Warum nicht die ganze Saison so?“
Ein 4:0 sollte es diesmal nicht werden, denn spielerisch… ach vergiss das Spielerische. Beim Einlaufen der Mannschaften dachte ich, wir spielen gegen Wolfsburg. Denn der MSV lief ganz in grün auf. Aber so richtig interessant wurde es in der 33. Minute. Da kam Max Kruse über die linke Seite und passte quer auf Schindler. Hätte nicht gedacht, dass er den Ball unter Kontrolle bekommt, doch dann zog er ab und es stand 1:0. Schön war nicht nur die Führung, sondern auch der Hamburger Abendhimmel. Dieser verfärbte sich nämlich mehr und mehr in einem wunderschönem rot.
Das ein paar Minuten später die Duisburger ausgeglichen haben… geschenkt. Auch wenn ich daraufhin bis kurz vorm Schluss mit einem Unentschieden gerechnet habe. Bis in der letzten Minute, nein… ich meine Sekunde (und das war das einzig wichtigste, im ganzem Spiel) Als Daube den Ball auf der rechten Seite bekam und auf Fin Bartels quer legte, der den Ball einschob. HEFTICH! Was folgte, war der wohl krasseste Torjubel am Millerntor, seit dem Tor von Boll gegen den hsv. Alle haben sich schon mit einem Unentschieden zufrieden gegeben und dann kommt so ein Ding in der aller, allerletzten Minute!!! Ich könnte die ganzen Torchancen oder generell über den Spielverlauf schreiben, aber das eine Tor macht es überflüssig. Nach dem Jubel fand ich mich auf einmal zwei, drei Reihen weiter unten wieder. Manchmal sind es diese kleinen Momente. Momente, in der letzten Sekunde, die 24000 Menschen zum ausrasten bringen. Millerntor ROAR, baby! – Christoph