Wildes Rumgefuchtel
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Einigen von euch ist es wahrscheinlich schon aufgefallen. Unsere Berichte erscheinen in letzter Zeit ziemlich unregelmäßig und verspätet. Es liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe. Nur komme ich kaum zum Schreiben. Oft kommen andere Dinge dazwischen, oder man kommt von der Arbeit und fällt direkt ins Bett, weil man zu müde ist. Aber weil ich immer noch Bock drauf habe und weil mir noch tausende Sachen einfallen, die ich schreiben könnte, mache ich weiter.
Einigen interessiert es wohl nicht mehr, trotzdem schreibe ich noch über das Spiel gegen 1860. Ich hoffe, bald komme ich wieder regelmäßig dazu, euch mit meinen Texten zu verwirren.
Nach dem Aufstehen, ging es eigentlich auch schon los zum Stadion. Ok, dazwischen lag noch Duschen, Anziehen und Zähneputzen. Bei der frühen Anstoßzeit, macht man sich halt früh auf’m Weg. Meine Eltern sagten mir noch, dass sie auch hinfahren. Da der Freund von der Cousine meines Vaters (keine Ahnung, was die Cousine von Vaddern für mich ist… daher diese komische Beschreibung) ursprünglich aus München kommt, somit 60er ist und auch das Spiel im Stadion verfolgt. Meine Eltern nun mit, um auf gut Glück Karten zu bekommen. Sollte nichts gehen, würden sie das Spiel im Clubheim gucken. Am Poppenbüttler Bahnhof traf ich zunächst auf einen hsv-Fanclub (Rauten-Fieber) hab’s mir aber verkniffen, nach dem Ergebnis vom Bremen-Spiel zu fragen (höhö) Die waren aber relativ gut drauf. Keine Ahnung, warum die noch einen Tag nach dem Spiel da ne‘ Versammlung hatten. Da kam auch schon Maik und wir fuhren zum Stadion.
Auf dem Südkurvenvorplatz war verhältnismäßig wenig los. Klar, am Sonntagvormittag sind viele noch mit Familie, Frühstück, Schwiegereltern beschäftigt. Nach kurzer Zeit trudelte Benny ein und danach trafen wir auch schon die Familienbande. Meine Eltern haben es tatsächlich geschafft, Karten zu bekommen. Zum Normalpreis, aber für den Gästeblock (Nordkurve Sitzplatz). Ich hab meine Eltern daraufhin geraten, im Block nicht den „Dicken“ zu machen. Wir mögen es halt auch nicht, wenn die Gäste bei uns in der Süd Radau machen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit dem Gästeanhang auf der Südkurve extrem gebessert hat. Zudem gab ich meiner Ma meine Kamera mit, um mal Bilder aus anderen Perspektiven zu haben.
5 Minuten vor dem Einlass war noch relativ wenig los. Ganz entspannt konnten wir nun einen kleinen Zwischengang zwischen Schwimmbad und der Kita nutzen, um zum Eingang zu gelangen. Nach einigen Minuten ließen uns die Ordner ins Stadion und das Übliche nahm seinen Lauf. Banner antüddeln und restliche Leute auf der Kurve begrüßen. 10 Minuten vor dem Spiel bekam ich ein Anruf von Ma auf’m Handy. Sie winkte herüber um zu zeigen, wo sie saßen. „Huhu, hier sind wir. Aber ich kenne die Lieder gar nicht, die sie singen!“ sagte sie. „Ma, du bist im Gästeblock, die singen unsere Lieder nicht!“ – „Oh!“ Sehr schön J Das Motto des Tages hieß Jolly Rouge. Es galt weiterhin ein Zeichen zu setzen, gegen Kommerzialisierung, Susis Loge und anderen Mist, der mit dem FC St. Pauli nichts zu tun hat. Dementsprechend wurden wieder viele rote Fahnen und Schals hochgehalten. Eine wunderschöne Choreo wurde auf der Süd durchgeführt. Kurz vor dem Spiel war auf der Süd alles braun weiss. Pünktlich zum Anpfiff, verwandelte sich alles in rot und der Jolly Rouge kam zum Vorschein. Einfach hammer.
Das Spiel war genial, auch wenn es zuerst gar nicht danach aussah. Die Münchner führten durch einen Elfmeter mit 1:0. Benny Lauth traf zur Führung. Anfang der zweiten Halbzeit gab es leider auch schon das 0:2, durch ein Eigentor von Schindler. Sehr ärgerlich, da ich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf ein Unentschieden gehoffte. Wenn überhaupt. Aber, dass die Mannschaft aber mit Vollgas zurückkommen würde, hätte ich nicht gedacht. Schindler war am Anschlusstreffer von Ebbers in der 56. Minute maßgeblich beteiligt. Ebbe spielte nach seiner Armverletzung noch mit der Schiene, doch das hinderte ihn nicht daran, den Ball aus 6 Metern zu versenken. Nur eine Minute später folge ein schöner Angriff von Bartels, der auf den freistehenden Sebastian Schachten spielt. Ball rein, 2:2. Während des Spiels schaute ich immer wieder zur Nordkurve, zu den Plätzen meiner Eltern. Ich konnte nur einen bulligen Kerl erkennen, in 1860-Kutte, der sich mit meinem Vater unterhielt. Hoffentlich, diskutieren die da nicht rum, dachte ich. Vaddern kann das ja gar nicht ab, wenn er doof angelabert wird und zankt sich dann ganz gerne. Aber als St. Pauli Fan im Gästeblock? Auweier. Hoffentlich ging das gut. Doch das Spiel hatte mich wieder. Vielleicht sogar noch ein Sieg, war mein Gedanke. Vielleicht auch nicht… Mindestens ein Punkt, war die Hoffnung. Es dauerte auch nur weitere 8 Minuten, als das nächste Tor fiel. Max Kruse traf zur Führung. Der schönste Angriff, den ich seit langem gesehen habe, folgte 10 Minuten später. Kruse, lief alleine über die gesamte Münchner Hälfte. „Spiel ab!“ rief ich. Aber das brauchte er nicht. Er ließ die Abwehrspieler einfach stehen und zauberte uns das 4:2 hin. Es ist unglaublich! Da liegst du 0:2 hinten und drehst das Spiel 4:2! Das wir alle Kopf standen, war ja wohl klar. Nach dem Spiel analysierten wir die Partie noch bei einem kalten Astra und wären am liebsten gar nicht mehr fortgegangen. Im Anschluss telefonierte ich noch mit meinen Eltern und fragte, was da bei denen abging. Ob alles in Ordnung sei, oder ob es Stress gab. Meine Ma erzählte mir dann noch, dass die sich mit dem 60er super verstanden haben. Blöd rumgeschnackt und sogar gegenseitig Bier ausgegeben haben. Konnte ich ja nicht ahnen, war zu weit weg. Denn von der Süd sah es aus, wie wildes Rumgefuchtel. Also alles cool! Forza SANKT PAULI! – Christoph
September 23, 2011 um 6:09 am |
nettes ding.
.
und dennoch, jede ausrede, egal wie wichtig sie ist, ist eine ausrede
also, zeitnah
jens
September 27, 2011 um 9:42 pm |
Du hast ja Recht