St. Pauli – Erzgebirge Aue 11/12

Trinkt mehr Wasser!

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Freitag, schönes Wetter und Fussball. Eigentlich eine gute Mischung, wenn man zudem noch einen halben Tag frei hat. Ok, den halben Tag musste ich mir nehmen, weil die Spielbegegnung wieder auf eine beknackte Uhrzeit gelegt wurde. Und weil ich nichts verpassen wollte, wurde halt ein halber Urlaubstag geopfert. Was tut man nicht alles für den magischen FC? So bummelte ich gegen 13 Uhr in der City rum. Ich hatte mir vorgenommen, von der Alster direkt zum Stadion zu laufen. War dann aber doch zu faul und fuhr mit der S-Bahn vom Jungfernstieg zum Hafen. Da wieder raus und mit der Kamera in der Hand weiter geschlendert. Hier und da ein paar Fotos gemacht und nach kurzer Zeit kam ich am Zirkusweg vorbei. Die dort ansässigen Büros tragen momentan ein kleines Post-it-Battle aus. Die Idee ist nicht neu und stammt eigentlich aus Frankreich. Zumindest machen sie die sterile Ecke etwas bunter. Der Weg führt mich weiter zur Reeperbahn und ein Blick auf die Uhr verriet mir: So viel fuckin‘ Zeit noch. Die anderen würden erst gegen 16 Uhr kommen. Aus lauter Langeweile ging ich gefühlte drei Mal um das Stadion herum. Ich kaufte mir was zu essen, ging durch’s Viertel und knipste fröhlich ein paar Bilder. Irgendwann landete ich dann noch im Fanladen, besorgte ein paar Sachen und ging weiter Richtung Stadion. So langsam füllte sich auch der Vorplatz und bis 16 Uhr passierte auch nicht mehr viel. Das Wetter passte noch immer, ich war voller Euphorie auf das kommende Spiel. Aue? Was sollen die uns schon anhaben können? Und dann noch zu Hause!
Am Einlass die üblichen Verdächtigen begrüßt und schon bewegten wir unsere Ärsche hinein. Maik besorgte noch den Kiezkicker und die (das? den?) Basch. Und siehe da unser Blog wurde im Zine (Basch) erwähnt. Wenn auch eher nebenbei, denn es war ein Artikel über St. Pauli Blogs zu finden. Wir wurden so gesehen nicht zu den Favoriten gezählt, aber immerhin aufgelistet. Das nicht viel über uns stand, ist aber auch nach vollziehbar. Es gibt Blogs, die sind uns meilenweit voraus, da dort einfach besser und regelmäßiger geschrieben wird. Aber hey, wir sind zumindest schon mal aufgefallen. Trotzdem ist bei uns noch viel Luft nach oben und wir machen noch nicht das daraus, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.

Das Spiel? Ach ja, das gab es ja auch noch. An eine Heimniederlage muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Es zeigt aber den Leuten, die glauben wir würden einfach so durch die Liga marschieren, dass es auch anders laufen kann. Immerhin hatte Ebbers den Führungstreffer erzielt. Es ist schön zu sehen, wie er nach seiner Ellenbogenverletzung wieder voll aufdreht und die Buden macht. Mit dem 1:0 ging es auch in die Pause und ich besorgte noch einmal was zu trinken. An dieser Stelle muss ich mal Werbung für den Viva Con Agua-Stand im Umlauf der Südkurve machen. Wenn euch die Warteschlange beim Bierstand zu lang ist, oder ihr euch generell über die teuren Getränkepreise ärgert, geht doch einfach mal zu den Mädels und Jungs am Wasserstand. Da bekommt ihr für eine Spende, lecker was zu trinken. Kostet nicht viel, schmeckt gut und ihr tut nebenbei auch was Gutes. Alle hin da!!!

Hälfte Zwei? Ach ja, die gab es ja auch noch. Aue zog immer mehr an und kam zu einigen Chancen. Bei einer verletzte sich Lasse Sobiech, als er in der 53. Minute bei einer Rettungsaktion gegen den Pfosten prallte. Anschließend kam Funk für ihn ins Spiel. Das Spiel lief gut eine Stunde, da kam Aue über die linke Seite, ein schneller Pass in die Mitte und Tor. Da war das 1:1. Es dauerte auch nur weitere neun Minuten, da machte Tobias Kempe das 2:1 für die Mannschaft aus dem Erzgebirge. Es ist erschreckend, wie einfach er durch unsere Abwehr kam. Unsere paar Chancen wurden einfach nicht konsequent genutzt. Aue machte viel mehr draus, so dass Könnecke nur noch zwei Abwehrspieler und Tschauner vor sich hatte und den Ball locker reinschießen konnte. DAMN! Aue führte nun schon mit zwei Toren Unterschied und es schien gelaufen zu sein. Das dachten wohl einige Zuschauer auf der Haupttribüne, die in großen Schaaren abzogen. Ja, Hauptsache immer schön erfolgreich spielen, dann macht die „Pauli Paadyy“ auch Spaß. Aber wehe, es läuft nicht wie gewünscht, dann gehen wir. Ein absolutes Kackverhalten, dass unsererseits mit Pfiffen quittiert wurde. Diejenigen, die dablieben, haben uns beim Support und damit auch die Mannschaft weiterhin unterstützt. Leider hat es nur noch zu einem Anschlusstreffer von Saglik in der 90. Minute gereicht. Kurz darauf erfolgte auch schon der Abpfiff.
Kurz nach Spielende flog wohl wieder ein Becher, Richtung Schiedsrichter. Spätestens nach dem Vorfall vom Schalke-Spiel, kann ich so ein Verhalten schwer nachvollziehen. Gerade jetzt, in der Zeit wo unser Verein sowieso schon unter besonderer Beobachtung des DFB steht, ist so etwas selten dämlich. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe der FC St. Pauli diesmal aufgebrummt bekommt. Trotzdem bin ich generell gegen eine Hexenjagd, gegenüber dem Werfer. Es ist und bleibt eine doofe Aktion, ja. Aber mehrere Hunderttausend Euro von einer Einzelperson zu verlangen (wie es z.B. oft in der Mopo stand) geht meiner Meinung gar nicht. Jetzt nicht juristisch gesehen, sondern eher menschlich.

Zum Abschluss steht fest, dass es noch viel zu tun gibt, wenn man sich oben in der Tabelle halten will. Gerade unsere Abwehr, ist mir noch ein wenig zu wuselig. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs das in den Griff bekommen – Christoph

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