Archive for Mai 2010

St. Pauli – Celtic Glasgow

Mai 19, 2010

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St. Pauli and the Celts are here!

Endlich war es so weit! Celtic war da! Das Spiel worauf ich so lange gewartet habe. Ein Freundschaftsspiel gegen die Grün-Weissen war ja immer mal wieder Thema bei uns Fans in den vergangenen Sommerpausen. Jetzt zum 100. Geburtstag von unserem FC, freute ich mich besonders auf dieses Spiel. Schon im vergangenen Herbst waren wir dabei, als der HSV auf Celtic traf. Wir knüpften Kontakte, tauschten e-mail Adressen mit den Schotten und standen zusammen in der Kurve. Ein schöner Abend war das.

Für mich ging es gleich nach der Arbeit zum Millerntor. Melli sammelte mich auf dem Weg ein und zusammen trafen wir noch die anderen auf dem Südkurvenplatz. Zwei Stunden vor dem Spiel war schon viel los. Einige Bierchen wurden gekippt, dann ging es auch schon rein. Die Celtic und St. Pauli-Fans standen bunt gemischt im ganzen Stadion verteilt. Darüber hinaus hatten die Celtic-Supporter einen eigenen Gästebereich in der Nordkruve.

Das Stadion füllte sich weiter und im Gästeblock waren auch immer mehr Fahnen zu erkennen. Beim Einlaufen beider Mannschaften wurde im Gästeblock ein wenig gezündelt und ein Gratulations-Banner für St. Pauli präsentiert. Vor dem Anpfiff wurden dann auch offiziell die Abgänge verabschiedet. Um jeden Abgang fand ich es auch menschlich sehr bedauerlich. Während es bei Thomas Meggle schon voraus zu sehen war, kam zumindest für mich der Weggang von Jonathan Bourgault ein wenig überraschend. Andreas Biermann, Marc Gouiffe á Goufan, Patrick Borger und Morike Sako waren weitere Spieler, die unseren Verein verlassen werden. Alles sehr schade, da sie echt super Menschen sind. Walk on!

Das Spiel bzw. das Ergebnis ist Nebensache. Es wurde von Celtic mit 2:0 gewonnen. Insgesamt fand ich aber, dass einige unserer Spieler für ein Freundschaftsspiel zu hart in die Zweikämpfe gestiegen sind. Muss nicht unbedingt sein, aber es ist auch nichts Wildes passiert. Ein wenig unnötig war auch die Aktion, als eine kleine Leuchtkugel aus der Südkurve auf dem Platz flog. Bei einem Freundschaftsspiel finde ich ein wenig Rauch usw. nicht schlimm. Aber etwas direkt auf den Platz zu schießen, ist dämlich. Nach dem Spiel gab es mit beiden Teams eine Welle im Stadion und „You’ll never walk alone“ drang aus allen Kehlen.

Um den Abend gebührend abzuschließen tranken wir noch einige Bierchen auf dem Vorplatz. Die Spieler verließen auch recht früh das Stadion, so kam einer nach dem anderen aus dem Haupteingang der Südkurve. Melli und Zecke machten noch ordentlich Fotos mit Stani und Co. und ich lehnte mich gegen den Zaun, um die Szenerie zu beobachten. Insgesamt war es ein sehr schöner Abend. Jetzt ist erstmal Sommerpause, dann geht’s auch schon los mit der ersten Liga! – Christoph

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St. Pauli Allstars – FC United of Manchester

Mai 17, 2010

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Ivan komm nach Haus!

Unser Verein wird 100 und unser Fanclub 1 Jahr alt. Das ist doch mal was! Und weil es etwas zu feiern gibt, machten wir uns auf dem Weg zum Spiel gegen den F.C.U.M.
Für alle, die sich noch nicht mit dem „neuen“ englischen Verein vertraut gemacht haben, eine kurze Info:

Der  FC United of Manchester wurde 2005 von ManU Fans gegründet. Der Beweggrund für die Gründung des Vereins, war die kommerzielle Übernahme ManU’s durch den aktuellen Besitzer Malcolm Glazer. Glazer ist nicht mehr als ein Geschäftsmann, der sich Sportvereine (er hält außerdem die Mehrheitsanteile des Football-Teams Tampa Bay Buccaneers) als nette Spielzeuge hält. So wie ich das mitbekommen habe, hat sich ManU unter seiner Führung auch schon ziemlich hoch verschuldet. Die Ablehnung gegen den ManU-Besitzer kann man aktuell auch im Old Trafford beobachten. Während die Spiele des Profi-Vereins zwar gut besucht sind, kann man nun auch im Fernsehen sehen, dass immer mehr Fans einen grün-gelben Protestschal um den Hals tragen. Die Farben grün und gelb hatte der Verein in den Anfangsjahren seiner Geschichte und soll auf die alte Tradition und den Protest gegen Glazer verweisen. Der F.C.U.M. spielt aktuell in der siebten englischen Liga, aber schon jetzt dürfte es der bekannteste Club in seiner Spielklasse sein.

Am Samstag machten wir uns früh auf dem Weg zum Millerntor, denn wir hatten noch keine Karten. Wir hatten beschlossen, das Spiel diesmal von einer anderen Tribüne aus zu verfolgen. Sonst sind wir immer auf der Süd zu finden, diesmal entschieden wir uns für die Gegengerade. Dort waren wir früher schon immer und manchmal vermisse ich das alte Ding halt. Nachdem wir die Karten hatten, ging es gleich zum F.C.U.M. Merchandising-Stand. Dort haben wir jeweils einen Pin und einen St. Pauli-Manchester-Schal besorgt. Sehr schöne Teile wie ich finde. Etwas verschüchtert und auf gebrochenem Englisch haben wir gefragt, ob wir zusammen mit den Engländern Fotos machen durften. Alles kein Problem. Einen der Verkäufer gab ich unseren Fanclub-Link damit die auch eine Möglichkeit haben, die Bilder zu sehen. Minuten später wurde mir aber klar, das ich mich beim schreiben so verhäddert habe, dass ich unseren Link total falsch aufgeschrieben hatte (Nervosität und so…) Ich hoffe, die finden uns trotzdem. Auch das Clubheim füllte sich immer mehr und die F.C.U.M. Fans waren gesanglich nicht mehr zu überhören. Anschließend ging es noch zum Fanräume-Stand. Das Fanclub-Buch ist endlich da und wir sind stolz wie Oskar auf unsere kleine Seite. Es ist dicker als ich gedacht habe, also alle kaufen!

Kurz vor dem Anpfiff ging es rein. Wir konnten uns ja Zeit lassen, denn wir faulen Säcke hatten Sitzplätze. Es war wirklich schön die ganzen Spieler mal wieder zu sehen. Thomforde und Driller waren die Stars meiner Jugend. Die „Klaaaus, Klaaaus“ Rufe bekomme ich immer noch nicht aus meinem Kopf. Die Mannschaft spielte im braunen Traditionstrikot und für den Torwart gab es eine Old-School-Mütze, alles so wie früher. Diesbezüglich waren auch die Trikots aus Baumwolle. Damit spielt es sich wohl auch ein wenig schwerer. Aber wir sind ja keine Weichpuppies nä? Das spiel ging 3:3 aus, wobei Ivan Klasnic alle drei Tore für uns erzielte. An sich ein sehr unterhaltsames Spiel mit vielen bekannten Gesichtern, vergangener Tage.

Nach dem Spiel trafen wir noch unsere Magic St. Pauli/Simulanten Combo und schauten uns das DFB-Pokal Finale im Clubheim an. Siegessicher hatte ich in unserer Runde auf Werder Bremen gesetzt… ging ja mal voll in die Hose. Die anderen schienen vorher schon zu wissen, das sich Bayern den Sieg nicht nehmen lassen würde. Als auch diese Partie zu Ende war, machten wir uns auf dem Heimweg. Als wir aber auf der Höhe des Südkurven V.I.P Eingangs angekommen waren, blieben wir auch gleich schon wieder stehen. Ivan Klasnic stand noch unten und wollte wohl auch bald nach Hause. Natürlich nicht, ohne mit uns ein Foto zu machen! Danach setzten wir unseren Weg fort. Total müde sahen wir noch das „Schicksalspiel“ im NDR. Ein lustiger Film, teilweise übertrieben aber muss man mal gesehen haben. Anschließend hieß es nur noch schlafen. – Christoph

St. Pauli – SC Paderborn

Mai 11, 2010

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Das Podest, das es niemals gab

Für mich fing das mit der Euphorie schon am Samstag an. Im Alstertal Einkaufszentrum gab es eine Autogrammstunde mit der St. Pauli Legende Harald Stender. Eine Aktion von FC St. Pauli.Das Buch. Da das Einkaufszentrum nur fünf Minuten von meinem Zuhause entfernt ist, war das natürlich ein Pflichttermin. Gegen 12 Uhr war ich dort und bin gleich rein in die Buchhandlung. Der Tisch an dem Harald Stender saß, war gleich zu erkennen. Der Platz war geschmückt mit einigen limitierten Sonderausgaben des Buches. Ich habe einen Tag vorher schon ein Exemplar von einem Online-Versandhandel erworben. Ich hatte zwar vorher schon die normale Ausgabe, aber da es bei der Sonderausgabe einige Extras gibt, habe ich mich zusätzlich dafür entschieden. So hatte ich beide Versionen des Buches mit und lies sie von Herrn Stender und Christoph Nagel, Autor des Buches, signieren. In der Stadt verteilt gab es in anderen Thalia Buchhandlungen andere Autogrammstunden mit Thomforde, Gronau, Ottens und Golke. Die habe ich leider nicht geschafft. Warum ich euch das erzähle? Für mich war das eben was besonderes, so eine Legende zu treffen. Und ich habe mich gefraut wie ein kleines Kind.

Kommen wir nun zum 09. Mai 2010:
Es ist der Tag, an dem auch rechnerisch der Aufstieg perfekt gemacht werden sollte. Wir sind früh aufgestanden, um für Meggle ein Abschiedstranspi zu malen. Eigentlich wollten wir dies schon zwei Tage vorher erledigt haben. Aber irgendwie haben wir das immer weiter nach hinten verschoben, dass irgendwann der Fön zum Trocknen der Farbe herhalten musste. Ja, ja, was du heute kannst besorgen…
In Poppenbüttel noch ein Aufstiegsbier und ein Eistee gekauft und ab ging’s in die S-Bahn. Während wir in der Bahn saßen, lief in meinem Kopf die komplette Saison im Schnellformat durch. Ich glaube, das wir noch nie so eine emotionale Spielzeit wie diese hier erlebt haben. Sei es der Unfall von Mini (wir hoffen, dir geht es schon wieder sehr viel besser), die Geschichte mit Naki beim Rostock-Hinspiel, der Unfall in Koblenz (auch hier, alles Gute), der Haupttribünen-Abriss, die Diskussionsveranstaltung zwischen Verein und Fans, die Ausgrenzung von Rostock-Fans beim Rückspiel, sowie der Stimmungsboykott gegen Hansa. Kaum hat man ein Ereignis richtig verarbeitet, stand schon das nächste an. Es war viel los in dieser Saison, die aber ein Happy End bekommen sollte.

Am Stadion angekommen, lag schon etwas wie Aufstieg in der Luft. Beim Übersteiger-, In the Streets…-, und Gazetta-Verkäufer ließen wir ein Teil unserer Kohle. Ist dort aber auch immer gut angelegt. Besonders das Gazetta-Poster ist erste Sahne. Nachdem wir Jessy und Chrischi getroffen hatten, ging es auch gleich rein um unsere Banner aufzuhängen. Anschließend noch Spezi und Aufstiegsbier geschlürft. Eigentlich haben wir jedes getrunkene Bier „Aufstiegsbier“ getauft, um unseren Konsum ein wenig zu relativieren 🙂

Als die Mannschaft einlief um sich aufzuwärmen, trug jeder ein Hain-T-Shirt mit seiner Rückennummer drauf. Eine schöne Geste, denn Matze hatte sich ja im Spiel gegen Fürth ziemlich übel verletzt und konnte nicht mehr auflaufen. Kurz vor dem Anpfiff wanderte mein Blick in Richtung Gästeblock. Wer den e-bay-Markt beobachtet hat, weiss das sich ziemlich viele Nerds überteuerte Karten für den Gästebereich ersteigert hatten. Um so erfreulicher fand ich es, dass sich doch viele Paderborner den Arsch aufgerissen haben um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Die Stimmung war gut, auch wenn sie während des Spiels ein wenig abstumpfte. Über das Spiel selbst, werde ich nicht viel schreiben. Ist auch egal, denn noch nie war eine Niederlage so entspannt. Ganz kurz waren wir noch einmal Spitzenreiter als Ebbers zum 1:0 einköpfte. Dann kam das 1:1 und das 1:2…. egaaaal.
Als nach dem Spiel „You’ll never walk alone“ angestimmt wurde, haben wir unsere „YNWA Meggle“ Tapete hochgehalten. Ich hoffe, er hat es gesehen. Mir ist aufgefallen, das es keine offizielle Spielerverabschiedung im Mittelkreis mit Blumen, gab. Hätte ich auch noch schön gefunden, war ja früher so üblich. Die Mannschaft verschwand kurz nach dem Abpfiff in den Spielertunnel und kam kurz darauf zum Teil mit Bundesliga Trikots verkleidet wieder. Das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und der Erstliga-Auswahl war ja wohl der Hammer. Geile Idee! Und Schulle aka. Jarolim bekam gleich mal doppelrot… haha! Die Paderborner waren auch noch auf dem Platz und ließen sich von ihren Fans und deren Fans von uns feiern. Eine super Ehrenrunde wurde eingelegt, Stani tanzte und wurde mit Bier übergossen.

Als wir aus dem Stadion gingen, sahen wir unter der Treppe das halbausgepackte Podest, auf dem die Mannschaft mit der Radkappe gefeiert hätte wenn wir Zweitliga-Meister wären. Es wurde niemals aufgebaut.
Anschließend ging es mit Jessy und Chrischi runter Richtung Südkurvenvorplatz. Es war so voll, das wir sie irgendwie verloren haben. Nach einer halben Stunde kamen wir auf die geniale Idee, im Fanshop das Aufstiegsshirt zu kaufen. Vor dem Laden war es nicht mehr so voll, aber der Schein trügte. Im Laden war die Hölle los! Aber naja, wird wohl nicht so lange dauern und einmal muss man den Blödsinn mitmachen. Wir standen doch knapp eine Stunde an. Dafür haben wir währenddessen mit netten Paderborner geschnackt, die sich auch den Aufstiegskram und ein Trikot besorgten. Das gibt es auch nur bei uns, dass Auswärtsfans unseren kompletten Fanshop leerkaufen. Als wir kurz vor der Kasse waren, wollte sich noch irgendein Yuppie vordrängeln. Als jemand zu ihm meinte „Stell dich bitte hinten an, meine Freundin wartet auch schon seit 30 Minuten“ Antwortete er mit einem arroganten „Nö“ Daraufhin drehten der Paderborner und ich mich zu dem Schnösel und verklickerten ihn, das mit Vordrängeln nichts läuft. Daraufhin ging er zur Kleiderstange zurück und hing genervt das Shirt wieder an. In der Warteschlange war nur noch eine Person vor mir, die mit Karte zahlen wollte. Da ich auch nur meine EC-Karte mithatte, war ich auch auf das Kartenlesegerät angewiesen. Dann passiert es….! Genau bei dem Typen vor mir versagt das blöde Gerät…. Noooooooooooooooooo! Nur noch Barzahlung möglich! So wurde unsere Schlange mit der anderen zusammengelegt und es dauerte nochmal 20 Minuten länger. Wie gesagt, einmal wollten wir den Blödsinn mitmachen!
Auf dem Vorplatz wurden noch einige Aufstiegsbiere verzehrt, anschließend ging es langsam aber sicher wieder nach Hause. – Christoph