Archive for Juni 2010

Finale der Blindenfußballbundesliga 2010

Juni 11, 2010

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Ich bin nicht blind, ich kann nur nicht sehen

Die Blindenfußballbundesliga machte Halt auf St. Pauli. Die letzten beiden Finaltage der Liga wurden im Schatten des Millerntorstadions, auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen. Leider haben wir es erst zum zweiten Tag geschafft, anwesend zu sein. Der Eintritt war frei und  das Spiel Chemnitzer FC – FC St. Pauli lief schon seit ca. 10 Minuten, als wir eintrudelten.
Wir stellten uns direkt an die Bande und beobachteten das Geschehen. Obwohl mir bekannt ist, das sehbehinderte Menschen einen ausgeprägten Tast- und Gehörsinn haben, bin ich immer wieder über die Orientierungsfähigkeiten dieser Menschen beeindruckt.

Soweit ich kann, versuche ich an dieser Stelle die Regeln des Blindenfußballs oberflächlich zu erläutern.

Das Spielfeld ist an beiden Seiten mit Banden abgegrenzt. Neben bzw. hinter dem Tor gibt es keine Bande, so das hier mit der Torauslinie gespielt wird. Im Ball befinden sich Glocken, damit die Spieler ihn akustisch wahrnehmen können. Der Torwart, ist der einziger Spieler auf dem Feld, der sehen kann / darf. Die Spielzeit beträgt zwei mal 25 Minuten mit einer Halbzeit von 10 Minuten. Als Zuschauer-Neuling fällt einem besonders der Begriff „Voy“ auf, der von den Spielern immer wieder gerufen wird. Ein Blick auf das offizielle Regelwerk erklärt schnell was es mit diesem Wort auf sich hat: „Jeder gegnerische Spieler, welcher sich dem Ballführenden Spieler nähert muss das spanische Wort „Voy“ rufen. Dieses bedeutet: „Ich komme“ und signalisiert dem Ballführenden das er angegriffen wird. Bleibt der Ruf aus, wird dieses Vergehen mit einem persönlichen- sowie einem Mannschaftsfoul geahndet.“

Für St. Pauli ging es leider nicht mehr um die Meisterschaft. Das Team ist auf dem letzten Platz der Liga und versuchte vergeblich die rote Laterne mit einem Sieg gegen Chemnitz an die Sachsen abzugeben. Leider gelang dies nicht, denn am Ende stand es 0:0
Obwohl die Spieler nichts sehen können, waren einige Schüsse so genau auf das Tor gerichtet, das ich es nicht hätte besser machen können.

In der nächsten Partie traf der ungeschlagene Spitzenreiter MTV Stuttgart auf den zweitplatzierten ISC Viktoria Dortmund. Man spürte, das diese beiden Mannschaften zu den Favoriten zählen. Denn dieses Spiel gestaltete sich vom Verlauf her sehr schnell und es kam zu guten Chancen auf beiden Seiten. In der ersten Halbzeit gelang Stuttgart die Führung, die kurz darauf mit einem  Treffer vom 8-Meterpunkt ausgebaut wurde. Der ISC Viktoria kam nur noch zum Anschlusstreffer. So gewann Stuttgart mit 2:1 und verteidigte somit die Meisterschaft.

Wir können jeden empfehlen, sich einmal ein Spiel der Blindenfußballabteilung anzuschauen. Denn es war auch nicht unser letzter Besuch! Forza Sankt Pauli! – Christoph


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100 Jahre das Konzert

Juni 1, 2010

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Weiter geht’s mit großen Ereignissen rund um den FC St. Pauli. Nach den zwei Freundschaftsspielen zum Geburtstag, stand nun das Jubiläums-Konzert an. Als vor einigen Monaten der Kartenverkauf losging, gab es keine Probleme sich eine der begehrten Tickets zu sichern. In der ersten Verkaufswoche war zwar für Vereins-Mitglieder ein Vorverkaufsrecht eingeräumt worden. Trotzdem konnte man sich auch Wochen danach als Otto Normalverbraucher Karten im Kartencenter besorgen. Für mich war es also umso unverständlicher, warum einige Leute zu blöde sind und sich bei einem Online-Aktionshaus Eintrittskarten für den doppelten Preis ersteigerten. Naja, selbst Schuld…

Ca. eine Stunde vor dem Einlass trafen wir uns am Südkurvenvorplatz. Leider hatte das Clubheim geschlossen und wir setzten uns erst einmal auf die Bänke. Währenddessen beobachteten wir die Leute, die versucht haben die Clubheimtür zu öffnen. Man konnte schon von draußen sehen, das da drin nichts los war. Trotzdem haben das einige nicht gerafft. Sehr lustig war das, denn meistens haben die unsicheren Männer ihre Frauen vorgeschickt. Einen Preis hätte die Frau verdient, die erst bei der einen Tür war: „Die geht nicht auf, ich glaube da ist keiner drin“ und es dann noch einmal an der zweiten Tür versuchte. Einfach genial…

Beim Einlass sind wir auch direkt rein. Zuerst wollten wir uns auf die Süd niederlassen. Allerdings war von dort aus der Blick zur Bühne durch das Gerüst (das immer auf Konzerten steht und für Beleuchtung und Sound zuständig ist… ich weiss nicht, wie so etwas heißt) versperrt. So ging ich nur einmal kurz nach oben, um von dort aus Fotos zu machen. Ganz oben saß auch Corny, noch etwas allein und mit einem Handy rumtippen. Danach sind wir doch zu den Sitzplätzen der Gegengerade gegangen. Irgendwie wollten wir es uns am Anfang gemütlich machen. Damit konnte ich mich dann doch nicht so ganz anfreunden. Denn die Akustik unter dem Tribünendach war sehr schlecht. Unser Stadion ist für Konzerte (noch) nicht so geeignet. Denn der Sound geht einfach verloren, solange nicht ringsum hohe Tribünen stehen. Also ging ich runter zu Maik und Barbie, denn die standen gleich an der Bühne.

Den Anfangs-Gig machte eine große Gruppe von kleinen Kiddies. Ein sehr gelungener Auftritt, mit einer Mischung aus You’ll never walk alone und eigenen Liedern. Die waren echt cool drauf. Ich hätte als so ein kleinen Schietbüddel ein wenig Lampenfieber, denn das Stadion füllte sich immer mehr. Anschließend ging ich wieder zu den anderen auf die Gegengerade. Es folgten die Bands Real McKenzies und Phantastix. Da die Akustik (ich war ja wieder unterm Tribünendach) nicht so gut rüberkam, konnte ich nur Phantastix ein wenig verstehen, da ich deren Texte auch vorher teilweise kannte. Nach diesen beiden Gruppen sind wir dann aber mit der ganzen Gruppe wieder runter zu Maik und Barbie vor die Bühne. Noch ein Bier geholt und rechtzeitig zu Talco waren wir wieder am Start. Talco höre ich sowieso ganz gern. Besonders weil einige Songs von ihnen bei mir einen Ohrwurm ausgelöst haben (Flimmerkiste ist schuld).

Kurz vor The Wakes war es glaube ich, als wir noch einmal für Getränkenachschub sorgen wollten. Allerdings ging das nun nicht mehr so flott. Wir standen bestimmt 30 Minuten an. Allerdings habe ich mich ein wenig über mich selbst geärgert. Zuerst wollte eine Frau bei uns in der wartenden Schlange durch. Sie: „Ich bin Mitarbeiterin, muss nur kurz eine Karte abgeben“ alles klar, durchgelassen, die Frau gab etwas ab und verschwand wieder. Zwei Minuten kam eine andere Dame: „Muss mal kurz durch da, macht mal Platz“ Alle dachten, das es wohl wieder eine vom Catering ist. Als sie aber vorne war, bestellte sie zwei Bier, zahlte und ging wieder. Vordrängler sind einfach scheiße. Dafür wurde ihre dreiste Aktion mit Buhrufen quittiert. Und wir ließen die auch noch durch. Naja, konnte ja keiner wissen, dass es sich diesmal um eine dreiste Schnalle handelte… *grr* Kurz vor dem Auftritt von Slime waren wir dann wieder auf dem heiligen Rasen. Naja, eher auf den Bodenplatten, die das schöne Grün überdeckten. Auch hier waren wieder viele schöne Titel dabei die man mitsingen/mitgröhlen konnte.

Mit die beste Aktion des Konzertes, war aber der Auftritt des Seemanns-Chor Hannover. Da denkst du: „Och da kommen so nette alte Herren mit ihren Schunkelliedern“ Stattdessen bekommt man von ihnen „Asoziale Zecken“ und „Hände hoch, das ist ein Überfall“ zu hören. Sehr geil und viel Respekt dafür! „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ gab es aber dann auch noch. Nach diesem amüsanten Auftritt folgte Bela B. Von den Ärzten kann ich ja viele alte Lieder mitsingen. Von Bela selbst vielleicht nur zwei, drei. Liegt vielleicht auch daran, dass ich die Dreier-Combo gelungener finde als die Solo-Projekte der einzelnen Ärzte. Danach kam Kettcar mit vielen tollen Songs. Die Band wirkt einfach authentisch und fällt für mich unter der Rubrik „typisch Hamburg“ und „An den Landungsbrücken raus“ ist einfach ein geiler Song. Die Band war noch nicht mal weg, da kam Thees Uhlmann und brachte die Menge mit „Das hier ist Fussball“ zum mitsingen. Auch ein seeeehr geiler Track.

Nun folgte Fettes Brot. Von der Band bin ich schon seit ca. 12 Jahren ein kleiner Fan. Auch deren Programm war sehr gelungen, mit viel Licht und ein wenig Rauch. Unter anderem wurde das Lied „Fussball ist immer noch wichtig“ zusammen mit Carsten Friedrichs, Markus Wiebusch und Bela performt. Leider gab es nicht so viele alte Lieder, da es auch ein sehr kompakter und nicht langer Auftritt war. Zumindest hätte ich mir noch „Können diese Augen Lügen“ (Ich sage schlau wie Wilhelm Wieben von der Tagesschau: Man muss es lieben wie St. Pauli schlägt den HSV) gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben. Als letztes traten Panteon Rococo auf. Diesen Gig beobachteten wir von den Business-Seats der Südkurve. Zu schwer waren die Füße und zu müde waren wir, um weiter im stehen abzugehen. Das kleine Feuerwerk haben wir nicht mehr mitbekommen, da wir fünf Minuten früher gegangen sind.

Insgesamt war es ein sehr schönes Konzert. Wir haben gemerkt, dass man richtig in der Menge sein muss, damit die Akustik auch wirklich gut ist. Die Getränkebeschaffung war in der ersten halben Stunde kein Problem. Dies änderte sich jedoch schlagartig und man musste sehr lange anstehen. Die Auftritte der Musiker waren überwiegend positiv. Allerdings auch sehr knapp gehalten. Dies ist wiederum verständlich, da ja jede Band noch zum ihren Einsatz kommen wollte. Jetzt sind wir auch durch mit der ganzen Feierei und die Konzentration richtet sich nun ganz auf die kommende Saison! Forza Sankt Pauli! – Christoph