Archive for August 2010

St. Pauli – TSG Hoffenheim

August 29, 2010

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Vielen Dank für die Blumen

Endlich war es so weit. Das erste Erstliga-Spiel am Millerntor nach 8 Jahren und wir waren euphorisch wie sonst was. Das ist es, wofür wir uns jahrelang abgequält haben. Als wir bei Regionalliga-Spielen gegen Neumünster oder Dortmunds Amateure litten. Wo viele zwar immer noch ans Millerntor kamen, aber auch viele nichts mehr mit dem Verein zu tun haben wollten. Jetzt sind wir wieder ganz oben und es fühlt sich an, als würden wir für die ganze Leidenszeit und Treue belohnt werden. Schon gegen 14 Uhr machten wir uns alle auf den Weg. Maik und Barbie bummelten kurz über den Welt-Astra-Tag, Melli und ich hingegen fuhren direkt zum Stadion.
Als wir eintrafen, trudelte auch der Hoffenheimer Mannschaftsbus ein. Dieser hatte ein paar Probleme einen Parkplatz zu finden, da der eigentliche Parkplatz voller TV-Fahrzeuge war. Nach minutenlangem hin und her Manövrieren gelang aber auch das Einparken. Irgendwo am Rand quetscht stand nun der Bus von einem Verein, den vor ein paar Jahren noch niemand kannte. Ein Verein der mittlerweile spielerisch auf sehr hohem Niveau spielt, allerdings eine Seele aus Plastik besitzt.
Nach einem Bier im Clubheim kamen auch Maik und Barbie an. Auf dem Welt-Astra-Tag war es wohl nicht allzu spannend. Es ging kurz zum Fanladen, wo wir uns die neuen Shirts im Antifa-Style besorgten. An dieser Stelle vielen Dank an die St. Pauli Mafia für die Organisation und Herstellung.  Anschließend wieder zurück zum Stadion. Als wir noch die üblichen Verdächtigen trafen stießen noch Lily und Börk auf uns zu. Die beiden bekamen die Südkurven-Dauerkarten von Maik und Barbie, da die beiden das Spiel von den Business-Seats der Haupttribüne aus verfolgten. Maiks Chef hat zwei Dauerkarten für die Haupt, war aber für das erste Spiel verhindert. So hat er die Karten meinen Bruder übergeben, der sich freute wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Ehrlich gesagt, würde mich so ein Platz für ein Spiel auch mal reizen. Aber auf Dauer wohl eher nicht… ist nicht mein Bier. Ich muss in der Kurve sein, abgehen und hüpfen.

Als wir reingingen gaben wir noch Maik und Barbie die Kamera mit. Da man von der neuen Tribüne aus bessere Fotos machen kann, als von der Südkurve. Wir teilten uns tribünenmäßig auf und gingen hinein. Die frisch bemalte, braun-weiss-rote Treppe beim Südkurveneingang ist wirklich schön geworden und man könnte bestimmt die ein oder andere graue Wand im Stadion in diesem Style gestalten. Im Stadion wanderte mein Blick zuerst zur neuen Tribüne. Es ist noch ungewohnt, die doppelte Logenreihe zu sehen. Aber ich bin bezüglich der neuen Haupttribüne sehr zuversichtlich, was auch die Stimmung angeht. Es muss nicht alles schlecht sein was neu ist. Die „Oldtras“ haben ihren kleinen Stimmungsblock mit Blumen geschmückt. Wohl einzigartig, in der großen Welt der Fußballstadien. Zudem gab es sogar eine große Schwenkfahne auf der Haupt… ein schickes Teil. Danach wanderte mein Blick zum Gästeblock. Der war für Hoffenheimer Verhältnisse recht ordentlich gefüllt. Wirklich laut waren sie aber nicht. Vor einer Fanszene die sich ihre Fahnen bedrucken lassen und nicht selbst bemalen und mehr auf den modernen 0815-Arena-Scheiß abfährt als einen eigenen Style zu entwickeln, kann ich aber ehrlich gesagt keinen Respekt aufbauen.

Das Spiel gestaltete sich recht interessant und ausgeglichen. Beide Mannschaften erspielten sich reichliche Chancen, die aber nicht konsequent genutzt wurden. Unser magischer FC spielte den Ball immer knapp am Tor vorbei, oder die Flanken waren etwas zu kurz. Zwischen den Mannschaften war spielerisch kein Unterschied auszumachen. Mit 0:0 ging es in die Halbzeit und ich sendete Maik eine „Sitzen ist für’n Arsch“-SMS auf die Haupttribüne. „Freibier ist besser“ kam es nach einer Minute zurück. Auch in der zweiten Halbzeit gaben beide Mannschaften alles. In der 73. Minute jubelten die Hoffenheimer, da Vukcevic den Ball nach einer Standardsituation ins Tor versenkte. Nach einigen Sekunden wurde allerdings klar, dass das Tor aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Es dauerte bis zur 87. Minute bis die Hopps (eine Bezeichnung  die Ronny und ich für den Hoffenheimer Anhang entwickelten) wieder freudestrahlend jubelten. Diesmal wurde der Treffer von Vorsah nach einer Ecke gegeben. Es blieb nicht mehr viel Zeit und die letzte große Chance von uns wurde nicht mehr genutzt. Wir haben zwar verloren, aber unser FC hat gezeigt das sie auf jeden Fall mit den Mannschaften der ersten Liga mithalten kann.

Als wir uns alle nach dem Spiel wieder trafen, ging es zur Forumsfeier. Neben den bekannten Gesichtern lernte man auch immer wieder neue bei einem kühlen Astra kennen. Es war ein sehr netter Abend und dafür auch hier nochmal vielen Dank an das Orga-Team!  Als es nach Hause ging, trafen wir noch zwei Rauten in der Bahn. Diesmal war das Verhältnis entspannt und wir schnackten über unsere beiden Spiele und den Rest der Liga. Schade, wenn man mal einen Mopo-Reporter braucht ist keiner zur Stelle. Obwohl ein freundschaftlicher Schnack zwischen zwei Rivalen wohl nicht sehr Medienwirksam sein dürfte, wie diese Hooligans-Angstmacherei. – Christoph (Fotos: Melli, Maik)

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SC Freiburg – St. Pauli

August 23, 2010

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Königsblau im Clubheim

Eigentlich verfasse ich keinen Artikel, wenn wir nicht direkt beim Spiel waren. Macht ja auch keinen Sinn, man würde ja nur über die Fernsehbilder schreiben die eh jeder kennt. Daher schreib ich auch weniger über das Spiel, sondern nur ein wenig über den lustigen Besuch im Clubheim.

Nach Freiburg konnten wir nun alle nicht, da fast alle Mitglieder von uns (und wir sind ja noch nicht so viele) am Samstag arbeiten mussten. Melli holte mich gegen 14 Uhr von der Firma ab und wir gingen zur U-Bahn Berliner Tor. Aus einiger Entfernung bemerkte ich ein paar Rauten, die unseren Weg kreuzten. „Och nöö, die spielen doch erst Abends, warum lungern die jetzt schon rum?“ Dachte ich, da ich ein St. Pauli Shirt trug.  Ich schenkte den nicht wirklich Aufmerksamkeit, da kam der eine auch schon auf mich zu und meinte im agressiven Ton: „Ey,  provozier‘ mich nicht“ Ich dachte nur, wenn der sich von sowas provoziert fühlt, hat er aber ganz schöne Komplexe. Ein paar Pöbeleien sind aber immer noch besser, als das was einige anderen Fans in der Nacht passiert ist. Naja, weiter gings zum Millerntor. Als wir an der U-Bahn Station St. Pauli ausstiegen sah ich zwei Schalke Fans. Ich dachte, die beiden wollen sich vor ihrem Spiel das Millerntor oder den Fanshop angucken. Wie man das halt so kennt, wenn Auswärtige nochmal ein richtiges Stadion in Hamburg sehen wollen.
Wir gingen den beiden hinterher und als wir um die Ecke beim Telekomgebäude einbogen, sahen wir Hunderte in blau und weiss. Die Schalke Fans haben sich das Clubheim als Treffpunkt ausgesucht, bevor es weiter Richtung MVA gehen sollte. Friedlich wurde miteinander gesungen (Gerald Asamohaaa), getrunken und geschnackt. Im Clubheim trafen wir noch Jessy und Chrischi und verfolgten das Spiel.

Das Endergebnis ist ja bekannt. Hatte aber beim 0:1 Rückstand nicht mehr wirklich daran geglaubt, das wir das Spiel drehen. Endlich das 1:1 und alle jubeln. St. Pauli, St. Pauli rief das Clubheim. Da stubst mich ein kleiner Junge an. Ich glaube, der war nicht mal 10 Jahre alt und fragte mich warum alles so laut ist. „Wir feuern die Mannschaft an“ sagte ich. Da meinte er „Was für ein Unsinn. Die können uns doch gar nicht hören, die sind doch ganz weit weg“ BÄMM, 1:0 für den kleinen Klugscheißer, da ich darauf keine Antwort parat hatte 🙂 Es fielen noch drei weitere Tore und wir feierten den ersten Saisonsieg.

Am Ende waren viele Schalker schon abgezogen. Chrischi bekam noch ein T-shirt von der „Kleinen Gruppe“ und  den restlichen Fans wünschten wir noch viel Erfolg für ihr Spiel. Dann ging es nach Hause. – Christoph

Was es mit der kleinen Gruppe aufsich hat, ist auf dem folgenden Link zu erfahren:

Die kleine Gruppe

Victoria Hamburg – Rot-Weiß Oberhausen

August 16, 2010

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Eine kleine Sensation

Die Sommerpause ist nun endgültig vorbei. Der offizielle Saisonbeginn war ja schon vor einigen Wochen und einige Testspiele wurden ja auch schon absolviert.  Aber so richtig heiß bin ich nun auf die Pflichtspiele. Schon am Freitag traf ich einen Kumpel (er ist HSVer) im Supermarkt. Er: „Na, dann kommen ja beide unsere Vereine im Pokal eine Runde weiter“. Ich: „Irgendwie traue ich es Chemnitz zu, das die uns rauskicken“ Ich war mir der Sache nicht wirklich sicher und sollte Recht behalten. Wir waren (zum Glück?) nicht in Chemnitz, auch die nächsten beiden Auswärtsspiele müssen wir größtenteils wohl aussetzen, da bei dem einen die Arbeit ruft, andere zur Hochzeit eingeladen sind usw. Dann soll’s aber voll losgehen! Da wir nun doch noch irgendein Ground live vor Ort abkratzen wollten, entschieden wir uns Victoria zu supporten. Also machte ich mich mit Melli auf dem Weg Richtung Hoheluft. Vom Bahnhof ging es dann zu Fuß zum kleinen Stadion und ich bemerkte, dass der Fußweg dahin eine Trinklänge von genau 0,33l kaltem Bier entspricht.

Dort angekommen, holten wir uns gleich ohne langes anstehen die Eintrittskarten und warteten noch auf Jessy und Chrischi. Die Eintrittspreise gingen meiner Meinung nach durch. 10€ normal und 6€ für einen ermäßigten Stehplatz. Als die beiden anderen ankamen ging es auch gleich rein, und wir gesellten uns auf die Tribüne zu Nordkaos. Die Nordkaoten (ist das die Richtige Bezeichnung?) unterstützen den SC lautstark und auch optisch sehr gut. Sie selbst bezeichnen sich allerdings nicht als Ultras, auch wenn es nach außen hin so scheint. Zum Stadion Hoheluft muss man ja nicht mehr viel sagen. Die meisten kennen es noch von den Oddsett-Pokal-Finalspielen. Für mich ist Hoheluft einer der schönsten Grounds überhaupt, wenn da nur nicht diese blöden Zäune wären, die das idyllische Stadionbild seit einigen Jahren in Mitleidenschaft ziehen.

Als wir hinter dem Tor standen, merkte ich allerdings, dass die Sicht auf das Spielfeld (dank der eben erwähnten Zäune) doch sehr zu Wünschen übrig ließ. Mein Blick fiel daher direkt neben den Gästeblock, da auf dem Teil der Tribüne noch reichlich Platz und somit gute Sicht war. Um dort hinzugelangen musste man allerdings direkt durch den Block der Oberhausener. Und da ich einen St. Pauli Totenkopf Pulli trug überlegte ich kurz, ob ich es machen sollte. „Ach egal, wird schon nichts passieren“ Ja, ja… eine scheiß Idee war das, wie sich später rausstellen sollte. Denn wäre es nach Jessy und Chrischi gegangen, wären wir sowieso bei den Vicky-Fans hinter dem Tor geblieben. Was auch besser gewesen wäre… das nächste Mal höre ich auf euch… versprochen! Also machte ich mich zuerst mit Melli auf dem Weg. Als wir im Gästeblock waren fiel ich gar nicht auf, da sich die Oberhausener auf das Einlaufen der Teams konzentrierten. Dort angekommen, kamen nun auch die beiden anderen nach. Die Sicht war prima und wir konnten in Ruhe das Spiel beobachten. Die Oberhausener Fans waren nur die ersten Minuten wirklich laut. Ansonsten hatten die Vicky-Fans die Stimmung nicht mehr aus der Hand gegeben. Obwohl wir dichter am rot-weißem Block waren, haben wir Nordkaos und Co akustisch viel besser wahrgenommen. So soll’s beim Heimspiel sein! Alles war also gut. Bis ich auf die glorreiche Idee kam, Wurst und Bier zu holen. Also wieder durch den Gästeblock und mein Pulli sorgte für die nötige Aufmerksamkeit, auf die ich gern verzichtet hätte. Schon ging’s los: „Scheiß Zecke“ „Verpiss Dich“ Nützt nichts, nu war ich drin und dann heißt es Augen zu und durch. Als ich am Stand auf die Wurst wartete, fiel das Tor! Alle jubelten, aber ich konnte nichts sehen. War es für Victoria oder Oberhausen? In der Ferne sah ich, wie die Vicky-Spieler freudestrahlend zur Tribüne liefen. YEAH! Wie ich später erfahren habe, war es ein direkter Freistoßtreffer von Stephan Rahn. Der Führungstreffer für die Heimmannschaft machte meinen Rückweg durch den Gästeblock allerdings nicht einfacher. Mit Bier und Wurst in der Hand ging es nun zurück. Neben ein paar Verbalattacken flog ein Bierbecher in meine Richtung der mich weit verfehlte. Die Idee mich anzuspucken war von einem Oberhausener auch nicht wirklich gut durchdacht, statt mich traf er fast seinen Nebenmann, hehe!

Endlich war ich wieder auf unserer chilligen Seite der Tribüne angekommen. Um uns herum waren noch einige im St. Pauli Outfit, mit dem es noch den ein oder anderen netten Schnack gab. Das Spiel war ganz ok. Oberhausen hatte zwar noch einige Chancen, konnte aber nicht mehr wirklich was entgegensetzen und so war die Sensation perfekt. Endlich! Nach meinen letzten Pokal-Spiel an der Hohenluft (0:6 gegen Nürnberg) nun eine Runde weiter! Im Anschluss gab es noch eine Welle mit der Mannschaft und wir warteten noch den Abgang der Oberhausener ab, bis wir das Stadion verließen. – Christoph