Archive for November 2010

St. Pauli – VfL Wolfsburg

November 23, 2010

Kaffee braun-weiss

foddoos HIER KLICKEN

8 Tage, 2 Heimspiele und 1 Punkt. Das ist die Ausbeute der letzten Zeit. Nicht wirklich berauschend, wenn man bedenkt das man erst ein Heimsieg verbuchen kann. Der Tag fing schon kurios an, denn Olli, ein Arbeitskollege von mir und hundertmillionen prozentig hsv-Fan, wollte sich das Spiel im Clubheim ansehen und fragte mich, ob wir uns dort treffen wollten.  Alles klar! So machten Maik und ich mich auf dem Weg dorthin. Das Treffen für die Aktion gegen die Schwarzmarkthändler ging komplett an mir vorbei. Da ich unter anderem auch kaum Motivation hatte, in den letzten Wochen die Mails abzuchecken. Das nächste Mal sind wir aber mit von der Partie. Im Bus bemerkte ich, dass ich irgendwas vergessen hatte. Portemonnaie? – Check! Schlüssel? – Check! Handy? – Check! Aber irgendwas fehlte…. Ah! Rucksack mit Banner vergessen. Naja, passiert mal.
Am Clubheim angekommen, überlegten Maik und ich, ob wir ganz obligatorisch wieder Alsterwasser bestellen sollten. Bekamen wir das Alster letztens noch ausversehen, wollten wir es diesmal fest mit einbauen.  Ihr erinnert euch, wir bestellten zwei Astra und bekamen stattdessen den Mix mit der Zitronenlimonade. Ach, wir wollten uns einfach überraschen lassen und bestellten wieder zwei „Astra“ um einfach mal zu sehen was wir bekommen würden. Diesmal bekamen wir wirklich normales Bier. Wieder nach draußen gesetzt und Olli begrüßt. Die Alster orderten wir dann noch nach. Spannend oder? Aber wir bauen uns grad ein Ritual auf, dessen Bedeutung wir uns noch nicht wirklich im Klaren sind. Denn gewinnen konnte St. Pauli dadurch noch nie. Für irgendwas wird es schon gut sein. Der Hammer kam, als ich wieder raus zu den anderen ging. Olli, der hundertmillionen prozentige hsv-Fan, hatte sich einen braun-weissen Schal aus dem Fanshop geholt. Ich rieb meine Augen, ging wieder rein um anschließend mit der Erwartung wieder rauszukommen, dass ich einen Sehfehler hatte. Das gibt’s doch nicht, der hat sich tatsächlich einen St. Pauli Schal geholt. „Ja, sieht halt gut aus, braun und weiss und so“ sagte er. Boah! Den kriegen wir noch umgepolt dachte ich.  Kurz darauf kam auch schon Benny und Barbie und wir gingen rein. Olli machte es sich im Clubheim gemütlich und wir machten den Schuppen als Treffpunkt für Spielende aus.

Im Stadion kam dann noch Lily zu uns, die schon gegen Hoffenheim (witzig, Word kennt das Wort Hoffenheim nicht und markert es rot an… find ich gut) da war und eine freie Dauerkarte abbekam. Wuhu! Alle hatten gute Laune. Vielleicht würde ja was gegen den FC Volkswagen aus Niedersachsen gehen. So gut sind sie in dieser Saison gar nicht. Der Gästeblock war gut gefüllt, naja die kommen ja auch nicht von weit weg. So langsam ging das Kribbeln wieder los: Ein letzter Schluck aus dem Bierbecher, ein wenig Warmhüpfen und pure Vorfreude als die Wunderkerzen verteilt wurden. Beim Anblick der Haupttribüne funkelten meine Augen, denn das was die Oldtras von Spiel zu Spiel abliefern ist erste Sahne. Diese ganzen Fahnen, herrlich! Macht bitte weiter so!

Das Spiel ging gut ab. Schon nach einigen Minuten hatte Ebbers eine gute Kopfballmöglichkeit und auch Max Kruse ballerte mal gleich zu Beginn auf’s Tor. Reingemacht hat den Ball aber Markus Thorandt, nach einer Ecke per Kopfball. Und was für Einer! BÄMM! Rein das Ding! Mit viel Druck ging es auch bis zur Pause weiter, aber es blieb erstmal bei der 1:0 Führung. In der Halbzeit kam Maik dann mit mehreren Kaffeebechern an. Ich trinke sonst nur im Büro Kaffee, aber im Stadion hat auch was. Könnt‘ ich mich dran gewöhnen. Es gab weiter gute Chancen für uns in Hälfte Zwei, aber der FC Volkswagen machte dann doch noch in der 54. Minute das 1:1 durch Edin Džeko. Ein langer Ball vom Torwart hat gereicht und das Ding war bei uns drin. Von den Grünen kam sonst nichts weiter und wir machten weiter Druck. Der Ball fand viele gute Wege, nur leider nicht den ins Tor. Und so blieb es beim Unentschieden.

Nach dem Abpfiff haben wir Lily wieder verabschiedet und so ging es runter ins Clubheim, den Olli abholen. Der hatte es sich an der Bar bequem gemacht und so tranken wir alle noch ein Bier zusammen. Benny kam noch auf die Idee, dass wir zu Jim Block am Jungfernstieg könnten. Also setzten wir uns in die Bahn und bestellten uns noch Burger und den ganzen Kram.  Mit vollem Bauch und einigem St. Pauli Liedern (naja, wir haben eher gegrölt) ging es dann wieder zur Bahnstation. Im Zug drin, fand ein Typ uns wohl gar nicht so lustig und kam mit den Worten „Ich bin der hsv, kommt doch her wenn ihr wollt“ auf uns zu. Eigentlich erntete er nur Gelächter, denn was sollte er gegen uns vier Jungs (Barbie zählt nicht, sie ist ein Mädchen) schon anrichten? Der Typ nervte aber immer weiter und zu meiner Überraschung wurde Olli richtig aggro. Unser hundertmillionenprozentiger hsv-Fan hat den anderen „ich bin der hsv“-Typ so dermaßen in die Schranken verwiesen, dass der einfach wegging. Wir haben ihn natürlich ein wenig zurückgehalten, so gab es nur ein paar Pöbeleien. Aber wow! Ich meine, zu erst kauft er sich einen St. Pauli Schal, guckt das Spiel im Clubheim und dann motzt er noch gegen einen anderen schwarz-weiss-blauen… ich glaube, Olli ist auf einem guten Weg 🙂 – Christoph

 

 

 

 

Advertisements

St. Pauli – Bayer Leverkusen

November 18, 2010

foddoos HIER KLICKEN

lang nicht gesehen und doch wiedererkannt

Was, die gibt’s auch noch? Ja, ich weiss. Wir haben lang nichts mehr von uns hören lassen und das Leverkusen-Spiel ist auch schon längst abgehakt. Aber keine Sorge, unser Fanclub lebt noch und kann nun endlich die erste Auswärtsfahrt nach Schalke verbuchen. Alle waren da, naja außer ich. Denn aus privaten Gründen habe ich mein Engagement rund um den magischen FC in der letzten Zeit zurückgeschraubt. Ich nenne das Kind einfach mal beim Namen: Liebeskummer! Wenn du das hast, ist dir vieles egal. Zum Teil auch die Spielergebnisse deines Lieblingsvereins. Während andere Leute um dich herum auf ein Unentschieden gegen Frankfurt hoffen, stehst du in der Kurve und wünschst dir, dass die Eintracht doch endlich den Sack zu macht. Du sehnst dir etwas wie einen Gnadenschuss herbei, damit das unerträgliche Hoffen ein Ende nimmt. Und das Gegentor fällt… Frankfurt schießt den 3:1 Siegtreffer in der 90. Minute. Und du fühlst dich bestätigt. Bestätigt in deiner ohnehin schlechten Laune und kannst weiterhin scheiße drauf sein. Nach Schalke bin ich nicht gefahren. Zu voll war der Kopf mit wirren Gedanken, als das Fußball darin hätte Platz finden können. Stattdessen hielt ich telefonischen Kontakt zu meinen Bruder, der mir dann auf dem Weg nach Gelsenkirchen berichtete, sie würden im Bus sitzen und gucken wer mehr Promille hat. Fragezeichen schwirrten über meinen Kopf. „Bierquartett“ ergänzte er. Meine Karte konnte er vor der Arena noch verkaufen und ich schaute das Spiel gegen Raúl & Co im Fernsehen. Wieder verloren und wieder war mir das Ergebnis fast egal.

Das ich mit meiner nicht vorhandenen Motivation beim Leverkusen-Spiel wieder dabei war, ist den netten Leuten aus unserem Stadionumfeld zu verdanken. Einige nette sms und Anrufe, ob man zum Spiel gemeinsam hinfahren wolle und wo man sich denn am Stadion treffe, bewegten meinen Hintern dann doch irgendwie ans Millerntor. Maik und ich fuhren gemeinsam zum Clubheim und orderten zwei Astra. Nach dem ersten Schluck stellten wir raus, dass wir zwei Alster bekommen haben. War aber nicht weiter schlimm, bei erhöhtem Lärmpegel kann einfach mal das ein oder andere Wort untergehen und so setzten wir uns nach draußen auf die Holzkisten im Biergarten. Nach kurzer Zeit trafen auch Jessy und Zecke ein. An dieser Stelle nochmal: Alles Gute zur Verlobung! Sie präsentierten stolz ihre Ringe und erzählten begeistert, wie es zum Antrag kam. Es gibt sie also noch, die wahre Liebe.

Kurz darauf ging es dann auch gleich rein ins Stadion. Banner an den Zaun, ab auf unseren Stehplatz und Benny mit seiner Freundin getroffen. Was mir positiv auffiel, war das kein Gästefan bei uns auf der Südkurve war. Vielleicht habe ich sie auch einfach nur übersehen, aber das reichte mir schon. Gegen die Werkself standen wir am Millerntor immer gut da, aber diesmal hatte Adler und seine Bande was dagegen. St. Pauli konnte am Anfang wieder gut mitspielen, allerdings kam auch Leverkusen nach und nach zu besseren Chancen. Die beste Chance hatte Mitte der zweiten Hälfte Asamoah, als er nur den Pfosten traf. Hätte, würde, könnte hat alles nichts genutzt, denn Leverkusen ging in der 81. Minute in Führung und machte den Sieg klar.
Wieder eine knappe Niederlage und wieder die gleichen Sprüche: „St. Pauli hat gezeigt, das sie mithalten können“ nützt aber nichts, wenn du am Ende doch keine Punkte holst. Ich muss dann immer an Hertha in der letzten Saison denken. Die Berliner waren auch bei vielen Spielen mit dem Gegner auf Augenhöhe. Die Tore haben trotzdem andere gemacht und Hertha ist am Ende abgestiegen.

Nach dem Spiel wollten einige von uns noch einen Döner an der Feldstraße verputzen und auf dem Weg dorthin sollte noch ein Freund von Benny abgeholt werden. Der stand irgendwo in der Gegengerade und so sammelten wir ihn an der Domwache ein. Danach über den Dom in Richtung Dönerladen. Boah, wie ich den Dom hasse. Man hat immer das Gefühl, gegen den Strom zu laufen. Und ein Vollhonk nach dem nächsten. Nu denn, am Dönerladen war wieder alles entspannt und mit vollem Bauch ging es weiter. Komischer Weise sind wir ins Feuerstein gegangen. Ich weiss gar nicht warum. Einer von uns wollte irgendwas gucken, die anderen hinterher und schon waren wir drin. Naja, war nicht so schlimm… ein paar Leverkusener waren da, aber die wussten sich auch zu benehmen. So saßen wir an einem großen Runden Tisch und tranken in gemütlicher Runde die Getränke aus Hopfen und Malz. Als wir nach ca. einer Stunde wieder draußen waren, kam uns auch schon die Demo entgegen. Wir wussten nicht, ob es die IMK-Demo war, oder doch eher eine Demo der Polizeigewerkschaft, in der sich zufällig ein paar Leute verirrt hatten. Denn eigentlich waren fast nur Cops zu sehen. Weiter ging’s nach Hause. In der Bahn wurden wir von Benny noch spontan zum Disco-Bowling eingeladen. Aber da die Bahn erst für halb eins nachts reserviert war, war uns das dann doch irgendwie zu spät. So blieb es beim gemütlichen Abend zu Hause mit jeder Menge Bier und DVD’s. – Christoph