Archive for Dezember 2010

St. Pauli – 1. FSV Mainz 05

Dezember 21, 2010

Konsumenten und Karnevalisten

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Das letzte Mal in diesem Jahr. Einmal noch drei Punkte holen und zum Abschluss gute Laune haben. Denkste! Wenn es doch nur die Niederlage wäre, die einen Sorgen bereitet.
Da ich Samstag sowieso schon in der Stadt war, und es sich nicht gelohnt hätte ganz nach Sasel zurückzufahren, bin ich gleich Richtung Millerntor gewandert. Ich war früh da, eigentlich noch zu früh. Es war gerade mal 14:20 Uhr und rund ums Stadion war kaum was los. Mit dem neuen Zeckenbiss hatte ich zumindest schon mal was zu lesen organisiert. Und auch der SPM-Bus stand schon auf dem Heiligengeistfeld. Dort gab es nämlich Glühweinverkauf für die Fanräume und lecker Kekse aus dem Ruhrpott. Eigentlich war ich bis dahin kein großer Fan von Glühwein, aber mein Körper war der Meinung, ich sollte mal was zum Aufwärmen aufsuchen. So langsam mag ich das Zeugs aber und ich merkte wie die Temperatur von innen wieder leicht anstieg. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Sankt Pauli Mafia!
Ich war noch ziemlich allein und setzte mich erstmal ins Clubheim. Dort lief schon die Spieltag-Konferenz und der Raum füllte sich mit immer mehr Leuten, auch aus Mainz. Eine Mainzer-Dame stand am Tresen und hatte einen Happy-Birthday-Hut auf und jeder der an ihr vorbei lief, gratulierte ihr zum Geburtstag. Sie freute sich richtig und sagte „Hier gefällt es mir. Hier komme ich gerne wieder.“ Na, das ist doch mal schön zu hören. Während des Spiels muss ich es nicht unbedingt haben, das sich Away-Supporter auf der Süd tummeln. Aber vor oder nach dem Spiel gemeinsam ein Bierchen trinken geht eigentlich oft klar.

Im Stadion wollte unser Banner wieder an seinen gewohnten Platz und wir machten uns auf den Stehplätzen breit. Leute begrüßt, rumgeschnackt und der Blick ging nach oben. Ach ja, da war ja was! Es wurde groß angekündigt und nun durften wir es bestaunen…. LED-Leinwände unterm Tribünendach. Geil, kannste gleich schon mal eine sms vorbereiten: „Hallo Jürgen, ich grüße dich aus Susis-Show-Bar-Loge. Habe das Tor in der 46. Min verpasst, da das Essen so lecker war. Aber dafür sind die Titten geil.“ Hierzu braucht man eigentlich nicht viel sagen. Hier hat der Verein ein weiteres Stück Identität verloren.

Verlieren ist ein gutes Stichwort, denn das taten auch unsere Jungs auf dem Platz. Für Mainz ging der Sieg in Ordnung. Die spielen eine sehr gute Saison und machten bei uns auf dem Rasen auch deutlich den Unterschied klar. Einer der wenigen Spieler, der kontinuierlich gute Leistung bringt ist Matze Lehmann. Der schoss gleich mal zwei Tore und ich glaube auch noch daran, dass er im Laufe der Saison ein Freistoßtor schießen wird.  Umso erfreulicher ist es, das er seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat. Aber wie gesagt, gewonnen haben wir nicht. Und das langweilte eine große Anzahl von Business-Seats-Besitzern. Ab der 80. Minute war das Essen in den warmen Räumen doch interessanter. Ich war darüber auch sehr verärgert und ließ es der abwanderten Schicki-Micki-Fraktion auch hören. Das damit nicht jeder HTler gemeint war, ist ja wohl klar. Und auch einzelne Personen, die Bahn/Bus noch erreichen oder ihre Kinder ins Bett bringen müssen sind davon ausgeschlossen. Laut Abendblatt und Mopo war es aber eh nur wieder USP die rumpöpelten. Liebe Zeitungen, auch ich und viele andere Fans die nicht zu USP gehören, sind über die desinteressierten Konsumenten auf den Business-Seats unzufrieden. Aber es ist mal wieder einfach zu sagen, die Ultras würden einen Fankonflikt einheizen wollen.

Wie die meisten Konsumenten denken, wurde mir nach dem Spiel im Jolly klar. Maiks Chef (Besitzer von zwei Business-Seats) war mit und sagte, wenn St. Pauli in der Liga bleibt, bucht er noch zwei Plätze dazu. Steigen sie ab, kommt er gar nicht mehr ans Millerntor. Das zeigt doch, dass es vielen nur noch um pure Unterhaltung geht. Aber dazu zum anderen Zeitpunkt noch mehr, da diese Themen (Konsumenten auf der HT, Susis Loge und LED Wände) zu umfangreich für ein Spielbericht sind. – Christoph

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FC Bayern – St. Pauli

Dezember 13, 2010

Verhaften wollten wir Jakojan

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Endlich war es mal wieder soweit – Sonderzug! Am Freitagabend hieß es noch schnell Sachen für unterwegs einkaufen. Brötchen, Wurst, Kassler, Bier und Wasser fanden den Weg vom Supermarkt zu mir nach Hause. Insgesamt habe ich 16 Brötchen beschmiert, danach alles zusammen mit den Getränken, Banner, Kamera in den Rucksack und in die Tasche verstaut und alles nochmal abgecheckt. Man hat ja immer das Gefühl, man vergisst etwas. Gegen 22 Uhr kam Maiks Arbeitskollege, der die Karte von Barbie bekam. Sie konnte leider nicht mit, da sie am Samstag noch arbeiten musste. Nicht mal eine Stunde später, machten wir uns auf den Weg nach Altona. Nach und nach trudelten mehr Leute ein und zusammen mit den Simulanten warteten wir auf unseren Zug. Einige waren ziemlich schnieke gekleidet. Denn das Motto hieß ja: SCHICKERIA – SEHEN UND GESEHEN WERDEN! Ich selbst hatte nicht wirklich was passendes gefunden. Nur ein schnödes Polohemd plus Proll-Sonnenbrille. War aber zu kalt um nur damit rumzulaufen, so hatte ich die ganze Zeit mein TK-Sweatshirt drüber.  Irgendwann kam die Info, das der Zug eine Stunde Verspätung hat, also noch mehr warten. Währenddessen die aktuelle Ausgabe von DEDW (Das Ende der Welt, die auf Papier gedruckte Kutte) gekauft. Passender  Kommentar von uns: „9 Stunden Bahnfahrt sind jetzt gerettet“

Irgendwann gegen 2 Uhr trudelte auch der Zug ein. Wir haben unseren Wagon ausfindig gemacht und die Sachen verstaut. In unserem Abteil gesellten sich noch drei Leute von Nord-Support zu uns. Man machte sich bekannt, ein Bierchen wurde aufgemacht und wir schnackten fröhlich rum. Dabei stellte ich fest, dass die Welt doch ziemlich klein ist. An dieser Stelle nochmal Danke für die tollen St. Pauli-Herzaufkleber! Ich liebe diese Teile! Während der Fahrt war man immer mal überall. Mal im Abteil zum chillen, mal im Tanzwagen zum dancen oder andere Leute in ihrem Wagen nerven besuchen. Bei Zecke und Jessy waren sie neun Leute im Abteil. Wenn da drei Leute mehr sind als vorgesehen, plus Gepäck, kommt bestimmt so ein Gefühl von Tetris spielen auf.
Einige Leute waren aber auch schon gut besoffen, so dass ich mich fragte, wie sie denn den Tag überstehen wollten. Eigentlich alles halb so schlimm, wenn man sich noch einigermaßen benehmen kann. Wenn aber jemand direkt vor(!!!) der Klotür hinpinkeln will, hört der Spaß auf. Dieser Typ hat zurecht Anschiss bekommen und kann froh sein, dass er noch weiterfahren durfte. Nun denn, nach ein wenig tanzen ging ich wieder in unser Abteil und chillte mich wieder auf meinen Platz. Ich war eingepennt und wurde erst wieder wach, als wir (ich glaube, es war halb 5) in Hannover hielten und es ziemlich laut wurde. Es gab ein wenig Trouble mit 96-Fans, die den Dicken machen wollten. Ein paar Flaschen wechselten im Flug die Besitzer und aus unserem Zug vernahm ich den Kommentar: „Ihr wisst noch nicht, wer wir sind.“ Fand ich irgendwie lustig und da ich jetzt auch nicht mehr einpennen konnte, machte ich mich ans Essen ran. Irgendwann ging die Tür in unserem Abteil auf und die Person die reinluscherte sagte nur: „Verhaften wollten wir Jakojan! Und wieder nicht geschafft!“ Danach ging die Tür wieder zu und er war weg. Keine Ahnung was damit gemeint war, aber wieder fand ich so einen sinnfreien Satz lustig. Ja, ich bin manchmal ziemlich leicht zu begeistern. Zurück ging es in den Tanzwagen, dann mal wieder hier hin und dort hin und wieder im Abteil einpennen. Ich schreckte erst wieder auf, als ziemlich laute Musik durch den Raum schallte, mit dem abschließenden Hinweis, dass es im Tanzwagen nun Kaffee geben würde. Nach dieser Schrecksekunde fielen meine Augen wieder zu. Ein paar Sekunden krachte die laute Musik wieder durch das Abteil, diesmal mit dem Hinweis: „Aber ohne Milch und Zucker!“ BÄÄM! Nun konnte ich garantiert nicht mehr einpennen. Wir machten uns auf den Weg dorthin, und gönnten uns ein koffeinhaltiges Heißgetränk.

Wir waren schon in Bayern und es dauerte nicht mehr lang. Kurz vor München noch die Wertsachen in unseren Rucksack verstaut und die große Tasche in der Bahn gelassen. Die Ankunft am HBF war sehr entspannt. Selbst die Cops, waren zurückhaltend und nicht so aggressiv wie man das von einigen Auswärtsfahrten kennt. Als sich der ganze Mobb in Bewegung setzte, wollte Maik ja noch unbedingt Zigaretten kaufen und verschwand in einem Kiosk. Die Idee fand ich nicht so gut, da ich keine Lust hatte, den Anschluss zum Mobb zu verlieren. Nach einigen Minuten konnte ich Maik nun doch endlich dazu überreden, sich nicht stundenlang für die scheiß Kippen anzustellen. Wir sind dann wieder raus und alle anderen waren Weg. Ja super, nun also alleine durch München. Oder doch nicht? In der Ferne sah ich eine kleine Gruppe St. Pauli Fans den Bahnhof verlassen. Denen müssen wir also nur noch hinterher und schon sind wir am Stadion. Denkste! Wir laufen denen eine viertel Stunde planlos hinterher und fanden uns anschließend auf einem Weihnachtsmarkt wieder. Ob sie denn auch nicht wüssten, wie man zum Stadion kommt, fragten wir. „Wieso Stadion? Wir wollen erstmal auf den Weihnachtsmarkt“ Toll, und ich wunder mich noch über die Zick-Zack-Route durch die Stadt. Wir sind dann in den nächsten U-Bahnhof und verzweifelten eine Weile am Fahrkartenautomaten. Dazu muss man sagen, dass die Bayern sehr hilfsbereite und überwiegend freundliche Menschen sind. Einige Leute haben gleich signalisiert, dass sie selbst keine Ahnung von der Technik haben. Trotzdem haben sie sich die Mühe gemacht, uns weiterzuhelfen. Wird dir in Hamburg kaum passieren. So ging es mit der Bahn weiter nach Fröttmaning. Dort ausgestiegen, waren wir so ziemlich die einzigen St. Pauli Fans. Klar, wir hatten ja unseren Anhang verloren. Aber trotzdem kannst du dich da frei bewegen und wenn du nach dem Weg zum Stadion fragst, bekommst du eine höfliche und genaue Antwort. Das mach‘ mal als Auswärtsfan in anderen Städten. Wir kamen direkt zum Eingang der Südkurve an. Deren Süd ist wie unsere, also die Bayern-Fankurve. Ein Ordner sagte uns, dass wir sogar mit unseren Karten hier rein kommen würden. Unglaublich! Da stehst du als Auswärtsfan direkt am Einlass vor der Südkurve und es kommen keine doofen Sprüche des Bayern-Anhangs. Nicht einmal böse Blicke bekamen wir. Die sind da so gelassen, das glaubst du nicht. OK als 60er oder Nürnberger würde ich das nicht gerade machen. Aber Überrascht über diese Gelassenheit war ich schon. Irgendwann ging‘s auch rein. Als wir im Oberrang ankamen, sagte der junge Ordner zu uns „Heute haut ihr sie weg“ Ich dachte, der hat ja ein riesen Vertrauen zu seinem Team. Da machte er die Jacke auf und darunter kam ein 1860-Shirt zum Vorschein. Ah, alles klar dachte ich und grinste. Der Banner fand seinen Platz und wir trafen zufällig einige Leute aus unserem Südkurvenumfeld vom Millerntor. Das Stadion ist echt riesig und ganz oben musste ein wenig schwindelfrei sein. Aber man gewöhnt sich dran. Das Spiel an sich fing gut an und St. Pauli schaffte es in den ersten 15 Minuten, die Bayern nicht in die eigene Hälfte zu lassen. Dann ging es aber los, und Altintop zog einfach mal zum 1:0 ab. Der Ausgleich lag uns auf dem Fuß, aber wir schießen ja in letzter Zeit lieber daneben. Mit der Bayern-Führung ging es in die Pause und  St. Pauli hatte in der zweiten Hälfte wieder den besseren Start erwischt. Es ist wohl schwerer den Ball aus vier Metern zu verschießen als ihn direkt reinzumachen, aber wir schaffen das! Wenn wir ihn nicht reinmachen, darf Bayern halt wieder und Lahm verwandelte einen Elfmeter, nachdem Kessler rot sah. Den Abschluss machte noch Ribery mit dem 3:0. Naja, alles wie erwartet. Mehr als über die Niederlage, habe ich mich über die Becherwerfer aufgeregt. Die waren unter uns im Mittelblock und warfen ihre Plastikdinger nach vorne. Sie trafen nicht nur die Bayern-Fans unter ihnen (die übrigens nicht provoziert haben und total friedlich waren) sondern teilweise auch den eigenen braun-weissen Anhang. Wie doof muss man sein? Nachdem Schweinsteiger seine Vertragsverlängerung für die nächsten fünf Jahre bekanntgab, machten wir uns auf dem Weg. Maik musste noch die Arena-Karte entwerten und so suchten wir einen passenden Automaten. Wir suchten überall und fanden uns plötzlich im Umlauf der Südkurve wieder. Erstaunlich wie leicht man als Auswärtsfan dahingelangen kann. Direkt vor den Stehplätzen der Bayern Fans standen wir. Und wieder keiner der uns anmachte oder uns nur blöd anschaute. Irgendwo draußen fanden wir nun diesen doofen Schalter für die Karte und es ging bei Schneeregen zurück zum U-Bahnhof. Dort trafen wir wieder die Nord-Supportler und gingen langsam weiter zum Gleis. Es war sehr voll und ein U-Bahnmitarbeiter sabbelte wie ein wilder Radiokommentator durch die Lautsprecher: „Bahn sowieso fährt nun ein. Achtung, Bahn Dings Bums macht nun Tür zu! Bitte gehen Sie weiter!“ Mein Lieblingsspruch war: „Bitte beachten Sie, dass die Bahn kein Flugzeug ist mit zwei Türen. Sie können bis zur Mitte durchgehen“ Der Typ hat die Situation richtig mit Leidenschaft anmoderiert 🙂

Gegen 19 Uhr waren wir auch am Hauptbahnhof und kurze Zeit später waren wir wieder im Sonderzug. Auf der Rückfahrt war ich total kaputt. Ich döste vor mich hin und wollte noch zu den Simulanten in den Tanzwagen. Die hatten nämlich Tresendienst und ich wollte sie eigentlich besuchen. Aber wie gesagt, ich war zu müde. Ich schlief ein und irgendwann war ich mit Maik alleine im Abteil der auch nur vor sich hinschlummerte. Jessy und Zecke haben mich noch geweckt und wir schnackten noch eine Weile rum. Am frühen Morgen ging es noch einmal in den Tanzwagen um ein Spezi zu trinken und irgendwann später waren wir auch wieder in Hamburg. Die Rückfahrt war also recht unspektakulär. – Christoph

St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern

Dezember 7, 2010

Wir können nicht die ganze Welt retten, aber das Millerntor kriegen wir hin

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Es ist mal wieder soweit: Freitagabend, Flutlicht und der Geruch von Bier bzw. Glühwein liegt in der Luft. Noch schnell drei Paar Socken übergezogen, den Rucksack mit dem Banner drin geschnappt und schon ging’s von der Arbeit direkt los. Während ich am Berliner Tor auf die Bahn wartete, dachte ich über das bevorstehende Spiel nach. Ich erwartete eine Partie mit viel Kampf und Einsatz und weniger Schönspielerei. Die Bahn kam und war schon gegen 18 Uhr recht gut gefüllt mit Leuten, die den gleichen Weg hatten wie ich. Zum Sitzen war die Bahn zu voll, so stand ich und lehnte mich an. Ich wusste, gleich kommt wieder dieser Moment. Ein Phänomen, das man auf der U3-Strecke immer wieder beobachten kann. Denn sobald die Bahn vom Rödingsmarkt in Richtung Baumwall abbiegt, verdrehen alle Leute den Kopf. Der Hafen bekommt die volle Aufmerksamkeit. Touris oder alte Hamburger, alle schauen nur auf das Wasser und die Schiffe. Die Kopfhörer versorgen mich mit alten Eimsbush-Beats und die Lichter ziehen wie in Zeitlupe an mir vorbei. Mit dem Rucksack auf dem Rücken komme ich mir vor, wie ein kleiner Junge. Wie damals, als wir in den Projektwochen Ausflüge in die Stadt unternommen haben. Die Bahn fuhr in den Bahnhof Landungsbrücken ein und der kleine schöne Moment ist vorbei. Noch eine Station und es würde wieder raus in die Kälte gehen. Die Treppen hoch, schnell am Dom vorbei und schon stand ich beim Eingang Süd / Gegengerade. Wieder fragte ich mich, warum das Tor zum Einlass nach außen schwenkt. Ist doch eigentlich total unpraktisch, da ja da die ganzen Menschen stehen. Vielleicht ändern die das ja mal. In der Schlange hörte ich, wie sich zwei Personen über Susis-Loge unterhielten. Der eine sagte sinngemäß: „Wir können nicht die ganze Welt retten, aber das Millerntor kriegen wir hin“ Japp, 100% agree dachte ich. Die Geschichte mit der Loge ist ja mittlerweile bekannt. In diesem Fall fühlt man sich als St. Pauli Fan komplett verarscht. Ich nehme mir das Recht raus, Leute die Titten und Ärsche als Unterstützung brauchen um unsere Spiele zu sehen, nicht als Fans des FC St. Pauli zu bezeichnen. Aber dazu an anderer Stelle die Tage mehr.

Auf der Tribüne angekommen, machte ich mich gleich ans Werk. Versuch mal bei der Eiseskälte, ein Banner alleine an den Zaun zu befestigen. Mit Knoten, Strammziehen und den ganzen Tüddelüt. Aber es hat nach einigen Minuten funktioniert. Noch schnell die Leute um mich herum begrüßt und schon kamen auch Barbie, Maik, Benny und Ronny nach. Mit dem Blick auf’s Spielfeld stellten wir fest, dass der Spielertunnel die Seite gewechselt hatte. Ungewohnt, aber soll angeblich auch kein Dauerzustand sein. Da liefen sie nun ein, unsere Kicker und die Region. Bäh nee, ich mag die Bezeichnung „Region“ nicht. Kein Wort hört man öfters in Bezug auf Kaiserslautern. Und spätestens seit 2008 („Kaiserslautern darf nicht absteigen, die sind so wichtig für die Region“) ist der Begriff so was von ausgelutscht. Bis zum Spiel wärmten wir uns mit dem Einsingen auf und wussten, heute ging nun wirklich was.

Als die Spieler einliefen, gab es ein wenig Pyro aus dem Gästeblock und selbstbemalte Papierschals auf unserer Seite. Spielerich ging es auch wieder gewohnt gut los. Ebbers versuchte es kurz vor dem Strafraum, der Ball ging aber leider daneben. Nach einer Chance von Lautern durch einen langen Ball, kamen wir öfter zum Zug. Unter anderem auch ein ansehnlicher Freistoß von Lehmann, aber gehalten vom Torwart Sippel. Schade, in der zweiten Liga gingen die Dinger irgendwie einfacher rein. Ohne einen Treffer ging es in die Pause. In der 48. Minute sorgte Tiffert für die Führung. Nicht für Kaiserslautern, sondern für uns. Ein schönes Eigentor, nach einem langen Freistoß von Kruse. Es gab in der zweiten Hälfte weitere gute Möglichkeiten für uns. Besonders nach einem schönen Spielzug von Rouwen Hennings. Aber da hatte leider wieder Lauterns Torwart Sippel was gegen. Sein Strafraum wurde währenddessen mit mehreren Schneebällen verziert. Ist vielleicht nicht ganz so schlimm, aber sollte ein etwas härterer Schneeball ihn unglücklich treffen, kann es meiner Meinung nach auch teuer für unseren Verein werden. Auf dem Rasen hatte Lehmann wieder einen schönen Freistoß geschossen und auch die roten Teufel hatten noch eine gute Möglichkeit. Es blieb aber bei dem 1:0 Sieg für uns. Endlich wieder ein Sieg und vor allem am Millerntor. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ schallte es nun durch das Stadion und die Tribünen leerten sich. Wir blieben aber noch eine ganze Weile mit dem Kern der Südkurve auf unseren Plätzen stehen. Die USP-Trommel dachte gar nicht daran, Feierabend zu machen. So tanzten und sangen alle fröhlich vor sich hin. Der Rest des Stadions war schon leer, aber auf der Südkurve entstand so was wie ein kleiner Rave. „Oh, Sankt Pauliii! Oh, Sankt Pauliii!“ *sing*

Irgendwann machten auch wir uns auf dem Weg zum Fanladen. Dort noch das neue Herz-Shirt abgegriffen. Wieder mal ein cooles Teil. Danach ging es noch mit den Konsorten zum Bierchen trinken, in die 3-Zimmer-Wohnung. Eine kleine Bar, die eingerichtet ist, tja wie eine Wohnung halt. Hatte was von einer Privatparty, nur das man sonst keinen kannte. Naja, auf Partys kennt man ja auch nicht immer jeden und trotzdem kommt man ins Gespräch. Anschließend noch einen Döner und auf’m Hamburger Berg lud Ronny noch zum Wodka Ahoi trinken ein. Danach ging es ab nach Hause und ins Bett. – Christoph