Archive for April 2011

Ein Stück St. Pauli geht

April 21, 2011

Jetzt ist es bekannt und alle wissen Bescheid. Holger Stanislawski wird den FC St. Pauli zusammen mit André Trulsen und Klaus-Peter Nemet verlassen. Zusammen nehmen sie eine neue Herausforderung in Sinsheim an. Der Abgang von Stani, wurde schon Wochen vorher in den Medien kommuniziert. Man konnte sich also ein wenig darauf einstellen. Trotzdem war ich sehr traurig, als es richtig offiziell bestätigt wurde. Denn ohne Stani kenne ich den FC St. Pauli noch gar nicht. Seit 1995 bin ich nun Fan unseres geliebten Vereins und seitdem waren auch beide Spieler immer dabei. Ok, Trulsen hörte ja schon 2002 nach dem Abstieg aus der ersten Liga als Spieler bei uns auf. Er wechselte nach Kiel, um dann anschließend wieder zu uns zurückzukehren. Zusammen mit Stani bildete er das wohl kompetenteste Trainer-Gespann, das St. Pauli jemals hatte. Unter ihrer Leitung wurde 2007 der Aufstieg von der Regional- in die 2. Liga perfekt gemacht. Drei Jahre später dann der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Stani und Truller, diese beiden passen einfach zu uns… zu uns, dem FC St. Pauli. Sie sind authentisch, ehrgeizig, können rumflachsen ohne Respekt zu verlieren. Besonders Stani hat schon als Spieler die Sachen auf den Punkt gebracht (Interview 2002 nach dem 0:6 gegen Lübeck, auf die Frage zur eigenen Leistung: „Das war einfach desolat“) Unvergessen auch die Aufstiegsfeier 2001 mit dicker Zigarre im Mund. Gern erinnere ich mich an seinen letzten Einsatz 2004 als Spieler zurück, oder an das gemeinsame Abschieds-Spiel für ihn und Trulsen 2005.

Es fällt mir schwer, die Zukunft ohne die beiden vorzustellen. Gleichzeitig kann ich auch die Entscheidung über einen Wechsel verstehen. Die Trainer haben ja keine Fanbrille auf, sondern möchten sich auch im Job weiter voranbringen. Gut, die meisten von uns hätten sich wahrscheinlich gewünscht, dass es nicht gerade der Retortenverein aus Sinsheim werden würde. Aber ich denke mal, dass in Hoffenheim nicht die schlechtesten Arbeitsbedingungen für einen Trainer herrschen. Der Club hat Geld, wahrscheinlich top Trainingsplätze und eine unkritische Fanszene. Gleichzeitig wird der Druck ein anderer sein, als beim FC St. Pauli. So langsam wollen sie international Spielen. Bei uns reicht ein Klassenerhalt in der Bundesliga schon aus, um alle in euphorische Stimmung zu bringen.

Wir wünschen Stani, Truller und KaPe für die Zukunft alles Gute! Vielleicht kommt ihr ja irgendwann wieder, weil euch der gute alte Kiezclub fehlt! – Christoph

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Bayer 04 – St. Pauli

April 13, 2011

So ein Mist!

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Ach ist das schön, um 15:30 Uhr erstmal Gladbach – Köln gucken und direkt im Anschluss Leverkusen – St. Pauli! Da freut sich die couch potatoe vor dem Fernseher. Und die Auswärtsfans freuen sich immer besonders, wenn sie ein Spiel an einem Sonntagabend sehen können. Heeey… Begeisterung! Am besten ist immer das späte nach Hause kommen, da Fußball-Fans auch nicht zur Schule müssen und Arbeit haben sie sowieso alle nicht *nerv*
Wir machten uns also auf den Weg nach Leverkusen. Da ich eine Karte über hatte, kam David aus meiner Firma mit. Was Fußball angeht, ist er eher der stille und neutrale Beobachter. Beim hsv war er bisher ein paar Mal, aber bei einem Spiel der Braun-Weissen noch nicht. Wir wollten uns U-St. Pauli treffen um dann mit dem Fanladen-Bus nach Leverkusen zu fahren. Er wartete schon oben an der Station als er mich anrief und fragte, wo ich sei. Es war kurz vor 10 Uhr und ich steckte noch im Busersatzverkehr zwischen Kellinghusenstraße und Schlump fest. So ein Mist! Ich benutze nicht oft die U-Bahn, eigentlich nur um zum Stadion zu kommen. Daher hab ich irgendwelche Mitteilung bezüglich des Ersatzverkehrs nicht mitbekommen. Ich kam also viel zu spät am Treffpunkt an. Und als ich die Treppen vom Bahnsteig hochsprintete, sah ich auch schon die Fanladenbusse direkt vor meiner Nase vorbeifahren. So ein Mist! Doch Glück im Unglück, denn Benny, Maik und Denise wollten mit dem Auto nach Leverkusen runterfahren und sich sowieso erst um 11 Uhr in Barmbek treffen. Ein kurzes Telefonat mit denen und wir beschlossen (da wir nun zwei mehr waren) mit Davids größerem Auto gemeinsam runter zu fahren. Also wieder zurück nach Barmbek, das Auto geholt und die anderen eingesammelt.
Die Fahrt nach Leverkusen verlief ganz gut. Keine Staus, kamen flott voran und haben nur zwei kleine Pausen gemacht. Als wir in der Pillenstadt ankamen, tankten wir noch einmal voll auf. An der Tankstelle vernahm ich auch gleich ein „Haut sie wech, den scheiß Plastikclub“ gesprochen im Kölner Akzent. Ich drehte mich um und ein älterer grinste zu uns rüber. „Alles klar“ antworteten wir!
Danach haben wir gleich einen Parkplatz in Stadionnähe gesucht. Naja, so wirklich nah dran an der Arena, äh am Stadion war unser Parkplatz dann doch nicht. Drei Kilometer mussten wir mit dem Bus-Shuttle zurücklegen. Bevor dieser losfuhr, stand der noch eine Weile rum. Ein Ordner schloss immer wieder die Tür um sie nach zwei Sekunden wieder für ankommende Fans zu öffnen. Warum er die Tür immer wieder zumachte, verstand keiner. Auf, zu, auf, zu… bestimmt 10 Minuten lang. Der Bus füllte sich immer mehr mit Fans aus Hamburg und Anhänger der Pillenkicker. Alles sehr friedlich. Allerdings fiel mir auf, dass die Leverkusener fast alle gleich aussahen. Geschätzte 99% liefen mit dem aktuellen Trikot rum. Kaum einer hatte was anderes von seiner Lieblingsmannschaft an. Sah irgendwie eintönig aus.
Am Stadion angekommen, noch eine Wurst und ein Bier holen. Ähäh.. Bargeld is nich! Kartenbezahlsystem ist angesagt, der Traum eines jeden Auswärtsfan. So ein Mist! David holte dann doch so ein blödes Plastikteil. „5€ Pfand kommen noch hinzu“ sagte der Typ am Schalter. „Achso, die muss man auch wieder zurückgeben?“ antwortete David. Der Schaltertyp: „Nicht wenn du der Meinung bist, das ihr nächste Saison auch noch hier spielt“ Haha, sehr lustig….
Maik, Denise und Benny gingen in den unteren Gästebereich, für David und mich ging es in den Oberrang. So sieht sie jetzt also nach dem Umbau aus, die Arena… äh das Stadion. Die Logenwand hinter dem Tor ist geblieben. Die Sitze sind nun alle rot, ein Oberrang wurde raufgesetzt und noch mehr Logen in die Tribünen gebaut. Einzigartig in Deutschland ist wohl der Stehplatzbereich der Heimfans. Nicht hinter dem Tor, sondern in einer Ecke zwischen Kurve und Geraden gequetscht. Naja, wenn die sich da wohl fühlen, mein Ding wär das nicht.

Das Spiel war mal wieder nicht so toll. Leverkusen machte phasenweise echt Druck, aber wir hielten die Null. Teilweise hatten wir Glück das Bene gut reagierte, und manchmal hatten die Leverkusener den Ball einfach danebengehauen. 0:0 bis Zur Halbzeit, aber nach der Pause, kamen wir besser ins Spiel. Bis zur 58. Minute als Bruns über die rechte Seite kam, nach innen spielte und Takyi den Ball ins Tor versenkte. Nach der 1:0 Führung für uns, kam aber Leverkusen wieder mehr in die Gänge. In der 66. Minute war es dann auch soweit. Derdiyok  spielte auf Kießling, der zum Ausgleich traf. So ein Mist! Naja, vielleicht halten wir ja das Unentschieden, dachte ich. Das wäre schon mehr als ich erwartet hatte. Aber es sollte nicht sein. Genau 11 Minuten später kam Bender zur Torchance und nutzte diese auch. Bene sah dabei leider nicht gut aus, da sich der Ball noch unter ihm wegrollte. So ging das Spiel auch mit 1:2 verloren. So ein Mist! Es ist echt ätzend. Du denkst, so viele Niederlagen in Folge kann es doch gar nicht geben und dann kommt immer noch eine obendrauf.
Danach ging es wieder runter, die anderen einsammeln und zum Bus-Shuttle. Immerhin kamen in unserer Gegenwart keine Provokationen der Leverkusener, da der Bus wieder voll mit Fans beider Mannschaften war. Anschließend ging es mit dem Auto wieder zurück Hamburg. Ein wenig nervig war das Navi, dass bei jedem Blitzer im Umkreis ein lautes „DIIING“ von sich gab. Es meldete sogar Blitzer, die in irgendwelchen Nebenstraßen und nicht direkt auf unserer Strecke waren. War man als Beifahrer gerade ein wenig eingedöst, konnte man sicher sein, dass das Navi einem wieder aus den Träumen riss. Wir wussten aber auch nicht, wie wir das Teil ausschalten konnten. So ein Mist! Um 1 Uhr kamen wir dann endlich zu Hause an und dann ging es ab ins Bett. – Christoph

St. Pauli – Schalke 04

April 5, 2011

pissed off!

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Ich weiss eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll. Irgendwie bin ich zu genervt von der jetzigen Situation. Wieder verloren… das X. Spiel in Folge. Ich zähl schon gar nicht mehr. So langsam geht’s abwärts, ich erwarte aber auch nichts mehr von den restlichen Spielen. Von der Arbeit bin ich direkt los zum Stadion. Dort die anderen vor dem Clubheim getroffen. Es war noch ein wenig Zeit für ein Bier bevor es reinging. Das Wetter war angenehm mild und irgendjemand laberte von der Mopo-Überschrift „Bei Flutlicht und Dom hat St. Pauli fast immer gewonnen“. Ich halte von solchen Texten überhaupt nichts, denn entschieden wird das Spiel auf dem Platz. Und dort war neben 21 anderen Spielern auch Raúl anwesend. Ich mag Real Madrid nicht, dennoch ist Raúl ein einzigartiger Spieler. Ein Weltstar, der mit einem der erfolgreichsten Vereine der Welt etliche spanische Meisterschaften, Champions League-Titel und den Weltpokal gewonnen hat, steht nun auf dem heiligen Rasen des Millerntorstadions. Der Spieler, der schon immer Real Madrid verkörperte, spielt vor unserer rustikalen Gegengerade. Ein komisches Gefühl, das ich nicht so wirklich einordnen konnte. Schade, dass er auch gleich das 1:0 für Schalke gemacht hat. Ecke, Kopfball und drin war das Ding. Viel mehr mag ich nicht mehr über das Spiel schreiben. Es fiel noch das 0:2 und kurz vorher wurde ein Treffer durch eine vermeintliche Abseitsstellung nicht gegeben.
Das Spiel ist mal wieder typisch und reiht sich somit weiter in die Negativserie ein, die wir zurzeit erleben. Ach, wenn es nur das wär… Denn jemand von der Haupttribüne kam auf die geniale Idee, seinen Frust an den Linienrichter mit einem Becherwurf abzubauen. Becherwürfe, da sind wir wieder bei einem unserer Lieblingsthemen aus der Fanszene. Ich bin auch oft wütend auf irgendwelche Spieler, die Schiedsrichter oder sonst wem. Dann gestikuliere oder pöbel ich wie wild rum. Aber jedes kleine Kind weiss, dass man nichts auf das Spielfeld werfen sollte (lustige Luftballons, Konfetti usw. ausgenommen). Als der Linienrichter getroffen wurde, dachte ich sofort ein (oder waren es zwei?) Heimspiele zurück. Als es vor dem Spiel hieß, das der Verein wegen diverser Wurfgeschosse aus der Gegengerade schon beim DFB unter Beobachtung steht. Geil, jetzt werden die bei uns richtig abkassieren. Darauf haben sie doch nur gewartet, und ein Vollidiot von der Haupttribüne serviert ihnen einen beispiellosen Vorfall direkt auf’s Silbertablett. Ihr merkt, ich bin total verärgert. Nicht wirklich über die Niederlage, sondern vielmehr über diesen Vorfall. Ich drehte mich nur noch um, schaute nicht mehr auf’s Spielfeld. „Das war’s“ dachte ich innerlich, während ich die Tribüne hinaufschaute. Da waren sie wieder, die Gästefans auf den Sitzplätzen der Südkurve, die nur noch rumprovozierten. Darüber aber im nächsten Artikel mehr. Da mich dieses Phänomen zu sehr aufregt, als das ich es hier irgendwo mit einquetschen könnte.
Nach dem Spiel ging es noch kurz ins Clubheim. Dort Patrick vom Nord Support getroffen (Danke für das Bier). Wir sprachen kaum über das gerade abgebrochene Spiel, sondern fast nur über mögliche Gegner der kommenden Saison. Rostock, Braunschweig, Paderborn….Üüüüääärgs, daran mag ich gar nicht denken. Daher mach ich mal Schluss hier. – Christoph