Archive for September 2011

St. Pauli – Erzgebirge Aue

September 27, 2011

Trinkt mehr Wasser!

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Freitag, schönes Wetter und Fussball. Eigentlich eine gute Mischung, wenn man zudem noch einen halben Tag frei hat. Ok, den halben Tag musste ich mir nehmen, weil die Spielbegegnung wieder auf eine beknackte Uhrzeit gelegt wurde. Und weil ich nichts verpassen wollte, wurde halt ein halber Urlaubstag geopfert. Was tut man nicht alles für den magischen FC? So bummelte ich gegen 13 Uhr in der City rum. Ich hatte mir vorgenommen, von der Alster direkt zum Stadion zu laufen. War dann aber doch zu faul und fuhr mit der S-Bahn vom Jungfernstieg zum Hafen. Da wieder raus und mit der Kamera in der Hand weiter geschlendert. Hier und da ein paar Fotos gemacht und nach kurzer Zeit kam ich am Zirkusweg vorbei. Die dort ansässigen Büros tragen momentan ein kleines Post-it-Battle aus. Die Idee ist nicht neu und stammt eigentlich aus Frankreich. Zumindest machen sie die sterile Ecke etwas bunter. Der Weg führt mich weiter zur Reeperbahn und ein Blick auf die Uhr verriet mir: So viel fuckin‘ Zeit noch. Die anderen würden erst gegen 16 Uhr kommen. Aus lauter Langeweile ging ich gefühlte drei Mal um das Stadion herum. Ich kaufte mir was zu essen, ging durch’s Viertel und knipste fröhlich ein paar Bilder. Irgendwann landete ich dann noch im Fanladen, besorgte ein paar Sachen und ging weiter Richtung Stadion. So langsam füllte sich auch der Vorplatz und bis 16 Uhr passierte auch nicht mehr viel. Das Wetter passte noch immer, ich war voller Euphorie auf das kommende Spiel. Aue? Was sollen die uns schon anhaben können? Und dann noch zu Hause!
Am Einlass die üblichen Verdächtigen begrüßt und schon bewegten wir unsere Ärsche hinein. Maik besorgte noch den Kiezkicker und die (das? den?) Basch. Und siehe da unser Blog wurde im Zine (Basch) erwähnt. Wenn auch eher nebenbei, denn es war ein Artikel über St. Pauli Blogs zu finden. Wir wurden so gesehen nicht zu den Favoriten gezählt, aber immerhin aufgelistet. Das nicht viel über uns stand, ist aber auch nach vollziehbar. Es gibt Blogs, die sind uns meilenweit voraus, da dort einfach besser und regelmäßiger geschrieben wird. Aber hey, wir sind zumindest schon mal aufgefallen. Trotzdem ist bei uns noch viel Luft nach oben und wir machen noch nicht das daraus, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.

Das Spiel? Ach ja, das gab es ja auch noch. An eine Heimniederlage muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Es zeigt aber den Leuten, die glauben wir würden einfach so durch die Liga marschieren, dass es auch anders laufen kann. Immerhin hatte Ebbers den Führungstreffer erzielt. Es ist schön zu sehen, wie er nach seiner Ellenbogenverletzung wieder voll aufdreht und die Buden macht. Mit dem 1:0 ging es auch in die Pause und ich besorgte noch einmal was zu trinken. An dieser Stelle muss ich mal Werbung für den Viva Con Agua-Stand im Umlauf der Südkurve machen. Wenn euch die Warteschlange beim Bierstand zu lang ist, oder ihr euch generell über die teuren Getränkepreise ärgert, geht doch einfach mal zu den Mädels und Jungs am Wasserstand. Da bekommt ihr für eine Spende, lecker was zu trinken. Kostet nicht viel, schmeckt gut und ihr tut nebenbei auch was Gutes. Alle hin da!!!

Hälfte Zwei? Ach ja, die gab es ja auch noch. Aue zog immer mehr an und kam zu einigen Chancen. Bei einer verletzte sich Lasse Sobiech, als er in der 53. Minute bei einer Rettungsaktion gegen den Pfosten prallte. Anschließend kam Funk für ihn ins Spiel. Das Spiel lief gut eine Stunde, da kam Aue über die linke Seite, ein schneller Pass in die Mitte und Tor. Da war das 1:1. Es dauerte auch nur weitere neun Minuten, da machte Tobias Kempe das 2:1 für die Mannschaft aus dem Erzgebirge. Es ist erschreckend, wie einfach er durch unsere Abwehr kam. Unsere paar Chancen wurden einfach nicht konsequent genutzt. Aue machte viel mehr draus, so dass Könnecke nur noch zwei Abwehrspieler und Tschauner vor sich hatte und den Ball locker reinschießen konnte. DAMN! Aue führte nun schon mit zwei Toren Unterschied und es schien gelaufen zu sein. Das dachten wohl einige Zuschauer auf der Haupttribüne, die in großen Schaaren abzogen. Ja, Hauptsache immer schön erfolgreich spielen, dann macht die „Pauli Paadyy“ auch Spaß. Aber wehe, es läuft nicht wie gewünscht, dann gehen wir. Ein absolutes Kackverhalten, dass unsererseits mit Pfiffen quittiert wurde. Diejenigen, die dablieben, haben uns beim Support und damit auch die Mannschaft weiterhin unterstützt. Leider hat es nur noch zu einem Anschlusstreffer von Saglik in der 90. Minute gereicht. Kurz darauf erfolgte auch schon der Abpfiff.
Kurz nach Spielende flog wohl wieder ein Becher, Richtung Schiedsrichter. Spätestens nach dem Vorfall vom Schalke-Spiel, kann ich so ein Verhalten schwer nachvollziehen. Gerade jetzt, in der Zeit wo unser Verein sowieso schon unter besonderer Beobachtung des DFB steht, ist so etwas selten dämlich. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe der FC St. Pauli diesmal aufgebrummt bekommt. Trotzdem bin ich generell gegen eine Hexenjagd, gegenüber dem Werfer. Es ist und bleibt eine doofe Aktion, ja. Aber mehrere Hunderttausend Euro von einer Einzelperson zu verlangen (wie es z.B. oft in der Mopo stand) geht meiner Meinung gar nicht. Jetzt nicht juristisch gesehen, sondern eher menschlich.

Zum Abschluss steht fest, dass es noch viel zu tun gibt, wenn man sich oben in der Tabelle halten will. Gerade unsere Abwehr, ist mir noch ein wenig zu wuselig. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs das in den Griff bekommen – Christoph

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St. Pauli – TSV 1860 München

September 22, 2011

Wildes Rumgefuchtel

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Einigen von euch ist es wahrscheinlich schon aufgefallen. Unsere Berichte erscheinen in letzter Zeit ziemlich unregelmäßig und verspätet. Es liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe. Nur komme ich kaum zum Schreiben. Oft kommen andere Dinge dazwischen, oder man kommt von der Arbeit und fällt direkt ins Bett, weil man zu müde ist. Aber weil ich immer noch Bock drauf habe und weil mir noch tausende Sachen einfallen, die ich schreiben könnte, mache ich weiter.
Einigen interessiert es wohl nicht mehr, trotzdem schreibe ich noch über das Spiel gegen 1860. Ich hoffe, bald komme ich wieder regelmäßig dazu, euch mit meinen Texten zu verwirren.

Nach dem Aufstehen, ging es eigentlich auch schon los zum Stadion. Ok, dazwischen lag noch Duschen, Anziehen und Zähneputzen. Bei der frühen Anstoßzeit, macht man sich halt früh auf’m Weg. Meine Eltern sagten mir noch, dass sie auch hinfahren. Da der Freund von der Cousine meines Vaters (keine Ahnung, was die Cousine von Vaddern für mich ist… daher diese komische Beschreibung) ursprünglich aus München kommt, somit 60er ist und auch das Spiel im Stadion verfolgt. Meine Eltern nun mit, um auf gut Glück Karten zu bekommen. Sollte nichts gehen, würden sie das Spiel im Clubheim gucken. Am Poppenbüttler Bahnhof traf ich zunächst auf einen hsv-Fanclub (Rauten-Fieber) hab’s mir aber verkniffen, nach dem Ergebnis vom Bremen-Spiel zu fragen (höhö) Die waren aber relativ gut drauf. Keine Ahnung, warum die noch einen Tag nach dem Spiel da ne‘ Versammlung hatten. Da kam auch schon Maik und wir fuhren zum Stadion.

Auf dem Südkurvenvorplatz war verhältnismäßig wenig los. Klar, am Sonntagvormittag sind viele noch mit Familie, Frühstück, Schwiegereltern beschäftigt. Nach kurzer Zeit trudelte Benny ein und danach trafen wir auch schon die Familienbande. Meine Eltern haben es tatsächlich geschafft, Karten zu bekommen. Zum Normalpreis, aber für den Gästeblock (Nordkurve Sitzplatz). Ich hab meine Eltern daraufhin geraten, im Block nicht den „Dicken“ zu machen. Wir mögen es halt auch nicht, wenn die Gäste bei uns in der Süd Radau machen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit dem Gästeanhang auf der Südkurve extrem gebessert hat. Zudem gab ich meiner Ma meine Kamera mit, um mal Bilder aus anderen Perspektiven zu haben.

5 Minuten vor dem Einlass war noch relativ wenig los. Ganz entspannt konnten wir nun einen kleinen Zwischengang zwischen Schwimmbad und der Kita nutzen, um zum Eingang zu gelangen. Nach einigen Minuten ließen uns die Ordner ins Stadion und das Übliche nahm seinen Lauf. Banner antüddeln und restliche Leute auf der Kurve begrüßen. 10 Minuten vor dem Spiel bekam ich ein Anruf von Ma auf’m Handy. Sie winkte herüber um zu zeigen, wo sie saßen. „Huhu, hier sind wir. Aber ich kenne die Lieder gar nicht, die sie singen!“ sagte sie. „Ma, du bist im Gästeblock, die singen unsere Lieder nicht!“ – „Oh!“ Sehr schön J Das Motto des Tages hieß Jolly Rouge. Es galt weiterhin ein Zeichen zu setzen, gegen Kommerzialisierung, Susis Loge und anderen Mist, der mit dem FC St. Pauli nichts zu tun hat. Dementsprechend wurden wieder viele rote Fahnen und Schals hochgehalten. Eine wunderschöne Choreo wurde auf der Süd durchgeführt. Kurz vor dem Spiel war auf der Süd alles braun weiss. Pünktlich zum Anpfiff, verwandelte sich alles in rot und der Jolly Rouge kam zum Vorschein. Einfach hammer.

Das Spiel war genial, auch wenn es zuerst gar nicht danach aussah. Die Münchner führten durch einen Elfmeter mit 1:0. Benny Lauth traf zur Führung. Anfang der zweiten Halbzeit gab es leider auch schon das 0:2, durch ein Eigentor von Schindler. Sehr ärgerlich, da ich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf ein Unentschieden gehoffte. Wenn überhaupt. Aber, dass die Mannschaft aber mit Vollgas zurückkommen würde, hätte ich nicht gedacht. Schindler war am Anschlusstreffer von Ebbers in der 56. Minute maßgeblich beteiligt. Ebbe spielte nach seiner Armverletzung noch mit der Schiene, doch das hinderte ihn nicht daran, den Ball aus 6 Metern zu versenken. Nur eine Minute später folge ein schöner Angriff von Bartels, der auf den freistehenden Sebastian Schachten spielt. Ball rein, 2:2. Während des Spiels schaute ich immer wieder zur Nordkurve, zu den Plätzen meiner Eltern. Ich konnte nur einen bulligen Kerl erkennen, in 1860-Kutte, der sich mit meinem Vater unterhielt. Hoffentlich, diskutieren die da nicht rum, dachte ich. Vaddern kann das ja gar nicht ab, wenn er doof angelabert wird und zankt sich dann ganz gerne. Aber als St. Pauli Fan im Gästeblock? Auweier. Hoffentlich ging das gut. Doch das Spiel hatte mich wieder. Vielleicht sogar noch ein Sieg, war mein Gedanke. Vielleicht auch nicht… Mindestens ein Punkt, war die Hoffnung. Es dauerte auch nur weitere 8 Minuten, als das nächste Tor fiel. Max Kruse traf zur Führung. Der schönste Angriff, den ich seit langem gesehen habe, folgte 10 Minuten später. Kruse, lief alleine über die gesamte Münchner Hälfte. „Spiel ab!“ rief ich. Aber das brauchte er nicht. Er ließ die Abwehrspieler einfach stehen und zauberte uns das 4:2 hin. Es ist unglaublich! Da liegst du 0:2 hinten und drehst das Spiel 4:2! Das wir alle Kopf standen, war ja wohl klar. Nach dem Spiel analysierten wir die Partie noch bei einem kalten Astra und wären am liebsten gar nicht mehr fortgegangen. Im Anschluss telefonierte ich noch mit meinen Eltern und fragte, was da bei denen abging. Ob alles in Ordnung sei, oder ob es Stress gab. Meine Ma erzählte mir dann noch, dass die sich mit dem 60er super verstanden haben. Blöd rumgeschnackt und sogar gegenseitig Bier ausgegeben haben. Konnte ich ja nicht ahnen, war zu weit weg. Denn von der Süd sah es aus, wie wildes Rumgefuchtel. Also alles cool!   Forza SANKT PAULI! – Christoph

St. Pauli – MSV Duisburg

September 20, 2011

Millerntor ROAR, baby!

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Feierabend, raus aus der Firma und ab in Richtung Stadion. Am Montagabend stand das Spiel gegen den Meidericher Spielverein aus Duisburg an. Gegen 18:20 Uhr kam ich am Südkurvenplatz an und habe sofort Benny und Maik getroffen. Ein Bierchen aufgemacht, dann ging es für mich gleich weiter, rein ins Stadion, Banner aufhängen und so’n Kram. Die anderen beiden blieben noch auf dem Südkurvenplatz, denn Sie trafen sich mit Natascha und ihrer Schwester, die wir beim letzten Heimspiel kennengelernt haben. An der Haupttribüne konnte man das „Fußballfans-gegen-Homophobie“-Banner erkennen. Dieses Banner ist von der Abteilung Aktive Fans des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin. Eine sehr gelungene Idee, wie ich finde. Denn dieses schöne Stück Stoff geht durch das ganze Land auf Reisen. In Hamburg war es z.B. schon bei Altona 93 und bei Victoria zu sehen. Es kommt leider immer wieder zu homophoben Sprüchen im Stadion und nicht nur beim FC St. Pauli sollte man den Leuten klar machen, dass solche Äußerungen beim Fußball (auch sonst nirgendwo) nichts zu suchen haben. Auf http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de findet ihr mehr zu diesem Thema.

Als das Vereinslied der Duisburger lief, war ich sehr enttäuscht. Es lief gar nicht der altbekannte Zebra-Twist, auf den ich mich immer freue, wenn wir gegen die Blau-Weissen spielen. Irgendein anderes Gedudel wurde abgespielt… Den Zebra-Twist habe ich 2003 liebgewonnen, als wir im letzten Heimspiel vor dem Abstieg in die Regionalliga gegen Duisburg spielten. Ich dachte an die verkorkste Saison zurück, dann lief da dieses Lied. Ich dachte nur, so schlecht geht es uns ja gar nicht. Wir steigen zwar ab, aber die haben ihr beknacktes Lied. Die ganzen 90 Minuten hatte ich diesen Song im Kopf und siegten damals auch noch 4:0. Im vorletzten Spiel und ich dachte noch: „Warum nicht die ganze Saison so?“
Ein 4:0 sollte es diesmal nicht werden, denn spielerisch… ach vergiss das Spielerische. Beim Einlaufen der Mannschaften dachte ich, wir spielen gegen Wolfsburg. Denn der MSV lief ganz in grün auf. Aber so richtig interessant wurde es in der 33. Minute. Da kam Max Kruse über die linke Seite und passte quer auf Schindler. Hätte nicht gedacht, dass er den Ball unter Kontrolle bekommt, doch dann zog er ab und es stand 1:0. Schön war nicht nur die Führung, sondern auch der Hamburger Abendhimmel. Dieser verfärbte sich nämlich mehr und mehr in einem wunderschönem rot.
Das ein paar Minuten später die Duisburger ausgeglichen haben… geschenkt. Auch wenn ich daraufhin bis kurz vorm Schluss mit einem Unentschieden gerechnet habe. Bis in der letzten Minute, nein… ich meine Sekunde (und das war das einzig wichtigste, im ganzem Spiel) Als Daube den Ball auf der rechten Seite bekam und auf Fin Bartels quer legte, der den Ball einschob. HEFTICH! Was folgte, war der wohl krasseste Torjubel am Millerntor, seit dem Tor von Boll gegen den hsv. Alle haben sich schon mit einem Unentschieden zufrieden gegeben und dann kommt so ein Ding in der aller, allerletzten Minute!!! Ich könnte die ganzen Torchancen oder generell über den Spielverlauf schreiben, aber das eine Tor macht es überflüssig. Nach dem Jubel fand ich mich auf einmal zwei, drei Reihen weiter unten wieder. Manchmal sind es diese kleinen Momente. Momente, in der letzten Sekunde, die 24000 Menschen zum ausrasten bringen. Millerntor ROAR, baby! – Christoph