Archive for Oktober 2011

St. Pauli – FSV Frankfurt

Oktober 25, 2011

Im Gegenpol!

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Am Samstag erreichte mich ein Anruf von meinem guten Freund Felix. Er arbeitet bei der Nordpol Werbeagentur und fragte mich, ob ich das Spiel von der Container-Loge aus verfolgen möchte. Er hatte eine Karte über und ich musste auch nicht lange überlegen, um dieses Angebot anzunehmen.  So haben wir uns für den nächsten Tag um 13 Uhr vor dem Stadion verabredet. Ich fand es sehr entspannt, mal etwas später am Stadion zu sein. Normalerweise bin ich ja pünktlich zum Einlass (1,5 Std vor Anpfiff) auf der Südkurve. Hier passte mir der späte Zeitpunkt aber sehr gut, da ich die Nacht zuvor auf einem Geburtstag war und so etwas Schlaf nachholen konnte.

Am Millerntor angekommen, traf ich ihn auch schon. Durch den Eingang, der sich zwischen Gegengerade und Nordkurve befindet, gelangten wir zum Gegenpol (so wird die Container-Loge genannt).  Durch die Medien (Zeitungen / Fernsehen) habe ich schon einiges über diese besondere Loge erfahren. Nun war ich ganz gespannt darauf, ein Spiel von dort aus live mitzuerleben. Kreiert wurde der Gegenpol übrigens von der Kreativagentur Interpol, die auch für den Wellen-Entwurf der Gegengerade zuständig ist.  Nebenbei muss ich sagen, dass Jana meine Südkurven-Dauerkarte für dieses Spiel hatte. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir, die beim Fußballgucken sonst immer nur am Stadtrand war. Es war also Zeit, ihr mal ein richtiges Stadion mit ordentlicher Atmosphäre zu präsentieren. Sie stand mit Maik, Benny und den anderen üblichen Verdächtigen zusammen.
Felix zeigte mir zuerst den unteren Bereich der Loge. Der Raum ist mit etlichen Zeitungsartikeln und Fotos verkleidet und die Decke ist mit einem riesigem Spiegel ausgestattet. So wirkt der Raum sehr viel höher, als er eigentlich ist. Links neben der Tür steht eine kleine Bar, geschmückt mit einem Wimpel und Pokalen. Anschließend ging es nach oben, wo auch das Catering und die Plätze zu finden sind. Ich stellte mich links an den Rand und bekam auch gleich das erste Bier gereicht. Der Gegenpol bietet gleich mehrere kleine Highlights. Eines davon sind die 5-Liter Fässer, die sich unter den sitzen befinden. So kann sich jeder das Bier selbst zapfen. Etwas kurioser ist die kleine Modelleisenbahn, die einem das Essen bringt. Der Zug wird am Tresen beladen, fährt dann nach draußen und serviert leckere Currywurst. Am Anfang war ich sehr damit beschäftigt, mit meiner Kamera viele Fotos zu schießen. Leider ließ mich der Akku sehr schnell im Stich, so musste ich auf Handy-Kamera umsteigen. Daher sind die Bilder in einer nicht so optimalen Qualität.
Viele FSV-Fans waren nicht da und wirklich laut waren sie auch nicht. So konnte man bei uns in der Ecke ganz gut den Gesang der Südkurve wahrnehmen. Das hat mich sowieso mal interessiert, wie unser Krach in den anderen Bereichen des Stadions ankommt.

Das Wetter passte und das Spiel auch. Es gab einen 2:1 Sieg. Nicht souverän, nicht spektakulär aber es reichte. In den ersten zwei Minuten machte Frankfurt Druck, doch Tschauner verhinderte eine frühe Führung der Gäste. Es dauerte auch nur bis zur 3. Spielminute, als Kruse den Ball im Mittelfeld gewann, nach vorne stürmte und abzog. Gledson fälschte ab und so landete der Ball unhaltbar für den Keeper im Tor.
Unsere Kiezkicker ließen nicht nach und auch Naki versuchte den Ball aus weiter Entfernung mit einem Hammerschuss zu versenken. Leider ging die Pille knapp vorbei. Doch der gute Junge machte nach einer perfekten Passspielkombination von seinen Mitspielern das 2:0 klar. BÄMM! Deniz sah man die Freude über seinen Treffer wirklich an und so war die Freude bei uns nicht weniger klein. Es ist schön zu sehen, dass er das erste Mal nach so langer Zeit wieder von Beginn an spielt und dann so abgeht. Kurz vor der Pause hatten wir nochmal Glück, als der FSV wieder drückte. Benyamina kam in den Strafraum und schoss auf’s Tor. Der Ball prallte von dem einen zum anderen Pfosten. Puh, Glück gehabt.
In der Halbzeit ging ich mit Felix runter und traf mich mit Melli, die uns besuchen kam. Beim Quatschen verging die Zeit allerdings wie im Flug, so machte ich mit Melli aus, dass wir uns nach dem Spiel noch treffen würden. Also wieder hoch und die Mannschaft anfeuern.
Das Spiel wurde nicht langweiliger und so gab es wieder etliche Chancen für uns. Doch keiner schaffte es, den Ball über die Torlinie zu drücken. In der 76. Minute kam es dann doch, das Gegentor. Frankfurt kam über die linke Seite, spielte in den Strafraum und Gaus brauchte den Ball nur noch leicht versenken. Die Abwehr darf jetzt nur nicht nervös werden, dachte ich. Denn in der 84. Minute gab es noch einen Freistoß für die Gäste. Doch die Endstation hieß wieder einmal Philipp Tschauner, der den Ball abwehrte. 2:1 gewonnen! Yeah!
Nach dem Abpfiff gab es noch ein paar Bierchen und ich ließ meinen Blick über das leere Stadion schweifen. Kurz darauf ging es für mich aber auch schon runter zum AFM Container, die anderen treffen. Ich verabschiedete mich von Felix und machte mich auf dem Weg. Unten angekommen, fragte ich Jana sofort, wie ihr das Spiel am Millerntor gefallen hat. Wie gesagt, sie ist eigentlich eher vom Stadtrand angehaucht. Aber sie war hin und weg und will auf jeden Fall wiederkommen. Außerdem wollte sie gern einen St. Pauli-Schal. Den Witz ließ ich mir nicht nehmen und kaufte ihr einen aus dem Fanshop. Irgendwie konnte ich es selbst kaum glauben… Jana, aus dem Volkspark, mit einem braun-weiss-roten Schal. Jetzt weiss sie mal, was gut ist 😉

Zum Abschluss muss ich sagen, dass mich der Besuch im Gegenpol total geflasht hat. Eigentlich bin ich ja einer, der in der Kurve stehen und hüpfen muss. Doch ich glaube, in keiner anderen Loge am Millerntor ist es so entspannt wie da. Dort kannste stehen, singen, pöbeln und die Leute rennen da auch ganz normal rum. Schade, dass die kleinen Container verschwinden, wenn die neue Gegengerade kommt. Aber bis dahin ist ja noch Zeit. – Christoph

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