Archive for Februar 2012

St. Pauli – VfL Bochum

Februar 17, 2012

Ab auf die Alster!

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Es war Sonntag, 10 Uhr und ich lag im Bett „Noch fünf Minuten liegen bleiben.“ Aber ich musste hoch. Denn die frühe Anstoßzeit von 13:30 Uhr zwang mich aufzustehen. Raus aus der Kiste, rein ins Badezimmer und ab aus dem Haus. Alleine fuhr ich los, die anderen sollten später nachkommen.
Euch ist sicher aufgefallen, dass es von uns keinen Bericht zum Schweinske Cup gibt. Über die Inkompetenz der gewalttätigen Polizisten war ich einfach zu verärgert, um einen ordentlichen Text zu erstellen. Immer wieder bin ich ins Unsachliche abgedriftet, auch noch Wochen danach. Da habe ich es einfach gelassen. Warum ich das jetzt einwerfe, ist ganz einfach. Beim Polizeieinsatz hat Maik sein Portemonnaie verloren. Darin befand sich seine Dauerkarte. Ja, ja, Dauerkarte nur am Spieltag mitnehmen usw. Aber an dem Tag hatte das seine Gründe. Erwähnenswert ist zudem folgendes: Als er den Verlust seiner Wertsachen bei der Polizei in Poppenbüttel meldete, sagte der Beamte zu ihm: „Ich versteh auch nicht, was mit den Kollegen in der Alsterdorfer Sporthalle los war und die so aggressiv reagiert haben.“ Es gibt also Leute in den eigenen Reihen, die dieses Verhalten kritisieren. Das ist doch mal interessant. Da war Maik ganz schön baff, als er das hörte.
So, zurück zum Thema… Maik hat nun keine Dauerkarte mehr und so fragten wir die Leute von Nord Support, ob sie eventuell eine über haben. In diesem Fall konnte René weiterhelfen und er ermöglichte es, dass Maik ins Stadion konnte. An dieser Stelle vielen Dank für deine Hilfe!

Nach und nach kamen wir alle auf der Süd zusammen. Mit drei Paar Socken und Kakao in der Hand, ließ sich die Kälte relativ gut ertragen. Konfetti wurde verteilt. Doch anders als sonst, sollte es erst nach dem „Hells Bells“ geworfen werden, wenn alle von Zehn runtergezählt haben. Was folgte, war der wohl coolste Konfettiregen seit 2003. Damals, beim Spiel gegen Dresden, stand ich auf der Gegengerade und es flog so viel Papier durch die Luft, dass man einige Sekunden nur Weiß sah.

Das Spiel war nicht gerade eines der Besten in dieser Saison und die Stimmung war auch ein wenig mau. Da wäre mehr gegangen, wobei ich mich nicht rausnehme. Das Gegentor zum 0:1 sah schon etwas seltsam aus. Der Bochumer Mimoun Azaouagh schlenzte den Ball in der 18. Minute, aus einer Drehung heraus ins Tor. Doch nur acht Minuten später, konnte bei uns gejubelt werden. Sebastian Schachten köpfte den Ball, nach einer Ecke ins Tor. Es ist schön mit anzusehen, dass die Mannschaft aus Ecken nun etwas macht. Das war ja in den letzten Jahren nicht immer so. Mit einem 1:1 ging es in die Pause und für mich zum Getränkestand. Von dort aus hörte ich, wie die Fans „You’ll never walk alone!“ anstimmten. Ralle (er wechselte ja zum FC Ingolstadt) wurde offiziell verabschiedet. Vor dem Spiel wurde dies wohl über die Stadionlautsprecher angekündigt, doch bei mir kam nichts an. Sonst wäre ich auf jeden Fall auf der Tribüne geblieben.
Die zweite Hälfte war von der enormen Laufbereitschaft beider Mannschaften geprägt. Vor den Toren passierte allerdings nicht wirklich viel. In der 81. Minute war es dann so weit. Kruse flankte einen Freistoß hoch in den Strafraum, Thorandt köpfte den Ball weiter und dann war es wieder Schachten, der an den Ball kam und diesen über die Linie schob. Es blieb beim 2:1 und somit war es schon das 5. Spiel in dieser Saison, in dem wir einen Rückstand zum Sieg umwandeln konnten.
Nach dem Spiel ging es noch auf die zugefrorene Alster. Tausende Menschen, die ebenfalls das gleiche Ziel hatten, bahnten sich ihren Weg durch die Stadt. Doch war man erstmal auf dem Eis, hatte man mehr Platz um sich herum. Die Masse verteilte sich auf der großen Fläche und so gingen wir noch etwas spazieren und ließen den Tag ausklingen. – Christoph

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St. Pauli – Eintracht Frankfurt

Februar 17, 2012

Im Gegenpol Zwei

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St. Pauli gegen Eintracht Frankfurt. Vom Namen her, nicht die schlechteste Partie.

Mein erstes Spiel gegen die Hessen, sah ich im Mai 1998. Ich kann mich noch gut daran erinnern: Es war ein sonniger Tag, vor dem Spiel bekam mein Bruder ein Autogramm von Wigald Boning (der an der Wurstbude Albernheiten mit einer Verkäuferin trieb) und man konnte die Karten noch direkt am Spieltag, im Kassenhäuschen kaufen. Wir standen auf der alten Südkurve, in Block A. Damals war der Gästebereich noch geteilt. Links von uns befand sich der Sitzbereich für die Frankfurter (auf der Haupttribüne) und auf der rechten Seite war Block B mit den Frankfurtern, die sich ebenfalls für Stehplätze auf der Süd entschieden haben.

Ich erinnere mich noch, wie ein Frankfurt-Fan wild an der Plexiglasscheibe der Haupttribüne rüttelte. Gemeckert und gepöbelt hatte der, aber es half nichts. Wir gewannen die Partie mit 2:0.

Heute, dreizehneinhalb Jahre später, sollten die Gäste wieder ohne Punkte nach Hause fahren. Einige Tage vor dem Spiel, bekam ich wieder eine Einladung für den Gegenpol. Nachdem ich schon beim Sieg gegen den FSV dabei war, durfte ich nun das Spiel gegen die anderen Frankfurter von der Loge aus verfolgen.

Nach der Arbeit ging es auch direkt zum Stadion. Am Clubheim traf ich Maik und Zecke. Die Zeit reichte noch für ein gemeinsames Bier, dann machten sich die beiden auf dem Weg zur Südkurve. Ich nutzte die restliche Zeit für ein weiteres Bierchen und einem T-Shirt-Kauf. Neben dem AFM-Container konnte ich mir das bestellte „Hools of Love“-Shirt abholen. An dieser Stelle vielen Dank an leo aus dem Forum. Kurz darauf traf ich Felix und es ging auch für uns rein. Rauf in den Gegenpol, mit den Leuten schnacken und ein gemütliches Plätzchen suchen. Vor dem Anpfiff erstrahlte die Nordkurve im hellen Licht. Die St. Pauli Fans holten Wunderkerzen raus und die Frankfurter, hatten mit ihren Bengalos das etwas größere Geschütz aufgefahren. Sehr schön. Auch bei uns im Gegenpol, gab es Wunderkerzen. Es war recht kalt und die niedrige Temperatur spürt man beim Sitzen besonders schnell.
Von den Fans aus Hessen war ich ein wenig enttäuscht. So habe ich großen Respekt vor der Ultra-Szene Frankfurt, was die Stimmung angeht. Doch das lauteste was ich von den vernahm, waren die „Scheiß St. Pauli-Rufe“ Selbst die verstummten, als das 1:0 fiel. Das machte nämlich unser El Capitano in der 32. Spielminute nach einer Ecke und alle rasteten aus. Kurz vor der Pause kam Frankfurt zu einer Chance, doch Tschauner hielt den Kasten sauber. Und auch wir hatten noch einen Freistoß, der allerdings vom Frankfurt Keeper Nikolov gut gehalten wurde. Mit der Führung ging es also in die Pause und ich wechselte meinen Platz. Statt zu sitzen, stellte ich mich an den Rand. Ein wenig auf und ab wippen, das half gegen die Kälte. In der zweiten Hälfte kam etwas mehr von Frankfurt, doch wir konterten. Unter anderem hatte Idrissou einen guten Schuss auf’s Tor gesetzt. Doch wieder einmal war es Tschauner, der den Ausgleich verhinderte. Nach einer Ecke der Frankfurter, kam dann der tödliche Konter. Fin Bartels sprintete über das Feld, passte zu Kruse und der hämmerte das Ding rein. 2:0! Ein wirklich geiler Angriff, so etwas findest du in keinem Lehrbuch.

Nach dem Spiel bummelten die Fans so langsam aber sicher aus dem Stadion, doch wir blieben. Es war das letzte Spiel mit dem Gegenpol. Aufgrund der Vorbereitungen für die neue Gegengerade, muss die schöne Kiste leider abgebaut werden. Daher feierten wir noch ordentlich mit lecker Essen und tanzten zur Musik. Maik kam von der Südkurve zu uns und durfte mitfeiern. Ich zeigte ihm die Bretterbude, danach schnappten wir uns beide ein Bier und ließen uns auf der leeren Nordkurve nieder. Es ist schon ein beachtliches Gefühl, noch am späten Abend, so gegen 3 Uhr, im Stadion zu sein. Einige Stunden zuvor, waren 24.000 Fans da und nun? Nun flackerte nur noch das Licht aus den Gängen in den Innenraum und es war mucksmäuschenstill. Einfach schön.

So lange ich stehen kann, werde ich immer ein Kind der Kurve bleiben. Doch ich finde es schade, dass der Gegenpol jetzt weg ist. Sie war anders als die anderen Logen. Es gab kein schickimicki Catering, sondern leckere Bratwurst. Keinen Sekt, sondern Bier. Und vor allem waren die Leute da laut. Einfach rumsitzen und die Klappe halten, gab’s da nicht. Dort wurde gezittert, gemeckert, mitgefiebert und St. Pauli nach vorne geschrien. Mach es gut, kleine Bretterbude. – Christoph