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Dynamo Dresden – St. Pauli

Mai 8, 2012

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Dü Dü Dü!

Schon am Samstagabend verriet mir die Wetter-App: Sonntag, 28 Grad in Dresden. Endlich sommerliche Temperaturen, dachte ich und sprach mit Maik und Benny die letzten Details für die Fahrt ab. Maik hatte schon etliche Brötchen geschmiert und Getränke gekauft. Zudem wollte Hendrik mit uns fahren. Ich selbst war noch nie in Dresden und kannte bislang nur einige Geschichten über die Auswärtstouren dorthin. Besonders die Story aus der Saison 2003/2004 (die Leute mit den Helmen werden sich daran erinnern) schwirrte mir lange vor dieser Fahrt durch den Kopf.

Maik, Hendrik und ich waren für 4 Uhr am Poppenbüttler Bahnhof verabredet. Zwei Drittel von uns trafen auch pünktlich am vereinbarten Treffpunkt ein, nur Maik hat verschlafen. Wir riefen ca. dröfmillionen Mal auf seinem Handy an, doch er hörte es nicht. Aber wir mussten los, wir würden es sonst selbst nicht schaffen. Ohne Verpflegung machten wir uns auf dem Weg und so holte ich noch Brötchen und Bier am Bahnhof Altona. Kurz darauf stieß auch Benny dazu und wir stiegen langsam in den Zug ein. Inspiriert von der Breitseite, habe ich diesmal auch ein kleines Quiz vorbereitet. Aufgrund Maiks Nichtanwesenheit war ich an diesem Morgen allerdings so sauer, dass ich den Fragebogen noch vor Altona wegwarf. Vor lauter Emotionen, kann so etwas schon passieren. Der Sonderzug fuhr los und keine Minute später rief Maik an. Er habe verschlafen und würde sich jetzt von Poppenbüttel (!!!) mit dem Taxi auf dem Weg machen. Er wolle dann am Hauptbahnhof dazu steigen. Er hatte noch ca. 2 Minuten Zeit, bei einer Distanz von 16 Kilometern. Er müsste also ein Taxi finden, dass ihn mit ca. 800 km/h ans Ziel bringt. Ihm wurde klar, dass er das nicht schaffen würde. Also kam er auf die Idee, einfach in Zug „weiss“ einzusteigen und den Ordnern die Situation zu erklären. Es hat tatsächlich geklappt. Nach kurzer Zeit war er im anderen Zug, hat es mit den Ordnern abgeklärt und war jetzt auch auf dem Weg nach Dresden. Manche Leute haben echt mehr Glück als Verstand. Während der Fahrt lungerten wir ein wenig im Tanzwagen, gingen die Simulanten und Magic St. Pauli besuchen und ich machte mir ein paar Gedanken über die Ankunft in Dresden. Wie wird es wohl sein? Schlechtgelaunte Cops? Agressive Dynamo Fans? Überraschender Weise war alles ganz sutje. Ok, es war ein polizeiliches Aufgebot da, als wäre ein kleiner Bürgerkrieg ausgebrochen. Aber die Beamten waren ganz entspannt. Zumindest unserer Gruppe gegenüber. Weiß nicht, wie es bei den anderen war. Also rein in den Bus und nach ca. 2 Minuten kamen wir am Stadion an. Was für eine hässliche Schüssel. Ob die SGL arena in Augsburg oder das neue Tivoli in Aachen, alles derselbe Mist. Von außen nur grau und drinnen langweilig. Wir warteten ein paar Minuten, dann kam auch Maik endlich zu uns. Die Einlasskontrolle ging sehr langsam voran. Insgesamt wurde man zwei-, wahlweise auch dreimal kontrolliert. Der erste Ordner hat mich durchgecheckt und überließ mir die Wahl, ob ich mich noch kurz auf eine Bank setzen oder gleich durchgehen möchte. Ich ging dann direkt durch zum zweiten Ordner. Noch einmal abtasten lassen und dann war ich auch durch. Maik und Benny wurde die freie Wahl mit der Bank abgenommen. Sie sollten sich beide hinsetzen und wurden vom Sprengstoff-Hund beschnüffelt. Vor dem Snack-Stand kaufte ich noch ein Wasser und ein Schnitzelbrötchen. Das war ein großer Fehler. Das Brötchen war mit 3,50€ nicht nur sehr teuer, es schmeckte auch beschissen. Nein… Moment, Geschmack hatte es kaum. Ich habe eher auf ein Stück Pappe rumgekaut. Dafür holten wir uns während des Spiels immer nur kaltes Leitungswasser, nachdem uns am Snack-Stand ein paar Becher ausgehändigt wurden.

Nun standen wir also im Rudol… äh Glücksgas-Stadion. Einige Dynamo-Fans links von uns waren sogar so freundlich, dass sie zum Gruß den rechten Arm hoben. Während der ganzen Zeit beschäftigten sie sich sowieso mehr mit uns, als mit der Partie.
Vor dem Spiel wurde noch die Dynamo-Oma interviewt. Sie ist wohl eine Art Maskottchen und supportet ihr Team seit 326 v. Chr. oder so. Aber sie kam ganz freundlich rüber und erntete auch von uns einigen Beifall.

Das Spiel selbst war wie zu erwarten. Viele Chancen, alle nicht genutzt und irgendwann fällt natürlich das Gegentor. Stimmungsmäßig hätte bei uns einiges mehr gehen können, da wir teilweise zu sehr von der lauten Heimkurve beeindruckt waren. Zugegeben, die sind richtig laut und die Dynamo-Fans supporten heim wie auswärts ihren Verein. Läge das Niveau bei einigen Leuten in der Fanszene allerdings nicht irgendwo im Marianengraben, wäre der Club um einiges sympathischer. Wir holten unsere 0:1 Niederlage ab und machten uns wieder auf dem Weg nach draußen. Am Dresdener Hauptbahnhof angekommen, durften wir aber erst einmal eine Weile auf unseren Zug warten. Wie lange war das? Knapp eine Stunde? Auf jeden Fall zu lang, da ich nichts zu essen oder trinken mithatte. Völlig kaputt ging es dann zurück ins Abteil. Ein wenig lesen, Bierchen trinken und etwas Schlaf war angesagt.
Auch wenn dieses Spiel mal wieder nicht so berauschend war, die Fahrt hat irre viel Spaß gemacht. Hier noch einmal vielen Dank an den Fanladen, den Tresendienst, die Ordner und vielen anderen. Ich denke, es hat doch alles super geklappt. – Christoph

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