Archive for Mai 2013

1. FC Kaiserslautern – St. Pauli 12/13

Mai 24, 2013

Es ist trotzdem schön.

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Es war der 34. Spieltag in der Saison 2012/2013 und für die roten Teufel sowie für unsere Mannschaft, ging es um nichts mehr. In Kaiserslautern hatte man den Relegationsplatz sicher und auch wir konnten nicht mehr absteigen. Genau so habe ich es mir gewünscht. Es würde eine reine Spaß-Tour werden. Denn seien wir ehrlich, am Betzenberg haben wir noch nie etwas geholt. Und so war es mir egal, wie es ausgehen würde.

Am Abend zuvor wusste ich nicht so wirklich, ob ich noch schlafen sollte oder nicht. Müde waren wir noch nicht und so entschieden Klarissa und ich, wach zu bleiben. Gegen zwei Uhr machten wir uns auf dem Weg zum Bahnhof und in der S-Bahn saßen auch schon Maik und Hendrik. In Barmbek stieg noch Alex dazu und es ging weiter Richtung Altona. Dort angekommen, trafen wir die restlichen Verdächtigen und wir beschlagnahmten unsere Plätze im Sonderzug. Insgesamt waren wir neun Leute und mit Viktoria hatten wir sogar einen Kaiserslautern-Fan bei uns. Sie kommt ursprünglich aus der Pfalz und wollte gern an der Fahrt mit teilnehmen. Für den einen oder anderen sah es bestimmt merkwürdig aus, bei uns zwei Leute im Lautern-Trikot zu sehen (ihr Freund Philipp musste sich auch eins überstreifen). Dafür hatten wir ganze zwei Abteile nur für uns, so dass wir uns schön breit machen konnten. Kaum im Zug, checkten wir auch schon die Lage im Tanzwagen ab, wo schon die ersten Hüften zu dufter Mucke geschwungen wurden. Bei der Ankunft standen schon viele Polizisten bereit, doch die verhielten sich sehr zurückhaltend. Das Stadion war schon vom Bahnhof aus zu sehen, was die Vorfreude noch steigerte. Wir trennten uns von Viktoria und Phillip (die das Spiel von der Nordtribüne aus verfolgten) und machten uns auf dem Weg zum Gästebereich. Am Eingang freundlich aber gründlich abgecheckt und hinein ging es. Als ich mich vor dem Catering-Stand befand und mein Kleingeld rausholte, sah ich, dass hier alles nur über Karte läuft. Ach ja, das tolle Kartenbezahlsystem in den ganzen Stadien. Fuck You! Hab mich dann entschlossen, hier nichts zu kaufen, da ich auf irgendwelche Gebühren (angeblich 2€ nur dafür, dass man die Karte bekommt) und die Entwertung der Karte im Anschluss keine Lust hatte.

Weiter ging es zu den Stehplätzen. Das Fritz-Walter Stadion hat hohe, steile Tribünen und bei einem Spitzenspiel gegen Bayern oder Dortmund ist es hier bestimmt auch irre laut. Wir machten zumindest ordentlich Rabatz.

Auf dem Platz stand nicht wie gewohnt Tschauner zwischen den Pfosten, sondern Robin Himmelmann. Und der machte von Anfang an eine ganz gute Figur. So war in der 9. Minute bei ihm Endstation, als er einen harten Schuss der Gastgeber abwehrte. In der 15. Minute ging es dann auf der anderen Seite zur Sache. Schindler spielt den Ball von der rechten Seite aus in den Strafraum, da kam Daube und semmelte den Ball ins Netz. Auch in der 33. Minute ging es nach vorn. Nach einem tollen Passspiel setzte sich Ginczek im Mittelfeld durch und wir sahen das vorerst letzte Tor von ihm, im braun-weißen Shirt. Man merkt, dass er fehlen wird und ich bin gespannt, wie die Lücke nach seinem Abgang geschlossen werden kann. Bis zur Pause blieb es bei der 2:0 Führung und erst Mitte der zweiten Halbzeit kamen die roten Teufel noch zu ihrem Anschlusstreffer. Doch das sollte den Sieg nicht weiter gefährden und so schaukelten wir das Ding mit 2:1 nach Hause. Taschentücher raus und so verabschiedeten wir uns aus der Pfalz und der Saison. Wie gesagt, auch wenn es hier um nichts mehr ging… es ist trotzdem schön, hier zu gewinnen. Endlich ein Sieg am Betzenberg.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof gab es dann noch für alle eine Kugel Eis. Dafür ein dickes Dankeschön an Benny! Wieder in der Bahn, klappten wir die Sitze runter und schon fielen uns die Augen zu. An dieser Stelle Sorry, dass ich es nicht mehr geschafft habe, mit dem einen oder anderen ein Bierchen zu trinken. -Christoph

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St. Pauli – Eintracht Braunschweig 12/13

Mai 15, 2013

Eine Handvoll Tore

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Im Sommer 2008 gab es eine Aktion des alten Fanshops, bei der man das Trikot direkt nach dem Kauf beflocken lassen konnte. Nachdem ich damals das braune Shirt im Laden besorgt im hatte, ging ich wieder nach draußen. Dort stand ein Hänger, bei dem dann der Name mit der jeweiligen Nummer des Wunschspielers auf das Trikot aufgetragen wurde. Minutenlang überlegte ich in der Warteschlange, welcher Name das Trikot zieren sollte. Um mich herum standen schon die ganzen Egers, Morenas, Meggles und Co. Im letzten Moment, ich kam dann dran, entschied ich mich für die Nummer 11 „Gunesch“. Warum mir das jetzt einfällt? Derjenige, der das Trikot beflockte, war Marius Ebbers. Als Neuzugang wurde er in dieser Aktion mit eingebunden und somit den Fans vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt kamen noch die wenigsten darauf, seinen Namen aufs Shirt machen zu lassen. Vor mir ein weiblicher Fan: „Hübsch sieht er ja aus, aber dass sein Name auf mein Trikot kommt, muss er sich erst einmal verdienen.“ Gut möglich, dass sie mittlerweile seinen Namen spazieren trägt. Verdient hätte er sich das allemal.

Fünf Jahre später (fuck, wie die Zeit rennt) hieß es nun Abschied nehmen. Früh trafen wir uns auf dem Südkurvenvorplatz. Am AFM-Container bekannte Gesichter getroffen und in gemütlicher Runde den einen und anderen Schnack gehalten. Vom Alkoholverbot habe ich im Vorfeld nichts mitbekommen, so dass ich mein Bierchen mit zum Eingang der Gegengerade nahm. Zwischen dem Abtasten und dem Abknipsen der Karten, durfte man seinen Becher austrinken. Da das Alkoholverbot auch nicht vom Verein nach Außen kommuniziert wurde, gesellten sich noch andere Leute mit ihren Getränken zu mir und so bildeten wir quasi „die Ecke der guten Laune“.

Im Stadion war viel los und Ebbers und Bruns ernteten schon beim Warmmachen viel Applaus. Der Gästeblock war ebenfalls gut gefüllt, aber gehört hat man vom Braunschweiger Anhang nichts. Hallo? Aufstieg?! Selbst wenn das Spiel für die eigene Mannschaft nicht mehr wichtig ist, wenn man aufsteigt, ist doch Ramba Zamba angesagt. Feiern, ein wenig Quatsch machen, Polonaise im Block starten oder was weiß ich. Aber nicht bei den Niedersachsen. Auch die Spieler hatten wohl keine Lust mehr und meine Hoffnung vom letzten Heimspiel, dass der Gegner besoffen auf dem Platz steht und sich nicht mehr anstrengt, wurde diesmal erfüllt. Eine Handvoll Tore haben unsere braun-weißen Kicker geschossen, wobei das 4:0 (Bruns) und das 5:0 (Ebbers) besonders hervorzuheben sind. Schön, dass die beiden das Stadion noch einmal zum abrocken brachten.

Der Abschied, wie sollte es anders sein… man hat etwas im Auge. Ihr kennt das. Eine tolle Aktion war die Plüschtier-Aktion. Hatte etwas von einem Rockstar-Auftritt, diente aber hauptsächlich dem guten Zweck.

Vielen, vielen, Dank für die wunderbaren Jahre. Wir sehen uns ja noch in Kaiserslautern und vielleicht geht mein Wunsch ja in Erfüllung, dass die beiden dem Verein in irgendeiner Form noch erhalten bleiben. You’ll never walk alone! – Christoph

St. Pauli – Hertha BSC 12/13

Mai 2, 2013

Wir brauchen mehr ROAR!

Aufstehen, anziehen und los. Mehr Zeit bleibt auch nicht, wenn man an einem Sonntag 2. Liga gucken möchte. Schon früh zeichnete sich ab, dass recht viele Auswärtsfans zu erwarten waren. Auf dem Südkurvenvorplatz tummelten sich schon weit vor dem Spiel viele Herthaner, zwischen den ganzen bekannten Gesichtern. Klarry und ich trafen dann die restlichen Rabauken, tranken noch ein Bierchen und gingen schon bald rein. Wie grau es hier noch ist, also im inneren der Gegengerade. Meine Hoffnung ist ja, dass sich das in der Sommerpause ändert. Auf dem Platz ging es nun gegen die alte Dame aus Berlin. Eine weitere Hoffnung von mir war, dass der Gegner vielleicht halb besoffen auf dem Platz steht und alles ganz chillig angeht. Immerhin sind die ja schon durch. Leider wollten sie uns diesen Gefallen nicht tun und so kamen die Berliner recht zügig zu den ersten Chancen. Schließlich auch zum ersten Führungstreffer in der 23. Minute. Auch bei uns kam nun endlich Fahrt auf, beim Torwart und der Abwehr war jedoch immer Schluss. Bis zu Halbzeit passierte erst einmal nichts mehr. Ich springe direkt zur 66. Minute, denn da schummelte Lennart Thy den Ball nach einem Kurzpassspiel durch die Beine des Torwarts ins Netz. Und dann wurde auch das Stadion endlich richtig laut. So muss es eigentlich von Anfang an sein. Volle Pulle Radau! Wer weiß, was uns das alles bringen kann. Einschüchterung des Gegners, Motivation unserer Braun-Weißen, einfach mehr ROAR! Mit einem Unentschieden wäre ich also schon zufrieden gewesen und ganz kurz kam auch die Freude über einen möglichen Sieg auf, da Ginczek das Spiel mit einem Elfmetertreffer drehte. Doch wie schnell es im Fußball gehen kann, wurde uns kurz darauf gezeigt. In der 88. Minute machte Ronny das 2:2 und zwei Minuten später traf Wagner zum 3:2. Da haste es wieder. Spiel gedreht und doch nichts gewonnen. Wichtige drei Punkte sind pfutsch, die wir doch so dringend benötigen. Scheiß drauf, miese Laune hatten wir trotzdem nicht und so ging es wieder vor die Südkurve, genauer zum AFM-Container.
Während wir in gemütlicher Runde unser Bierchen tranken und der Musik lauschten, kam ein Moment der Kategorie „Wie dumm kann Mensch sein?“ Auf dem Südkurvenvorplatz zog ein Typ in Shorts und sonderbarem Tattoo (HSV-Wappen in Form der BRD, hinterlegt mit der deutschen Flagge) auf der Wade, die Aufmerksamkeit auf sich. Auch wenn seine Kumpels (komischerweise im Totenkopf Pullis) sagten, dass er extra zur Demo kam, bleibt mir so ein Auftreten einfach unbegreiflich. Es ist doch klar, dass so etwas provoziert. Möchte nicht die Reaktionen sehen, wenn ich mit einem gut sichtbaren St. Pauli Tattoo vor der Nordkurve in Stellingen rumlaufe. Nach einigem Gepöbel verschwand der Typ und die Lage beruhigte sich. Nun bleiben uns noch drei Spiele, von denen wir hoffentlich noch bei einem die drei Punkte mitnehmen werden. Der Sack sollte dann auch endlich mal zu sein und der Abstiegskampf ist kein Thema mehr. – Christoph