St. Pauli – Karlsruher SC

März 14, 2012

Das Lächeln der Kurve!

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Es gibt Siege, die sind nicht souverän. Und trotzdem freut man sich am Ende sehr, diese drei Punkte eingefahren zu haben. Es stand wieder ein Montagsspiel an und nach Feierabend machte ich mich gleich auf dem Weg zum Stadion. Maik war diesmal auf der Haupttribüne, da er von seinem Chef eingeladen wurde. Dafür konnte Jasi, Bennys Freundin, seine Karte nutzen.
Vor dem Spiel noch ein kurzer Aufenthalt auf dem Südkurvenvorplatz, mit bekannten Leuten geschnackt, Bierchen getrunken, „basch“ gekauft (Danke für das sehr schöne Poster im Heft) und dann ging es rein.  Als ich drinnen ankam und unseren Lappen an den Zaun hängen wollte, kam jemand auf mich zu und fragte „Do you speak English?“. Es war jemand vom „Yorkshire St. Pauli“ Fanclub, der einen Platz für seine Zaunfahne suchte. Leider war schon alles belegt und ich bot ihm unseren Platz an. Auf Englisch erklärte ich, das unser Banner sowieso bei jedem Spiel hier hängen würde und ich es immer wieder großartig finde, wenn St. Pauli-Fans aus anderen Ländern bei uns zu Besuch sind. Wir unterhielten uns ein wenig und obwohl mein Englisch nicht perfekt ist, haben wir uns gut verstanden. Anschließend bin ich zu unserem gewohnten Platz gegangen und begrüßte die üblichen Verdächtigen, die schon alle eingetrudelt waren.

Wie ich oben schon erwähnte, das Spiel war nicht wirklich berauschend. Der holprige Rasen ließ den Ball oft hüpfen und so wurden einige Chancen auf beiden Seiten vergeben. Der Höhepunkt des Spiels, war der Treffer von Moritz Volz in der 40. Minute. Im Mittelfeld gewann er den Ball, lief einige Meter nach vorne und zog vor dem Strafraum ab. Hinter dem Torwart setzte der Ball zum Landeanflug an und ließ die Menge im Stadion ausflippen.
In der zweiten Hälfte war ebenfalls wenig los. Ein weiteres Tor folgte nicht mehr und Tumulte auf dem Platz gab es auch keine. Die KSC-Fans konnte man von der Südkurve aus kaum hören. Das spricht für die gute Stimmung bei uns. Unsere Kurve hüpfte, war laut und irgendwann war Crowdsurfing angesagt. Einer fing an und als er durch die ganze Kurve getragen wurde, folgte noch einer und noch einer und wieder einer. Am Ende waren es bestimmt zehn Leute, die auf diese Art und Weise ihren Platz wechselten. Darauf hätt ich ja auch Bock gehabt, aber hab mich nicht so ganz getraut. Nächstes Mal vielleicht. Das Spiel war vorbei, die drei Punkte eingefahren und was bei mir am meisten Eindruck hinterlassen hat, war das Lächeln. Das Lächeln von Bene auf dem Platz, der sich sehr über diesen Sieg freute. Das Lächeln bei meinen Mitmenschen, die einfach gut drauf waren. Und das Lächeln bei mir, denn wir bleiben weiterhin oben dran. Es ist das Lächeln der Kurve. Wohin die Reise führt, das weiß man nicht. Die nächsten Spiele werden entscheidend sein. Dann auf einem neuen Rasen und mit mehr Toren. Finally, many greetings to Yorkshire. I hope you had a great time in Hamburg 😉 – Christoph

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St. Pauli – Eintracht Braunschweig

März 3, 2012

Wir erinnern uns!

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Nicht mehr lange und  ein weiterer Teil des alten Millerntor-Stadions verlässt uns. Die Gegengerade wird bald abgerissen und ich habe mir vorgenommen, dass ich zumindest noch ein Ligaspiel von dort aus verfolgen werde. Da meldete sich Hendrik, ein Freund von Maik, bei mir. Er hatte zwei Karten für die Gegengerade und würde mit mir tauschen wollen. So gab ich ihm meine Karte für die Süd und er mir dafür beide für die Gegengerade.  Er wäre sowieso alleine gegangen und so nahm ich Jana auf das zweite Ticket mit. Wir erinnern uns, Jana war am Anfang der Saison das erste Mal am Millerntor. Mittlerweile war sie schon öfters mit und es gefällt ihr richtig gut. So gut, dass sie nun auch eine Dauerkarte für die kommende Saison haben möchte.

Es ging mal wieder früh los und ich traf Jana und Benny unterwegs. Zusammen ging es in den Fanladen, Cola trinken und Benny kaufte sich eine schicke Jacke. Danach zum AFM-Container, der ja jetzt vor der Südkurve steht. Auf ein Bierchen setzten wir uns rein dann zogen wir auch los. Maik blieb noch eine Weile, weil er auf Melli wartete. Sie gab ihm ihre Dauerkarte, da Maik ja keine mehr hat. Dafür nochmal vielen Dank!
Ich freute mich riesig auf das Spiel, bzw. auf die alte Gegengerade. Seit meiner ersten Dauerkarte (2001) bis zum Umzug auf die neue Südtribüne stand ich dort. Es fühlt sich ein wenig so an, als würde man nach langer Zeit wieder nach Hause kommen. Die Sonne schien und in Gedanken war ich bei einem Flutlichtspiel im Jahre 2002. Damals besiegten wir die Braunschweiger mit 7:1. Diesmal hatte ich natürlich wieder auf einen Sieg gehofft. Auch wenn mir klar war, dass es dieses Mal nicht so hoch ausgehen würde.

Die Tribüne füllte sich und die Spannung stieg. Die Südkurve zeigte eine ihrer besten Choreographien. Ich sage nur „Ooooooh Sankt Pauli“. Irgendwie wäre ich schon gerne dabei gewesen, mittendrin im hüpfenden Mobb. Dafür konnte ich von meinem Platz aus, tolle Bilder von der Süd machen. Die Stimmung ist eine andere, als hinterm Tor. Ich weiß ehrlichgesagt nicht, ob es früher auch schon so war. Man erinnert sich ja sowieso nur an die lauten und bunten Momente, die man früher auf der Gegengerade hatte. Das Publikum ist etwas kritischer und es wird mehr geschnackt. Das habe ich auch bei mir gemerkt, da ich während des Spiels ganz viel Zeit hatte, mit Jana über den Verein und Spieler zu sprechen. Auf der Süd käme ich dazu gar nicht erst, weil ich dort volle Pulle abgehe (ich versuche es zumindest).
Das Spiel war nicht wirklich gut. Ein langweiliges 0:0 und wir hatten Glück, dass die Braunschweiger vor dem Tor genauso doof waren wir. Es gab viele Fehlpässe und die meiste Zeit wurde eh nur im Mittelfeld rumgewurschelt. Daher geht ein torloses Unentschieden in Ordnung. Wir können gespannt sein, vohin uns diese Saison noch führt. Teilweise fehlt mir noch die Konstanz, um sich dauerhaft oben abzusetzen. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Nach dem Spiel trafen wir uns kurz mit Maiks Chefin, die ein Brötchen aus dem Business-Bereich der Haupttribüne für meinen Bruder rausgeschmuggelt hatte. Ein Bier, dann zogen wir weiter ins Jolly. Als wir dort fröhlich zur Musik hüpften bekamen wir die Info, dass im Knust noch was ginge. Ein Tag zuvor war ja die alljährige St. Pauli–Celtic Party und nun gab es ein kleines Zusatzkonzert. So feierten wir noch ein wenig, bis wir uns irgendwann nach Hause gingen. – Christoph

St. Pauli – VfL Bochum

Februar 17, 2012

Ab auf die Alster!

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Es war Sonntag, 10 Uhr und ich lag im Bett „Noch fünf Minuten liegen bleiben.“ Aber ich musste hoch. Denn die frühe Anstoßzeit von 13:30 Uhr zwang mich aufzustehen. Raus aus der Kiste, rein ins Badezimmer und ab aus dem Haus. Alleine fuhr ich los, die anderen sollten später nachkommen.
Euch ist sicher aufgefallen, dass es von uns keinen Bericht zum Schweinske Cup gibt. Über die Inkompetenz der gewalttätigen Polizisten war ich einfach zu verärgert, um einen ordentlichen Text zu erstellen. Immer wieder bin ich ins Unsachliche abgedriftet, auch noch Wochen danach. Da habe ich es einfach gelassen. Warum ich das jetzt einwerfe, ist ganz einfach. Beim Polizeieinsatz hat Maik sein Portemonnaie verloren. Darin befand sich seine Dauerkarte. Ja, ja, Dauerkarte nur am Spieltag mitnehmen usw. Aber an dem Tag hatte das seine Gründe. Erwähnenswert ist zudem folgendes: Als er den Verlust seiner Wertsachen bei der Polizei in Poppenbüttel meldete, sagte der Beamte zu ihm: „Ich versteh auch nicht, was mit den Kollegen in der Alsterdorfer Sporthalle los war und die so aggressiv reagiert haben.“ Es gibt also Leute in den eigenen Reihen, die dieses Verhalten kritisieren. Das ist doch mal interessant. Da war Maik ganz schön baff, als er das hörte.
So, zurück zum Thema… Maik hat nun keine Dauerkarte mehr und so fragten wir die Leute von Nord Support, ob sie eventuell eine über haben. In diesem Fall konnte René weiterhelfen und er ermöglichte es, dass Maik ins Stadion konnte. An dieser Stelle vielen Dank für deine Hilfe!

Nach und nach kamen wir alle auf der Süd zusammen. Mit drei Paar Socken und Kakao in der Hand, ließ sich die Kälte relativ gut ertragen. Konfetti wurde verteilt. Doch anders als sonst, sollte es erst nach dem „Hells Bells“ geworfen werden, wenn alle von Zehn runtergezählt haben. Was folgte, war der wohl coolste Konfettiregen seit 2003. Damals, beim Spiel gegen Dresden, stand ich auf der Gegengerade und es flog so viel Papier durch die Luft, dass man einige Sekunden nur Weiß sah.

Das Spiel war nicht gerade eines der Besten in dieser Saison und die Stimmung war auch ein wenig mau. Da wäre mehr gegangen, wobei ich mich nicht rausnehme. Das Gegentor zum 0:1 sah schon etwas seltsam aus. Der Bochumer Mimoun Azaouagh schlenzte den Ball in der 18. Minute, aus einer Drehung heraus ins Tor. Doch nur acht Minuten später, konnte bei uns gejubelt werden. Sebastian Schachten köpfte den Ball, nach einer Ecke ins Tor. Es ist schön mit anzusehen, dass die Mannschaft aus Ecken nun etwas macht. Das war ja in den letzten Jahren nicht immer so. Mit einem 1:1 ging es in die Pause und für mich zum Getränkestand. Von dort aus hörte ich, wie die Fans „You’ll never walk alone!“ anstimmten. Ralle (er wechselte ja zum FC Ingolstadt) wurde offiziell verabschiedet. Vor dem Spiel wurde dies wohl über die Stadionlautsprecher angekündigt, doch bei mir kam nichts an. Sonst wäre ich auf jeden Fall auf der Tribüne geblieben.
Die zweite Hälfte war von der enormen Laufbereitschaft beider Mannschaften geprägt. Vor den Toren passierte allerdings nicht wirklich viel. In der 81. Minute war es dann so weit. Kruse flankte einen Freistoß hoch in den Strafraum, Thorandt köpfte den Ball weiter und dann war es wieder Schachten, der an den Ball kam und diesen über die Linie schob. Es blieb beim 2:1 und somit war es schon das 5. Spiel in dieser Saison, in dem wir einen Rückstand zum Sieg umwandeln konnten.
Nach dem Spiel ging es noch auf die zugefrorene Alster. Tausende Menschen, die ebenfalls das gleiche Ziel hatten, bahnten sich ihren Weg durch die Stadt. Doch war man erstmal auf dem Eis, hatte man mehr Platz um sich herum. Die Masse verteilte sich auf der großen Fläche und so gingen wir noch etwas spazieren und ließen den Tag ausklingen. – Christoph

St. Pauli – Eintracht Frankfurt

Februar 17, 2012

Im Gegenpol Zwei

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St. Pauli gegen Eintracht Frankfurt. Vom Namen her, nicht die schlechteste Partie.

Mein erstes Spiel gegen die Hessen, sah ich im Mai 1998. Ich kann mich noch gut daran erinnern: Es war ein sonniger Tag, vor dem Spiel bekam mein Bruder ein Autogramm von Wigald Boning (der an der Wurstbude Albernheiten mit einer Verkäuferin trieb) und man konnte die Karten noch direkt am Spieltag, im Kassenhäuschen kaufen. Wir standen auf der alten Südkurve, in Block A. Damals war der Gästebereich noch geteilt. Links von uns befand sich der Sitzbereich für die Frankfurter (auf der Haupttribüne) und auf der rechten Seite war Block B mit den Frankfurtern, die sich ebenfalls für Stehplätze auf der Süd entschieden haben.

Ich erinnere mich noch, wie ein Frankfurt-Fan wild an der Plexiglasscheibe der Haupttribüne rüttelte. Gemeckert und gepöbelt hatte der, aber es half nichts. Wir gewannen die Partie mit 2:0.

Heute, dreizehneinhalb Jahre später, sollten die Gäste wieder ohne Punkte nach Hause fahren. Einige Tage vor dem Spiel, bekam ich wieder eine Einladung für den Gegenpol. Nachdem ich schon beim Sieg gegen den FSV dabei war, durfte ich nun das Spiel gegen die anderen Frankfurter von der Loge aus verfolgen.

Nach der Arbeit ging es auch direkt zum Stadion. Am Clubheim traf ich Maik und Zecke. Die Zeit reichte noch für ein gemeinsames Bier, dann machten sich die beiden auf dem Weg zur Südkurve. Ich nutzte die restliche Zeit für ein weiteres Bierchen und einem T-Shirt-Kauf. Neben dem AFM-Container konnte ich mir das bestellte „Hools of Love“-Shirt abholen. An dieser Stelle vielen Dank an leo aus dem Forum. Kurz darauf traf ich Felix und es ging auch für uns rein. Rauf in den Gegenpol, mit den Leuten schnacken und ein gemütliches Plätzchen suchen. Vor dem Anpfiff erstrahlte die Nordkurve im hellen Licht. Die St. Pauli Fans holten Wunderkerzen raus und die Frankfurter, hatten mit ihren Bengalos das etwas größere Geschütz aufgefahren. Sehr schön. Auch bei uns im Gegenpol, gab es Wunderkerzen. Es war recht kalt und die niedrige Temperatur spürt man beim Sitzen besonders schnell.
Von den Fans aus Hessen war ich ein wenig enttäuscht. So habe ich großen Respekt vor der Ultra-Szene Frankfurt, was die Stimmung angeht. Doch das lauteste was ich von den vernahm, waren die „Scheiß St. Pauli-Rufe“ Selbst die verstummten, als das 1:0 fiel. Das machte nämlich unser El Capitano in der 32. Spielminute nach einer Ecke und alle rasteten aus. Kurz vor der Pause kam Frankfurt zu einer Chance, doch Tschauner hielt den Kasten sauber. Und auch wir hatten noch einen Freistoß, der allerdings vom Frankfurt Keeper Nikolov gut gehalten wurde. Mit der Führung ging es also in die Pause und ich wechselte meinen Platz. Statt zu sitzen, stellte ich mich an den Rand. Ein wenig auf und ab wippen, das half gegen die Kälte. In der zweiten Hälfte kam etwas mehr von Frankfurt, doch wir konterten. Unter anderem hatte Idrissou einen guten Schuss auf’s Tor gesetzt. Doch wieder einmal war es Tschauner, der den Ausgleich verhinderte. Nach einer Ecke der Frankfurter, kam dann der tödliche Konter. Fin Bartels sprintete über das Feld, passte zu Kruse und der hämmerte das Ding rein. 2:0! Ein wirklich geiler Angriff, so etwas findest du in keinem Lehrbuch.

Nach dem Spiel bummelten die Fans so langsam aber sicher aus dem Stadion, doch wir blieben. Es war das letzte Spiel mit dem Gegenpol. Aufgrund der Vorbereitungen für die neue Gegengerade, muss die schöne Kiste leider abgebaut werden. Daher feierten wir noch ordentlich mit lecker Essen und tanzten zur Musik. Maik kam von der Südkurve zu uns und durfte mitfeiern. Ich zeigte ihm die Bretterbude, danach schnappten wir uns beide ein Bier und ließen uns auf der leeren Nordkurve nieder. Es ist schon ein beachtliches Gefühl, noch am späten Abend, so gegen 3 Uhr, im Stadion zu sein. Einige Stunden zuvor, waren 24.000 Fans da und nun? Nun flackerte nur noch das Licht aus den Gängen in den Innenraum und es war mucksmäuschenstill. Einfach schön.

So lange ich stehen kann, werde ich immer ein Kind der Kurve bleiben. Doch ich finde es schade, dass der Gegenpol jetzt weg ist. Sie war anders als die anderen Logen. Es gab kein schickimicki Catering, sondern leckere Bratwurst. Keinen Sekt, sondern Bier. Und vor allem waren die Leute da laut. Einfach rumsitzen und die Klappe halten, gab’s da nicht. Dort wurde gezittert, gemeckert, mitgefiebert und St. Pauli nach vorne geschrien. Mach es gut, kleine Bretterbude. – Christoph

St. Pauli – Greuther Fürth

November 8, 2011

… und verwandle Finsternis in Licht.

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Kennt ihr das, dieses „Heute-Geht-Was“-Gefühl? Am Samstagvormittag war es noch da. Aus dem Bett raus und früh auf dem Weg gemacht. Die Anstoßzeit, mit 13 Uhr, weiterhin eher suboptimal. Ich nörgel gern über die Anstoßzeiten rum. Auch wenn ich weiß, dass diese sich so schnell nicht ändern werden. Alltag in Liga zwei. Apropos Liga zwei, diese Klasse verbinde ich immer unweigerlich mit Greuther Fürth. Die spielen seit gefühlten hundert Jahren dort. Ok, genaugenommen seit 1997 und das ununterbrochen. Jede Mannschaft geht mal ihren Weg. Einige steigen auf, andere ab. Aber Greuther Fürth bleibt irgendwie für ewig in der Zeitschleife 2. Liga gefangen. Eigentlich kannst du sie am Anfang der Saison schon fest auf den vierten oder wahlweise fünften Tabellenplatz setzen. Und trotzdem, gehören sie jedes Jahr zu den Aufstiegsfavoriten.

Während man auf den anderen Tribünen schon sein Platz einnehmen konnte, mussten wir vor der Südkurve etwas warten. Die Ordner bekamen noch letzte Anweisungen. Es dauerte aber nicht lang, da ging es schon rein und ich tüdelte den Banner an den Zaun. Da kam ein Ordner auf mich zu und fragte: „Soll das so?“ Ich wusste zuerst nicht, was gemeint war. Dann ging ich einen Schritt zurück und sah, was ich angestellt hatte. Statt wie gewohnt den Lappen vor dem Zaun zu hängen, hab ich es irgendwie geschafft, das Teil zwischen den Zaunstangen zu flechten. Wir mussten beide lachen, da war ich wohl etwas verträumt. Also alles wieder ordentlich gemacht und die anderen begrüßt.
Als Choreo gab es eine riesen Blockfahne über den gesamten Stehplatzrang. Ich liebe ja den Moment, wenn man da drunter steht und man ordentlich Rabatz macht.
Die Partie spielte sich in der ersten Halbzeit überwiegend im Mittelfeld ab. Bruns und Naki bekamen die Chance, dass Ding zu machen. Es wurde aber für den Fürther Torwart nicht gefährlich. Eine Minute vor der Pause waren die Kleeblätter etwas konsequenter. Christopher Nöthe spielte sich frei, bekam einen Pass aus der hinteren Hälfte und schob den Ball an Tschauner vorbei. Ärgerlich, nun hieß es sich 15 Minuten lang sammeln und neu angreifen.
In der Halbzeit gab es dann auf der Anzeigetafel den Hinweis, dass man doch am 29.10. die zweite Mannschaft gegen Kiel unterstützen könnte. Klar, wenn ihr mir ein DeLorean mit Fluxkompensator besorgt, fahr ich da gerne nochmal rum 😉

Ca. 10 Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, kam es dann doch zum Ausgleich. Fabian Boll bekam von der rechten Seite den Ball zu gespielt. Er passte weiter zu Dennis Daube (eingewechselt für Bruns), der den Torriecher hatte. Daube gefällt mir sowieso ganz gut. Seit seiner Einwechslung beim Derby, hat er mich total überzeugt.
Es gab weiterhin Chancen auf beiden Seiten, wobei Kalla auch einen gefährlichen Ball kurz vor dem Tor abwehrte. Auch er hat seinen Platz zu Recht in der ersten Mannschaft. Unter Stani spielte er so gut wie keine Rolle mehr und jetzt bin ich froh, dass wir ihn in der Abwehr haben.
In der 75. Minute gab es dann viel Gewusel vor dem Fürther Tor, bis Saglik an den Ball kam. Geschickt schlug er einen Haken, umspielte so den letzten Fürther Abwehrspieler und machte die Bude. Auch er wurde erst kurz zuvor für Naki eingewechselt. BÄMM! 2:1! Jetzt bloß nicht nervös werden. Einige Minuten später sah noch Milorad Peković die Gelb-Rote-Karte für einen Foul an Saglik. Für die Fürther war das leider kein Grund, sich zurückzuziehen. Seit dem sie in Unterzahl spielten, hatten sie sogar mehr von der Partie und da war es auch schon… das 2:2. Der Ausgleich von Occean, nach einer guten Passspielkombination der Kleeblätter. Schade. Hätte man mich vor dem Spiel gefragt, wäre ich mit einem Unentschieden einverstanden gewesen. Aber wie das immer so ist, wenn man einmal geführt hat, fühlt man sich bei einem Unentschieden um zwei Punkte beraubt. Dafür bekamen die Kleeblätter noch ordentlich Applaus, denn ihre Leistung verdiente Respekt. Nach dem Spiel waren wir alle ein wenig k.o. Es ging noch zum Südkurvenvorplatz und in den Fanladen. Dort kickerte ich mit Benny um eine Flasche Astra und gewann die Knolle dann auch. Für eine Revanche bin ich jederzeit bereit.

An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Jessy und Chrischi. Wenn die mich nicht immer aufmerksam machen würden, wenn irgendwas Lustiges im Stadion passiert, würde ich eine Menge tolle Bilder versäumen.  – Christoph

St. Pauli – FSV Frankfurt

Oktober 25, 2011

Im Gegenpol!

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Am Samstag erreichte mich ein Anruf von meinem guten Freund Felix. Er arbeitet bei der Nordpol Werbeagentur und fragte mich, ob ich das Spiel von der Container-Loge aus verfolgen möchte. Er hatte eine Karte über und ich musste auch nicht lange überlegen, um dieses Angebot anzunehmen.  So haben wir uns für den nächsten Tag um 13 Uhr vor dem Stadion verabredet. Ich fand es sehr entspannt, mal etwas später am Stadion zu sein. Normalerweise bin ich ja pünktlich zum Einlass (1,5 Std vor Anpfiff) auf der Südkurve. Hier passte mir der späte Zeitpunkt aber sehr gut, da ich die Nacht zuvor auf einem Geburtstag war und so etwas Schlaf nachholen konnte.

Am Millerntor angekommen, traf ich ihn auch schon. Durch den Eingang, der sich zwischen Gegengerade und Nordkurve befindet, gelangten wir zum Gegenpol (so wird die Container-Loge genannt).  Durch die Medien (Zeitungen / Fernsehen) habe ich schon einiges über diese besondere Loge erfahren. Nun war ich ganz gespannt darauf, ein Spiel von dort aus live mitzuerleben. Kreiert wurde der Gegenpol übrigens von der Kreativagentur Interpol, die auch für den Wellen-Entwurf der Gegengerade zuständig ist.  Nebenbei muss ich sagen, dass Jana meine Südkurven-Dauerkarte für dieses Spiel hatte. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir, die beim Fußballgucken sonst immer nur am Stadtrand war. Es war also Zeit, ihr mal ein richtiges Stadion mit ordentlicher Atmosphäre zu präsentieren. Sie stand mit Maik, Benny und den anderen üblichen Verdächtigen zusammen.
Felix zeigte mir zuerst den unteren Bereich der Loge. Der Raum ist mit etlichen Zeitungsartikeln und Fotos verkleidet und die Decke ist mit einem riesigem Spiegel ausgestattet. So wirkt der Raum sehr viel höher, als er eigentlich ist. Links neben der Tür steht eine kleine Bar, geschmückt mit einem Wimpel und Pokalen. Anschließend ging es nach oben, wo auch das Catering und die Plätze zu finden sind. Ich stellte mich links an den Rand und bekam auch gleich das erste Bier gereicht. Der Gegenpol bietet gleich mehrere kleine Highlights. Eines davon sind die 5-Liter Fässer, die sich unter den sitzen befinden. So kann sich jeder das Bier selbst zapfen. Etwas kurioser ist die kleine Modelleisenbahn, die einem das Essen bringt. Der Zug wird am Tresen beladen, fährt dann nach draußen und serviert leckere Currywurst. Am Anfang war ich sehr damit beschäftigt, mit meiner Kamera viele Fotos zu schießen. Leider ließ mich der Akku sehr schnell im Stich, so musste ich auf Handy-Kamera umsteigen. Daher sind die Bilder in einer nicht so optimalen Qualität.
Viele FSV-Fans waren nicht da und wirklich laut waren sie auch nicht. So konnte man bei uns in der Ecke ganz gut den Gesang der Südkurve wahrnehmen. Das hat mich sowieso mal interessiert, wie unser Krach in den anderen Bereichen des Stadions ankommt.

Das Wetter passte und das Spiel auch. Es gab einen 2:1 Sieg. Nicht souverän, nicht spektakulär aber es reichte. In den ersten zwei Minuten machte Frankfurt Druck, doch Tschauner verhinderte eine frühe Führung der Gäste. Es dauerte auch nur bis zur 3. Spielminute, als Kruse den Ball im Mittelfeld gewann, nach vorne stürmte und abzog. Gledson fälschte ab und so landete der Ball unhaltbar für den Keeper im Tor.
Unsere Kiezkicker ließen nicht nach und auch Naki versuchte den Ball aus weiter Entfernung mit einem Hammerschuss zu versenken. Leider ging die Pille knapp vorbei. Doch der gute Junge machte nach einer perfekten Passspielkombination von seinen Mitspielern das 2:0 klar. BÄMM! Deniz sah man die Freude über seinen Treffer wirklich an und so war die Freude bei uns nicht weniger klein. Es ist schön zu sehen, dass er das erste Mal nach so langer Zeit wieder von Beginn an spielt und dann so abgeht. Kurz vor der Pause hatten wir nochmal Glück, als der FSV wieder drückte. Benyamina kam in den Strafraum und schoss auf’s Tor. Der Ball prallte von dem einen zum anderen Pfosten. Puh, Glück gehabt.
In der Halbzeit ging ich mit Felix runter und traf mich mit Melli, die uns besuchen kam. Beim Quatschen verging die Zeit allerdings wie im Flug, so machte ich mit Melli aus, dass wir uns nach dem Spiel noch treffen würden. Also wieder hoch und die Mannschaft anfeuern.
Das Spiel wurde nicht langweiliger und so gab es wieder etliche Chancen für uns. Doch keiner schaffte es, den Ball über die Torlinie zu drücken. In der 76. Minute kam es dann doch, das Gegentor. Frankfurt kam über die linke Seite, spielte in den Strafraum und Gaus brauchte den Ball nur noch leicht versenken. Die Abwehr darf jetzt nur nicht nervös werden, dachte ich. Denn in der 84. Minute gab es noch einen Freistoß für die Gäste. Doch die Endstation hieß wieder einmal Philipp Tschauner, der den Ball abwehrte. 2:1 gewonnen! Yeah!
Nach dem Abpfiff gab es noch ein paar Bierchen und ich ließ meinen Blick über das leere Stadion schweifen. Kurz darauf ging es für mich aber auch schon runter zum AFM Container, die anderen treffen. Ich verabschiedete mich von Felix und machte mich auf dem Weg. Unten angekommen, fragte ich Jana sofort, wie ihr das Spiel am Millerntor gefallen hat. Wie gesagt, sie ist eigentlich eher vom Stadtrand angehaucht. Aber sie war hin und weg und will auf jeden Fall wiederkommen. Außerdem wollte sie gern einen St. Pauli-Schal. Den Witz ließ ich mir nicht nehmen und kaufte ihr einen aus dem Fanshop. Irgendwie konnte ich es selbst kaum glauben… Jana, aus dem Volkspark, mit einem braun-weiss-roten Schal. Jetzt weiss sie mal, was gut ist 😉

Zum Abschluss muss ich sagen, dass mich der Besuch im Gegenpol total geflasht hat. Eigentlich bin ich ja einer, der in der Kurve stehen und hüpfen muss. Doch ich glaube, in keiner anderen Loge am Millerntor ist es so entspannt wie da. Dort kannste stehen, singen, pöbeln und die Leute rennen da auch ganz normal rum. Schade, dass die kleinen Container verschwinden, wenn die neue Gegengerade kommt. Aber bis dahin ist ja noch Zeit. – Christoph

St. Pauli – Erzgebirge Aue

September 27, 2011

Trinkt mehr Wasser!

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Freitag, schönes Wetter und Fussball. Eigentlich eine gute Mischung, wenn man zudem noch einen halben Tag frei hat. Ok, den halben Tag musste ich mir nehmen, weil die Spielbegegnung wieder auf eine beknackte Uhrzeit gelegt wurde. Und weil ich nichts verpassen wollte, wurde halt ein halber Urlaubstag geopfert. Was tut man nicht alles für den magischen FC? So bummelte ich gegen 13 Uhr in der City rum. Ich hatte mir vorgenommen, von der Alster direkt zum Stadion zu laufen. War dann aber doch zu faul und fuhr mit der S-Bahn vom Jungfernstieg zum Hafen. Da wieder raus und mit der Kamera in der Hand weiter geschlendert. Hier und da ein paar Fotos gemacht und nach kurzer Zeit kam ich am Zirkusweg vorbei. Die dort ansässigen Büros tragen momentan ein kleines Post-it-Battle aus. Die Idee ist nicht neu und stammt eigentlich aus Frankreich. Zumindest machen sie die sterile Ecke etwas bunter. Der Weg führt mich weiter zur Reeperbahn und ein Blick auf die Uhr verriet mir: So viel fuckin‘ Zeit noch. Die anderen würden erst gegen 16 Uhr kommen. Aus lauter Langeweile ging ich gefühlte drei Mal um das Stadion herum. Ich kaufte mir was zu essen, ging durch’s Viertel und knipste fröhlich ein paar Bilder. Irgendwann landete ich dann noch im Fanladen, besorgte ein paar Sachen und ging weiter Richtung Stadion. So langsam füllte sich auch der Vorplatz und bis 16 Uhr passierte auch nicht mehr viel. Das Wetter passte noch immer, ich war voller Euphorie auf das kommende Spiel. Aue? Was sollen die uns schon anhaben können? Und dann noch zu Hause!
Am Einlass die üblichen Verdächtigen begrüßt und schon bewegten wir unsere Ärsche hinein. Maik besorgte noch den Kiezkicker und die (das? den?) Basch. Und siehe da unser Blog wurde im Zine (Basch) erwähnt. Wenn auch eher nebenbei, denn es war ein Artikel über St. Pauli Blogs zu finden. Wir wurden so gesehen nicht zu den Favoriten gezählt, aber immerhin aufgelistet. Das nicht viel über uns stand, ist aber auch nach vollziehbar. Es gibt Blogs, die sind uns meilenweit voraus, da dort einfach besser und regelmäßiger geschrieben wird. Aber hey, wir sind zumindest schon mal aufgefallen. Trotzdem ist bei uns noch viel Luft nach oben und wir machen noch nicht das daraus, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.

Das Spiel? Ach ja, das gab es ja auch noch. An eine Heimniederlage muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Es zeigt aber den Leuten, die glauben wir würden einfach so durch die Liga marschieren, dass es auch anders laufen kann. Immerhin hatte Ebbers den Führungstreffer erzielt. Es ist schön zu sehen, wie er nach seiner Ellenbogenverletzung wieder voll aufdreht und die Buden macht. Mit dem 1:0 ging es auch in die Pause und ich besorgte noch einmal was zu trinken. An dieser Stelle muss ich mal Werbung für den Viva Con Agua-Stand im Umlauf der Südkurve machen. Wenn euch die Warteschlange beim Bierstand zu lang ist, oder ihr euch generell über die teuren Getränkepreise ärgert, geht doch einfach mal zu den Mädels und Jungs am Wasserstand. Da bekommt ihr für eine Spende, lecker was zu trinken. Kostet nicht viel, schmeckt gut und ihr tut nebenbei auch was Gutes. Alle hin da!!!

Hälfte Zwei? Ach ja, die gab es ja auch noch. Aue zog immer mehr an und kam zu einigen Chancen. Bei einer verletzte sich Lasse Sobiech, als er in der 53. Minute bei einer Rettungsaktion gegen den Pfosten prallte. Anschließend kam Funk für ihn ins Spiel. Das Spiel lief gut eine Stunde, da kam Aue über die linke Seite, ein schneller Pass in die Mitte und Tor. Da war das 1:1. Es dauerte auch nur weitere neun Minuten, da machte Tobias Kempe das 2:1 für die Mannschaft aus dem Erzgebirge. Es ist erschreckend, wie einfach er durch unsere Abwehr kam. Unsere paar Chancen wurden einfach nicht konsequent genutzt. Aue machte viel mehr draus, so dass Könnecke nur noch zwei Abwehrspieler und Tschauner vor sich hatte und den Ball locker reinschießen konnte. DAMN! Aue führte nun schon mit zwei Toren Unterschied und es schien gelaufen zu sein. Das dachten wohl einige Zuschauer auf der Haupttribüne, die in großen Schaaren abzogen. Ja, Hauptsache immer schön erfolgreich spielen, dann macht die „Pauli Paadyy“ auch Spaß. Aber wehe, es läuft nicht wie gewünscht, dann gehen wir. Ein absolutes Kackverhalten, dass unsererseits mit Pfiffen quittiert wurde. Diejenigen, die dablieben, haben uns beim Support und damit auch die Mannschaft weiterhin unterstützt. Leider hat es nur noch zu einem Anschlusstreffer von Saglik in der 90. Minute gereicht. Kurz darauf erfolgte auch schon der Abpfiff.
Kurz nach Spielende flog wohl wieder ein Becher, Richtung Schiedsrichter. Spätestens nach dem Vorfall vom Schalke-Spiel, kann ich so ein Verhalten schwer nachvollziehen. Gerade jetzt, in der Zeit wo unser Verein sowieso schon unter besonderer Beobachtung des DFB steht, ist so etwas selten dämlich. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe der FC St. Pauli diesmal aufgebrummt bekommt. Trotzdem bin ich generell gegen eine Hexenjagd, gegenüber dem Werfer. Es ist und bleibt eine doofe Aktion, ja. Aber mehrere Hunderttausend Euro von einer Einzelperson zu verlangen (wie es z.B. oft in der Mopo stand) geht meiner Meinung gar nicht. Jetzt nicht juristisch gesehen, sondern eher menschlich.

Zum Abschluss steht fest, dass es noch viel zu tun gibt, wenn man sich oben in der Tabelle halten will. Gerade unsere Abwehr, ist mir noch ein wenig zu wuselig. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs das in den Griff bekommen – Christoph

St. Pauli – TSV 1860 München

September 22, 2011

Wildes Rumgefuchtel

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Einigen von euch ist es wahrscheinlich schon aufgefallen. Unsere Berichte erscheinen in letzter Zeit ziemlich unregelmäßig und verspätet. Es liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe. Nur komme ich kaum zum Schreiben. Oft kommen andere Dinge dazwischen, oder man kommt von der Arbeit und fällt direkt ins Bett, weil man zu müde ist. Aber weil ich immer noch Bock drauf habe und weil mir noch tausende Sachen einfallen, die ich schreiben könnte, mache ich weiter.
Einigen interessiert es wohl nicht mehr, trotzdem schreibe ich noch über das Spiel gegen 1860. Ich hoffe, bald komme ich wieder regelmäßig dazu, euch mit meinen Texten zu verwirren.

Nach dem Aufstehen, ging es eigentlich auch schon los zum Stadion. Ok, dazwischen lag noch Duschen, Anziehen und Zähneputzen. Bei der frühen Anstoßzeit, macht man sich halt früh auf’m Weg. Meine Eltern sagten mir noch, dass sie auch hinfahren. Da der Freund von der Cousine meines Vaters (keine Ahnung, was die Cousine von Vaddern für mich ist… daher diese komische Beschreibung) ursprünglich aus München kommt, somit 60er ist und auch das Spiel im Stadion verfolgt. Meine Eltern nun mit, um auf gut Glück Karten zu bekommen. Sollte nichts gehen, würden sie das Spiel im Clubheim gucken. Am Poppenbüttler Bahnhof traf ich zunächst auf einen hsv-Fanclub (Rauten-Fieber) hab’s mir aber verkniffen, nach dem Ergebnis vom Bremen-Spiel zu fragen (höhö) Die waren aber relativ gut drauf. Keine Ahnung, warum die noch einen Tag nach dem Spiel da ne‘ Versammlung hatten. Da kam auch schon Maik und wir fuhren zum Stadion.

Auf dem Südkurvenvorplatz war verhältnismäßig wenig los. Klar, am Sonntagvormittag sind viele noch mit Familie, Frühstück, Schwiegereltern beschäftigt. Nach kurzer Zeit trudelte Benny ein und danach trafen wir auch schon die Familienbande. Meine Eltern haben es tatsächlich geschafft, Karten zu bekommen. Zum Normalpreis, aber für den Gästeblock (Nordkurve Sitzplatz). Ich hab meine Eltern daraufhin geraten, im Block nicht den „Dicken“ zu machen. Wir mögen es halt auch nicht, wenn die Gäste bei uns in der Süd Radau machen. Wobei ich sagen muss, dass es sich mit dem Gästeanhang auf der Südkurve extrem gebessert hat. Zudem gab ich meiner Ma meine Kamera mit, um mal Bilder aus anderen Perspektiven zu haben.

5 Minuten vor dem Einlass war noch relativ wenig los. Ganz entspannt konnten wir nun einen kleinen Zwischengang zwischen Schwimmbad und der Kita nutzen, um zum Eingang zu gelangen. Nach einigen Minuten ließen uns die Ordner ins Stadion und das Übliche nahm seinen Lauf. Banner antüddeln und restliche Leute auf der Kurve begrüßen. 10 Minuten vor dem Spiel bekam ich ein Anruf von Ma auf’m Handy. Sie winkte herüber um zu zeigen, wo sie saßen. „Huhu, hier sind wir. Aber ich kenne die Lieder gar nicht, die sie singen!“ sagte sie. „Ma, du bist im Gästeblock, die singen unsere Lieder nicht!“ – „Oh!“ Sehr schön J Das Motto des Tages hieß Jolly Rouge. Es galt weiterhin ein Zeichen zu setzen, gegen Kommerzialisierung, Susis Loge und anderen Mist, der mit dem FC St. Pauli nichts zu tun hat. Dementsprechend wurden wieder viele rote Fahnen und Schals hochgehalten. Eine wunderschöne Choreo wurde auf der Süd durchgeführt. Kurz vor dem Spiel war auf der Süd alles braun weiss. Pünktlich zum Anpfiff, verwandelte sich alles in rot und der Jolly Rouge kam zum Vorschein. Einfach hammer.

Das Spiel war genial, auch wenn es zuerst gar nicht danach aussah. Die Münchner führten durch einen Elfmeter mit 1:0. Benny Lauth traf zur Führung. Anfang der zweiten Halbzeit gab es leider auch schon das 0:2, durch ein Eigentor von Schindler. Sehr ärgerlich, da ich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf ein Unentschieden gehoffte. Wenn überhaupt. Aber, dass die Mannschaft aber mit Vollgas zurückkommen würde, hätte ich nicht gedacht. Schindler war am Anschlusstreffer von Ebbers in der 56. Minute maßgeblich beteiligt. Ebbe spielte nach seiner Armverletzung noch mit der Schiene, doch das hinderte ihn nicht daran, den Ball aus 6 Metern zu versenken. Nur eine Minute später folge ein schöner Angriff von Bartels, der auf den freistehenden Sebastian Schachten spielt. Ball rein, 2:2. Während des Spiels schaute ich immer wieder zur Nordkurve, zu den Plätzen meiner Eltern. Ich konnte nur einen bulligen Kerl erkennen, in 1860-Kutte, der sich mit meinem Vater unterhielt. Hoffentlich, diskutieren die da nicht rum, dachte ich. Vaddern kann das ja gar nicht ab, wenn er doof angelabert wird und zankt sich dann ganz gerne. Aber als St. Pauli Fan im Gästeblock? Auweier. Hoffentlich ging das gut. Doch das Spiel hatte mich wieder. Vielleicht sogar noch ein Sieg, war mein Gedanke. Vielleicht auch nicht… Mindestens ein Punkt, war die Hoffnung. Es dauerte auch nur weitere 8 Minuten, als das nächste Tor fiel. Max Kruse traf zur Führung. Der schönste Angriff, den ich seit langem gesehen habe, folgte 10 Minuten später. Kruse, lief alleine über die gesamte Münchner Hälfte. „Spiel ab!“ rief ich. Aber das brauchte er nicht. Er ließ die Abwehrspieler einfach stehen und zauberte uns das 4:2 hin. Es ist unglaublich! Da liegst du 0:2 hinten und drehst das Spiel 4:2! Das wir alle Kopf standen, war ja wohl klar. Nach dem Spiel analysierten wir die Partie noch bei einem kalten Astra und wären am liebsten gar nicht mehr fortgegangen. Im Anschluss telefonierte ich noch mit meinen Eltern und fragte, was da bei denen abging. Ob alles in Ordnung sei, oder ob es Stress gab. Meine Ma erzählte mir dann noch, dass die sich mit dem 60er super verstanden haben. Blöd rumgeschnackt und sogar gegenseitig Bier ausgegeben haben. Konnte ich ja nicht ahnen, war zu weit weg. Denn von der Süd sah es aus, wie wildes Rumgefuchtel. Also alles cool!   Forza SANKT PAULI! – Christoph

St. Pauli – MSV Duisburg

September 20, 2011

Millerntor ROAR, baby!

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Feierabend, raus aus der Firma und ab in Richtung Stadion. Am Montagabend stand das Spiel gegen den Meidericher Spielverein aus Duisburg an. Gegen 18:20 Uhr kam ich am Südkurvenplatz an und habe sofort Benny und Maik getroffen. Ein Bierchen aufgemacht, dann ging es für mich gleich weiter, rein ins Stadion, Banner aufhängen und so’n Kram. Die anderen beiden blieben noch auf dem Südkurvenplatz, denn Sie trafen sich mit Natascha und ihrer Schwester, die wir beim letzten Heimspiel kennengelernt haben. An der Haupttribüne konnte man das „Fußballfans-gegen-Homophobie“-Banner erkennen. Dieses Banner ist von der Abteilung Aktive Fans des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin. Eine sehr gelungene Idee, wie ich finde. Denn dieses schöne Stück Stoff geht durch das ganze Land auf Reisen. In Hamburg war es z.B. schon bei Altona 93 und bei Victoria zu sehen. Es kommt leider immer wieder zu homophoben Sprüchen im Stadion und nicht nur beim FC St. Pauli sollte man den Leuten klar machen, dass solche Äußerungen beim Fußball (auch sonst nirgendwo) nichts zu suchen haben. Auf http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de findet ihr mehr zu diesem Thema.

Als das Vereinslied der Duisburger lief, war ich sehr enttäuscht. Es lief gar nicht der altbekannte Zebra-Twist, auf den ich mich immer freue, wenn wir gegen die Blau-Weissen spielen. Irgendein anderes Gedudel wurde abgespielt… Den Zebra-Twist habe ich 2003 liebgewonnen, als wir im letzten Heimspiel vor dem Abstieg in die Regionalliga gegen Duisburg spielten. Ich dachte an die verkorkste Saison zurück, dann lief da dieses Lied. Ich dachte nur, so schlecht geht es uns ja gar nicht. Wir steigen zwar ab, aber die haben ihr beknacktes Lied. Die ganzen 90 Minuten hatte ich diesen Song im Kopf und siegten damals auch noch 4:0. Im vorletzten Spiel und ich dachte noch: „Warum nicht die ganze Saison so?“
Ein 4:0 sollte es diesmal nicht werden, denn spielerisch… ach vergiss das Spielerische. Beim Einlaufen der Mannschaften dachte ich, wir spielen gegen Wolfsburg. Denn der MSV lief ganz in grün auf. Aber so richtig interessant wurde es in der 33. Minute. Da kam Max Kruse über die linke Seite und passte quer auf Schindler. Hätte nicht gedacht, dass er den Ball unter Kontrolle bekommt, doch dann zog er ab und es stand 1:0. Schön war nicht nur die Führung, sondern auch der Hamburger Abendhimmel. Dieser verfärbte sich nämlich mehr und mehr in einem wunderschönem rot.
Das ein paar Minuten später die Duisburger ausgeglichen haben… geschenkt. Auch wenn ich daraufhin bis kurz vorm Schluss mit einem Unentschieden gerechnet habe. Bis in der letzten Minute, nein… ich meine Sekunde (und das war das einzig wichtigste, im ganzem Spiel) Als Daube den Ball auf der rechten Seite bekam und auf Fin Bartels quer legte, der den Ball einschob. HEFTICH! Was folgte, war der wohl krasseste Torjubel am Millerntor, seit dem Tor von Boll gegen den hsv. Alle haben sich schon mit einem Unentschieden zufrieden gegeben und dann kommt so ein Ding in der aller, allerletzten Minute!!! Ich könnte die ganzen Torchancen oder generell über den Spielverlauf schreiben, aber das eine Tor macht es überflüssig. Nach dem Jubel fand ich mich auf einmal zwei, drei Reihen weiter unten wieder. Manchmal sind es diese kleinen Momente. Momente, in der letzten Sekunde, die 24000 Menschen zum ausrasten bringen. Millerntor ROAR, baby! – Christoph

St. Pauli – Alemannia Aachen

August 16, 2011

Back to the roots!

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Freitagabend und ein Flutlichtspiel, schöne Sache. Aber Moment mal… wäre da nicht diese beknackte Anstoßzeit. 18 Uhr, wie ich es hasse.  Ich hatte Glück, da ich sowieso frei hatte, auch Benny hatte früh Feierabend. Mit ihm traf ich mich an der Haltestelle Kellinghusenstraße und so machten uns schon mal auf dem Weg zum Stadion. Fanräume-Zeitung gekauft, Bierchen getrunken, dann kam auch Maik nach. Wie gesagt, scheiß Anstoßzeit, da er kurz vorher noch arbeiten musste. Andere Fans kommen bei dieser Zeit wohl noch später am Stadion an.

Mit Alemannia Aachen kommt ein Verein ans Millerntor, der vor nicht allzu langer Zeit das gemacht hat, was die VFB Stuttgart Fans von ihrem Verein seit längerem fordern. Nämlich, dass das Vereinswappen zu den ursprünglichen Wurzeln zurückkehrt.  Sollten sich die Schwaben vielleicht ein Beispiel dran nehmen.

Noch ein Schluck vom Bier, dann ging es rein. Die Ordner scheinen wohl eine Ansage von „oben“ bekommen zu haben, die Dauerkarten genauer zu kontrollieren. So mussten nicht nur Fans mit ermäßigten Karten einen entsprechenden Nachweis vorzeigen (was schon vorher ab und zu üblich war) sondern auch Vereinsmitglieder wie ich. OK, es tut nicht weh. Aber als ich dann noch den Mitgliedsausweis mühevoll hervorgekramt habe, sollte ich auch noch meinen Personalausweis vorzeigen. Ist mir eine Spur too much. Oben angekommen, hab ich auch gleich die erste Ausgabe von „basch“ erworben. Das ist das Nachfolger-Heft der Gazetta. Ich habe noch nicht viel gelesen. Doch auf dem ersten Blick sieht es so aus, als würde man auch hier zurück zu den Wurzeln kehren. Es erinnert sehr als alte Ausgaben der Gazetta. Ein Farb-Cover gibt es nun nicht mehr. Hat es auch gar nicht nötig. Denn die ersten Zeilen überzeugen ohne große Schnörkeleien.

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Harald Stender. Mir kommt die Schweigeminute immer gar nicht wie eine ganze Minute vor. Und ich finde, die könnte in Zukunft auch ein paar Sekunden länger sein. Denn schließlich haben die Verstorbenen es verdient, dass man noch einmal in sich geht und an sie gedenkt.
Das Spiel… haha, fragt mal Erik Meijer, wie er das Spiel fand. Schön war es nicht, aber es hat für ein 3:1 gegen die Alemannen gereicht. Ich hatte schon so ein Gefühl, das Aachen das erste Saisontor gegen uns schießen wird. War ja auch wieder typisch, dass wir dafür herhalten. So führten die Schwarz-Gelben ab der 7. Minute mit 1:0. Es geschah auch nicht viel, bis Max Kruse einen langen Pass aus dem Mittelfeld bekam. Sein Abschluss sorgte für den Ausgleich. Richtig bitter wurde es für Ebbers, der nach einem Schuss so unglücklich fiel, dass er sich den Arm verdrehte. Im Stadion konnte ich es kaum erkennen, aber die Fernsehbilder sahen schon echt übel aus. Für ihn kam Saglik ins Spiel. Den Ausgleichstreffer gab es dann noch kurz vor der Halbzeit von Bruns, durch einen Foulelfmeter. Gutgelaunt ging es in die Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit dauerte es ein wenig, bis etwas passierte. Unter anderem hatten Takyi und Schachten die Chancen nicht genutzt, die Führung weiter auszubauen. Und auf der anderen Seite durfte auch Tschauner nochmal zeigen, was er so kann. Junglas von Aachen bekam in der 88. Minute noch die gelb-rote Karte für ein Foul an Boll. Der Druck auf das Aachener Tor erhöhte sich nun. Besonders als Saglik den Ball aus einer guten Position an die Latte knallte. Bloß keinen Ausgleichstreffer kassieren dachte ich. Aber so weit kam es nicht.  Denn Kruse machte mit dem 3:1 in der 90. Minute alles klar. Ein Sieg, schönes Wetter und gute Stimmung. Was will man mehr?
In meinem Kopf setzte sich nun endgültig der Ohrwurm der abgewandelten Version von Teenager Liebe (Ich liebe dich, ich träum von dir. In meinen Träumen, bist du Europacupsieger. Doch wenn ich aufwach, dann fällt mir wieder ein, spielst ganz woanders, in Liga Zwei) fest. – Christoph